Am Rande

(Tor)tour-Auftakt

Das erste Mal auf großer Fahrt – der Steppke konnt’s kaum erwarten. Zu diesem Glückserlebnis sollte ihm Onkel Nachbar verhelfen, der den ganzen Tag Fahrrad fährt.

„Darf ich mal mitfahren?“, fragte der Kleine, und nachdem Mama ihren Segen gegeben hatte, stieg der Stöpsel in den Sattel und pedalierte mit dem Rentner los. 

Erstes Ziel: Die Skaterbahn, da war er schon ganz scharf drauf. Direkt neben den großen Hindernissen aber wurd’s dem Kleinen schummrig. „Heut besser nicht“, meint er – und die Tour ging weiter. 

Unter der Eisenbahnbrücke hindurch, über den Ruhrtal-Radweg zum Trommelwehr, weiter bis Teschler und an der Fröndenberger Straße entlang zum Eichendorffring.

Hier, für ihn immerhin schon eine Ewigkeit auf Touren, bekam der kleine Mann große Auge und meinte mit leichtem Seufzen: „Hoffentlich bekomme ich heute Mittag überhaupt noch was zu essen“.

Über Schule und Kirche ging’s zurück, den letzten Anstieg musste er noch schieben. Dann war’s geschafft. 

Wieder daheim ließ er sich mit einem tiefen Seufzer am Mittagstisch auf den Stuhl fallen: „Ich bin so kaputt...“ 

Die erste Radtour dauerte immerhin rund eine Stunde. Aber gut: Der Steppke hat ja auch kein E-Bike...

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