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4G-Upgrade für die Landgemeinde

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Von: Martin Hüttenbrink

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Die Modernisierung der vier 4G-Antennen im Turm der Christuskirche. 
Die Modernisierung der vier 4G-Antennen im Turm der Christuskirche.  © Privat

Der schnelle 5G-Standard für den Mobilfunk ist bundesweit auf dem Vormarsch. Gegenwärtig konzentrieren sich die drei großen Anbieter Telekom, Vodaphone und O2 vor allem auf den Ausbau in den Zentren. Jüngste Arbeiten in Wickede zeigen immerhin, dass man sich hier „für den weiteren Netzausbau - unter anderem für eine künftige 5G-Aufrüstung“ vorbereitet, lässt jetzt o2 verlauten. Auf dem Sprung ist die Technologie vor Ort aber noch nicht.

Wickede – Im Kern der Arbeiten am Kirchturm der evangelischen Gemeinde standen jüngst weitere Ertüchtigungen. „Wir haben eine Antennenmodernisierung für ein noch besseres 4G-Mobilfunknetz in Wickede durchgeführt“, erläutert O2.

Das Kommunikationsunternehmen bestätigt die gegenwärtige Marschroute in Deutschland. „Nachdem wir im Oktober 2020 in den fünf größten deutschen Städten Berlin, Hamburg, München, Köln und Frankfurt gestartet sind, wird unser 5G-Ausbau in diesem Jahr Fahrt aufnehmen. Wir werden immer mehr Städte und Gemeinden mit dem schnellen 5G-Standard versorgen, auch in Nordrhein-Westfalen. Aktuell versorgen wir deutschlandweit 15 Städte mit 5G, darunter auch Münster, Essen, Düsseldorf und Bonn“, so der Provider.

Wickede wird aber wohl in absehbarer Zeit noch nicht dazugehören. Hier werden die Kunden vorerst weiter mit 4G oder einer optimierten Form dieses Standards unterwegs sein – und das wohl nicht nur bei Anbieter O2. Der versichert immerhin, dass man den Kunden durch die jetzt vorgenommene Antennenmodernisierung ein deutlich verbessertes LTE-Mobilfunknetz für digitale Anwendungen wie Social Media, Musik- und Videostreaming bieten könne.

5G muss auch das Endgeräte können

Insofern wird in eher ländlichen Regionen wie der Ruhrgemeinde, in der O2 über drei Standorte fürs Mobilfunknetz verfügt, absehbar eher der optimierte 4G-Standard das Höchste der Gefühle sein. „Allein im vergangenen Jahr haben wir im Kreis Soest rund 30 neue 4G-Anlagen in Betrieb genommen, um für eine bessere Flächenabdeckung und höhere Surfgeschwindigkeiten zu sorgen“, erläutert O2 – von diesem Ausbau profitiere auch Wickede.

Obwohl die großen Provider in die weitere 5G-Erschließung Deutschlands Milliarden stecken – Telefonica/o2 etwa will bis 2022 vier Milliarden Euro investieren –dürfte es also vor Ort auf absehbare Zeit noch keine 5G-Technologie geben. Die ist zwar noch um ein Vielfaches leistungsfähiger als 4G und ermöglicht damit zum Beispiel das autonome Fahren, weil mit 5G in Echtzeit gesteuert werden kann. Bis diese Technologien aber in eher ländlichen Regionen Einzug halten, wird es noch Jahre dauern.

Für den ganz normalen Mobilfunknutzer vor Ort ist 5G dagegen kaum notwendig. In der Firma oder daheim profitiert er per WLAN von Glasfaser und Co mit einer entsprechenden Leistungsfähigkeit. Und selbst der aktuelle 4G-Mobilfunk bietet die Option, sich zum Beispiel auf dem Marktplatz ein Video auf dem Handy anzusehen.

Wenn denn irgendwann 5G verfügbar wird, müssen natürlich auch die Smartphones in der Lage sein, diesen Standard zu verarbeiten. Zwar hat der Markt bei der Preisgestaltung seit Jahren eine enorme Dynamik entwickelt, gegenwärtig allerdings bewegen sich die meisten 5G-fähigen Modelle noch im teuren Preissegment.

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