Discounter statt Vollsortimenter: Bauausschuss sagt „Ja“ zu Netto

Die Planskizze in der Beschlussvorlage zeigt die Ansicht des vorgesehenen Discounters von der Hauptstraße aus.

Wickede - Netto statt Rewe - der Bauausschuss hat am Dienstagabend zugestimmt, dass für die Ansiedlung eines Netto-Discounters auf dem Speditionsgelände am Waltringer Weg jetzt die öffentliche Auslegung der Planungen erfolgt.

Statt der bisher für die Rewe-Ansiedlung vorgesehenen Verkaufsfläche von 1 400 qm soll der nun geplante Netto laut der Planungen eine Fläche von 1 100 qm bekommen. Zudem ist hier ein Backshop mit frischen Backwaren vorgesehen.

Durch die Änderungen muss das Planverfahren jetzt zum Teil noch einmal neu durchlaufen werden - so wie die am Dienstag abgenickte Offenlegung. Vorgesehen ist nun z.B. wieder eine Rückkehr der Lkw-Andienung zum Südosten des Marktgebäudes zwischen dem Discounter und der weiteren Bebauung an der Hohen Straße. Der Baukörper werde zudem rund 40 cm niedriger als der ehedem geplante Rewe, so Bauamtschef Kleindopp. Immerhin haben aber bereits alle Gutachter, die bisher zu dem Bauvorhaben am Waltringer Weg Stellung bezogen hatten, auch für dieses jüngste Projekt jetzt grünes Licht gegeben.

Die grundsätzliche Position zu der aktuellen Entwicklung formulierte Bürgermeister Dr. Martin Michalzik im Ausschuss. Wichtig sei, dass sich überhaupt ein Nahversorger an dieser Stelle niederlasse: „Netto ist besser als gar nichts“.

Nicht ohne kritische Anmerkung äußerte sich SPD-Fraktionschef Engelbert Gurka zu der Entwicklung. „Es ist leider nicht mehr das, was wir angestrebt haben“, äußerte er. Man habe einen Vollsortimenter mit der kompletten Frischepalette, mit Metzger, etc. gewollt, „und wir haben viel dafür gekämpft“. Dass jetzt ein kleinerer Markt dabei herauskomme, „ist schon traurig“, so Gurka.

Der SPD-Sprecher hinterfragte zudem, ob es Gründe dafür gebe, dass gerade Netto ansiedlungswillig sei, da diese Marke zur Edeka-Gruppe gehöre und hier der Gedanke naheliege, dass Edeka mit dem Discounter die Konkurrenz außen vor halten wolle.

„Welcher Betrieb dort zum Tragen kommt, haben wir nicht in der Hand“, erwiderte hierzu Bürgermeister Michalzik. Bei einer früheren Einigung des Grundstückseigentümers mit dem Investor und Rewe würde sich heute wohl ein anderes Bild zeigen. Jedenfalls meinte Michalzik: „Wenn die Beteiligten vor einem Jahr übereingekommen wären, würden wir heute im Rewe einkaufen“.

Im Fazit aber überwiegt vor Ort wohl tatsächlich die Freude darüber, dass überhaupt ein Nahversorger an den Waltringer Weg kommt und von hier aus das dicht besiedelte Umfeld versorgt. Zumal sich auch Discounter mit einem breiten Sortiment heutzutage sehr ansprechend präsentieren, wie der Bürgermeister in der Diskussion festhielt. Der Bauausschuss jedenfalls gab grünes Licht für das weitere Verfahren - einstimmig. -hütt

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare