Drei nächtliche Raubzüge durch Wickedes Straße

Mit diesem Foto von Diebesgut hatte die Polizei im Mai weitere geschädigte Eigentümer gesucht.

Wickede - Die Asyldiskusssion läuft auf vollen Touren - und sie wird für alle konstruktiven Kräfte nicht einfacher mit Nachrichten wie diesen: Zwei Algerier werden im April in der ZUE Wimbern aufgenommen und unternehmen schon kurz darauf an der Haupt-, der Ring- und der Oststraße nächtliche Raubzüge, bei denen sie in etliche Autos einbrechen. Dafür müssen die Beiden jetzt hinter Gitter.

Der Haupttäter ist 25 Jahre alt, sein Kumpan 41. In über zweieinhalb Stunden mit Dolmetschern aber ohne Zeugen versuchte Richterin Suttrop in dieser Woche im Werler Amtsgericht, Licht ins Dunkel zu bringen.

Der 25-Jährige wurde alleine für zehn Aufbrüche verurteilt - in drei weiteren Fällen stellte das Gericht die Verfahren auf Antrag der Staatsanwaltschaft vorläufig ein. Dem 41-Jährigen wurden schließlich drei Taten zu Last gelegt. Die Männer griffen sich bei drei nächtlichen Diebestouren im Mai aus den Autos alles, was nicht niet- und nagelfest war. Nachdem sie Fenster an den Pkw eingeschlagen hatten, packten sie Navis ein, Sonnenbrillen, Autoschlüssel, Papiere, MP-3-Player, Verbandskästen, eine ArmbandUhr, Taschenlampen, eine Geldbörse, Fahrzeugpapiere und in einem Fall auch einen 50-Euro-Gutschein. Im Juli wurden die Täter ermittelt, die Handschellen klickten.

Die Täter hatten bei ihrer Vorgehensweise aber nicht nur ihre Diebstahlopfer, sondern die ZUE in Mitleidenschaft gezogen. In Wimbern stellte die Polizei einen Teil des Diebesgutes sicher.

Weil sie in abgeschlossene, fremde Räume eindrangen, bewertete das Gericht ihr Treiben bei der Verhandlung jetzt als gemeinschaftlichen Diebstahl in besonders schweren Fällen. Für den 25-Jährigen kommen noch weitere Vergehen hinzu. So hatte er nicht nur in einer Wickeder Tankstelle Getränke gestohlen, sondern auch versucht, mit einer Kontokarte aus der gestohlenen Börse in der Sparkassenfiliale Geld abzuheben. Zwar hatte er keinen Erfolg, erfüllte gleichwohl aber den Tatbestand des versuchten Computerbetruges. Bei seinen drei Taten, so der Ältere, habe er unter dem Einfluss von Whisky und Vodka gestanden, der voll geständige Haupttäter verwies auf einen Cocktail von Whisky und euphorisierenden Medikamenten, die er sich von einem Dortmunder Drogenhändler verschafft habe. Beide Algerier gaben sich geständig und reuig, doch wegen der Schwere ihrer Straftaten verhing das Gericht Haftstrafen ohne Bewährung: Der 41-Jährige bekam acht Monate aufgebrummt, der 25-Jährige ein Jahr und sechs Monate, so dass beide Verurteilten aus dem Gerichtsgebäude in Handschellen direkt wieder in ihre staatlichen Domizile nach Hamm bzw. Dortmund gebracht wurden. Direkt im Gerichtssaal angenommen wurden die Urteile aber noch nicht, sind somit auch noch nichts rechtskräftig.

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