1. Juni bis 15. Juli

Online-Befragung für's Radverkehrskonzept: Die heimischen Radler sind gefragt

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Die Ingenieure Olaf Timm und Anna-Maria Hennerkes werden auf ihren Rädern jetzt Wickedes Straßen und Wege erkunden. Die Erkenntnisse sind Basis für ein Radverkehrskonzept, zu dem Touristik-Beauftragte Ruth Hornkamp, Ordnungsamtsmitarbeiter Daniel Luig und Bürgermeister Martin Michalzik (v.l.) auf der Karte erste Informationen gaben.

Wickede – Wo wünschen sich Wickedes Radler Verbesserungen? Gibt’s Lücken im örtlichen Radwegenetz? Fehlen irgendwo Fahrradständer? Diese und weitere Fragen sind Thema einer Online-Befragung vom 1. Juni bis 15. Juli für alle heimischen Radler. Die Befragung ist Teil der Arbeiten für das Radverkehrskonzept der Gemeinde.

Das Ziel: Wickede (Ruhr) fahrradfreundlicher machen. Zwar sehen die Ingenieure Anna-Maria Hennerkes und Olaf Timm vom Münsteraner Planungsbüro nts die Gemeinde bereits jetzt auf einem guten Weg, schätzen die Fahrradnutzung in der Gemeinde auf rund 15 Prozent aller Fahrten, die mit einem Fahrzeug zurückgelegt werden.

Das liegt fünf Prozent über dem Bundesdurchschnitt, soll aber dennoch weiter zunehmen. Ziel: 25 Prozent. Münster übrigens bietet aktuell 43 Prozent Nutzungsgrad, Ziel dort sind sogar 50 Prozent. 

Das hat dort Tradition - unter anderem wegen des platten Landes, während bis zur E-Bike-Wende Wickede unter den Anhöhen der Haar litt. Der Fahrradmotor hat dem aber den Schrecken genommen. 

Jetzt soll auch hier der Anteil der Fahrradnutzung gegenüber anderen Fortbewegungsmitteln weiter zunehmen. Und das sowohl in der Freizeit als auch im alltäglichen Leben. 

Daher soll das Konzept auch nach Möglichkeiten suchen, wie heimische Arbeitgeber involviert werden können, um der Belegschaft neue Wege der Fahrt zur Arbeitsstätte zu eröffnen.

„Auf zwei Rädern neue Wege suchen“ - unter dieses Motto hat auch das Rathaus das gemeindliche als „Leader“-Projekt gestartete Radverkehrskonzept gestellt.

Am Mittwoch präsentierten Bürgermeister Martin Michalzik, die für den Fahrradtourismus zuständige Ruth Hornkamp und Daniel Luig vom Ordnungsamt die jetzt startenden Arbeiten zum Konzept. 

Umsetzungen ab Frühjahr 2021

Dabei werden die Verkehrsingenieure Anna-Maria Hennerkes und Olaf Timm vom Fahrrad aus die heimischen Wege abfahren und komplett filmen.

Im kommenden Frühjahr möchten sie dem Gemeinderat und den Bürgern einen Bericht vorlegen, an welchen Stellen und mit welchen Maßnahmen die Gemeinde fahrradfreundlicher werden kann. 

Anregungen aus der Gemeinde sollen dabei einfließen. So etwa der Wunsch des Gemeinderates, Radler von Spindel oder Bahnhofstraße gegen die Fahrtrichtung der beruhigten Hauptstraße in die Ortsmitte zu leiten.

Zudem erhofft sich die Gemeinde Argumentationshilfe gegenüber dem Kreis Soest als Verkehrsbehörde, wenn Radwegplanungen von kompetenten Verkehrsingenieuren kommen, die sich im Regelwerk besser auskennen als Rat und Verwaltung vor Ort.

„Eine breite Bürgerbeteiligung ist uns sehr wichtig“, unterstreicht Anna-Maria Hennerkes zur Online-Befragung, zur Rundfahrt mit ihr und zur Möglichkeit, eigene Ideen in das Konzept einzubringen.

Das wird auch bei einer örtlichen Rundfahrt möglich sein, zu der die beiden Ingenieure für 14. August alle Interessierten einladen.

Die Eindrücke sollen dann Ende September im Bürgerhaus in einer Ideenwerkstatt vertieft werden. Zur fachlichen Detailarbeit gehören darüber hinaus eine Verkehrszählung, Gespräche mit den Straßenbehörden, wie dem Kreis Soest und dem Land NRW für die Bundesstraßen und die Entwicklung von Bausteinen für ein Handlungskonzept.

Dem Gemeinderat obliegt die Entscheidung, welche der vorgeschlagenen Bausteine wann umgesetzt werden sollen. Bei einigen Maßnahmen sind hier auch Kreis und Land gefragt.

Aufgrund ihrer Erfahrung rechnen die Ingenieure mit einem Katalog zwischen 100 und 150 kleinen und großen Maßnahmen, die versehen mit einer Kostenschätzung vorgelegt werden; Aufgaben für einen längeren Zeitraum, der ab Frühjahr Schritt für Schritt abgearbeitet werden können.

Bürgermeister Martin Michalzik hofft, sich mit dem Büro nts „neue oder bislang übersehene Möglichkeiten für mehr Fahrradfreundlichkeit zu erschließen und von innovativen Ideen aus anderen Orten zu profitieren“. 

Jetzt komme es darauf an, „die möglichen Verbindungen zwischen Ortsteilen und Wohnquartieren und der Mitte der Gemeinde sicher zu markieren, damit wir auch hier Schritt für Schritt zu einer kleinen Verkehrswende beitragen können“. 

Das Radverkehrskonzept gehört zum 2018 entwickelten Zukunftsplan für Wickede (Ruhr) und wird mit rund 13 000 Euro aus dem europäischen „Leader“-Programm gefördert.

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