Schülerzahlen 

Gemeinde will auf drei Eingangsklassen reduzieren

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Die Melanchthon-Grundschule (hier ein Foto von der diesjährigen Einschulungsmesse) soll auch im kommenden Jahr mit zwei ersten Klassen starten, die Engelhardschule mit einer.

Wickede – Der neue erste Grundschuljahrgang im kommenden Jahr wird nur dreizügig. Das hat am Donnerstag die Gemeinde als Schulträger in Aussicht gestellt. Die Begründung klingt paradox: Weil zu wenige Kinder schulpflichtig werden, sollen mit jeweils 28 Mädchen und Jungen relativ große Klassen gebildet werden. Das letzte Wort dazu hat der Gemeinderat: Die Politiker sollen im Frühjahr entscheiden.

Die aktuelle Entwicklung überrascht insofern, als dass Schulrat Winfried Ebert im Oktober bei 88 schulpflichtigen Kindern von vier ersten Klassen gesprochen hatte. Allerdings wurden vier dieser Kinder an Grundschulen außerhalb Wickedes angemeldet. 

Die von Ebert seinerzeit skizzierte Mindestgröße von 15 Kindern pro Klasse wäre an der Engelhardschule gegenwärtig nicht zu erreichen, womit der Schulamtsdirektor einer Verminderung auf drei erste Klassen 2020 zustimmte. Mit dieser Reduzierung hat die Gemeinde als Schulträger die Überlegung verworfen, für einzelne Eltern die freie Schulwahl einzuschränken. 

Nachdem sich der Trend der vergangenen Jahre bestätigte und erneut ein erhebliches Ungleichgewicht bei den Anmeldungen an den beiden Grundschulen entstanden war, trug sich das Rathaus zunächst mit dem Gedanken, die Kinder der Siedlung „In der Chaussee“ fest der Engelhardschule zuzuweisen, um damit einen Ausgleich zu schaffen. Mit Nennung der tatsächlichen Anmelde

zahlen bestätigte das Rathaus am Donnerstag dieses Ungleichgewicht: „56 Kinder wurden an der Melanchthonschule und 28 Kinder an der Engelhardschule angemeldet“. Mit der von Schulamtsdirektor Winfried Ebert errechneten Vierzügigkeit hätte dies an der Melanchthonschule Klassenzahlen von jeweils 28 und damit doppelt so vielen Kindern wie in den Klassen der Engelhardschule bedeutet. 

Mit der Einzügigkeit dort ist die erste Klasse im neuen Schuljahr mit 28 Kindern nun genau so groß wie die beiden Eingangsklassen der Melanchthonschule. Diese Klassengrößen sind aber noch nicht in Stein gemeißelt. „An beiden Schulen könnte sich die Zahl noch dadurch verringern, dass in Fällen ausstehender Förderverfahren durchaus die Aufnahme in eine Förderschule für einzelne Kinder in Betracht kommt“, erläutert die Gemeinde. Dies würde die Dreizügigkeit 2020 festigen. 

Andererseits besteht aber „für die Engelhardschule noch die Aussicht, im kommenden Jahr zweizügig an den Start zu gehen, zum Beispiel, wenn noch Anmeldungen durch Zuzüge hinzukommen“, sagt Susanne Modler, im Rathaus Fachbereichsleiterin für Bildung. Besagte Zuzüge müssten sich dann aber auch für die Engelhardschule entscheiden, sonst würden die ohnehin großen Klassen der Melanchthonschule noch weiter belastet.

 Immerhin: Sollte es noch ausreichend Zuzüge für die Engelhardschule geben, stießen deren Erstklässler auf sehr komfortable Klassengrößen und mit deutlich unter 20 Kindern pro Klasse auf einen sehr günstigen Lehrer-Schüler-Schlüssel. 

„Ursächlich für die aktuelle Lage ist ein kleiner ,demografischer Knick’“, sagt das Rathaus zur aktuellen Situation. Der Einschulungsjahrgang 2020 zähle nur 88 Kinder, während es 2019 noch 110 Kinder waren und es sicher auch 2021 über 100 Kinder sein werden.

 „Dann dürften wieder vier bis fünf Eingangsklassen zu bilden sein. Damit ist auch klar, dass wir beide Grundschulen brauchen und betreiben werden“, so Susanne Modler. Außerdem spreche auch pädagogisch hinsichtlich eines guten Unterrichts und des Ganztagsbetriebes alles für überschaubare Schulgemeinschaften.

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