Prozess geht am zweiten Tag mit Urteil zuende

Shetlandpony verendet: Wickeder Halter müssen jetzt die Konsequenzen tragen

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Das Gericht sah es als erwiesen an, dass das Wickeder Ehepaar den lebensbedrohenden Zustand des Shetlandponys hätte erkennen und unverzüglich den Tierarzt hätte rufen müssen (Symbolbild).

Werl/Wickede – Der zweite Verhandlungstag gegen ein Wickeder Ehepaar wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz endete am Dienstag mit diesem Urteil.

Mit 80 Tagessätzen zu 60 Euro für den Pferdehalter und 80 Tagessätzen zu 20 Euro für seine 44-jährige Ehefrau ahndete das Gericht die Vorgänge von Mai 2018 bis Januar 2019, die unter anderem mit dem Tod  eines Ponys endeten. 

Hinzu kommt das Verbot, innerhalb der nächsten drei Jahre mehr als sechs Pferde zu halten. Damit entsprach Richterin Suttrop dem Antrag des Vertreters der Staatsanwaltschaft.

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass das Ehepaar den lebensbedrohenden Zustand des Shetlandponys hätte erkennen und unverzüglich den Tierarzt rufen müssen. Darauf hatte die tierärztliche Pathologin verwiesen. 

Gravierende Krankheitsbilder bereiteten Pony Qualen

Sie schilderte in ihrem Sachverständigenbefund, welche gravierenden Krankheitsbilder dem kleinen Tier Qualen bereitet hatten.

So etwa die Auszehrung: „Normalerweise wiegt ein Shetlandponyhengst mindestens 160 Kilogramm. Dieses Tier brachte bei der Obduktion gerade noch 60 Kilo auf die Waage. Fraglich, ob es sich von diesem schlechten Ernährungszustand – wäre es seine einzige Erkrankung gewesen – jemals hätte erholen können“, so die Sachverständige. 

Hinzu kamen die schlechten Zähne, die zu einer Schleimhautentzündung führten. Das Pony konnte nicht mehr richtig kauen, der Schlund verstopfte, die Nahrungsaufnahme war gestört.

Parasiten und Würmer hatten sich im Darm angesiedelt

Die Hufe des Tieres zeigten eine chronische Rehe. Zudem hatten sich Parasiten und Würmer im Darm des Ponys angesiedelt. Der von einer Zeugin herbeigerufene Tierarzt konnte das Tier nur noch erlösen: „Sie hätten als Pferdehalter erkennen müssen, dass das Tier zum Arzt muss“, so die Richterin.

Das Haltungsverbot wurde verhängt, weil die Angeklagten mit der Pflege und Haltung von zwischenzeitlich mehr als 30 Tieren auch nach Auskunft der als Zeugin gehörten Veterinärin des Kreises Soest überfordert waren.

Tiere immer wieder schlecht ernäht und schlecht gepflegt

Die Pferde waren immer wieder schlecht ernährt, wiesen erst kürzlich noch ungepflegte Hufe auf. Sie halte das Ehepaar für „nicht in der Lage, aus eigener Verantwortung heraus die Tiere sachgerecht zu versorgen“, so die Veterinärin.

Von der Strafverfolgung im Falle des Todes des Pferdes „Dubai“, das Nachbarn verendet auf der Enser Weide entdeckt hatten, sah das Gericht ab. „Hier haben wir wenig Konkretes, woran wir uns halten können“, so die Richterin. 

Die Pathologin des Kreises Soest hatte davon berichtet, dass das Pferd nach einer Kastration unter anderem unter einer akuten Bauchfellentzündung gelitten habe, was die Sachverständige als „in der Regel sehr schmerzhaft“ beschrieb. Gegen das Urteil sind Rechtsmittel zulässig. 

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