1. Soester Anzeiger
  2. Lokales
  3. Wickede

A46-Lückenschluss durchs Ruhrtal?

Erstellt:

Von: Martin Hüttenbrink

Kommentare

wickede-karte-Untersuchungsräume für den A46-Lückenschluss
Der aktualisierte Untersuchungsraum aus Unterlagen der GigA46 - hellgrün die zusätzlich unter die Lupe genommenen Gebiete, sattgrün die bisherige Zone für einen Korridor, blassgrün Bereich südlich des Luerwaldes, hier geht nichts.  © Straßen.NRW

Könnte die nächste Streckenplanung für den A46-Lückenschluss von Fröndenberg Richtung Wickede durchs Ruhrtal führen? Die Frage steht im Raum, nachdem noch einmal weitere Gebiete für eine mögliche Trasse unter die Lupe genommen wurden. Dabei kam eine so genannte Grobfilteruntersuchung auf zwei Optionen.

Wickede - Beleuchtet wird eine Nord-West-Umgehung von Menden und eine Südlinie von Hemer bis Hüsten zur B229 mit Anschluss an die A46. Das berichtet die Gegeninitiative GigA46 aus aktuell vorliegenden Unterlagen.

Der aktualisierte Untersuchungsraum sieht alternativ zu der bisher favorisierten Linie südlich Mendens nun auch den Bereich nordwestlich der Nachbarstadt vor. „Als Begründung wird angeführt, dass in diesem Bereich geringere Raumwiderstände für den Bau der Autobahn vermutet werden. Das hat Straßen.NRW in einer ersten Grobeinschätzung bereits geprüft und kommt zum Ergebnis, dass eine Nordwestumgehung von Menden ,als zumutbare und den Zielsetzungen des Bundesverkehrswegeplans entsprechende Alternative anzusehen ist‘“, zitiert die GigA46 aus einem Papier für den Arbeitskreis zur Umweltverträglichkeitsstudie.

Wenn das Stadtgebiet in dieser Form umgangen wird, stieße eine Trasse automatisch Richtung Fröndenberg und müsste dann zwangsläufig zwischen den beiden Städten hindurch Richtung Wickede führen. Damit rücken dann auch im Westen Bereiche wie Halingen, Bösperde und Schwitten in den Blick, bevor es über Barge/Niederbarge in das bisher bereits angepeilte Gebiet von Wimbern geht. 

Hier stehen seit Jahren verschiedene Überlegungen im Raum, wie eine Trasse den Echthauser Wald durchschneiden könnte, um dann mit einer Betonstelzen-Brücke durchs Ruhrtal an die A445 angeschlossen zu werden.

Eine weitere Ergänzung des Untersuchungsraumes verläuft wesentlich weiter südlich. Und zwar im Grobraum jener Trasse, die vor einem halben Jahrhundert für die Verbindung von Hemer bis Neheim angedacht war.

Zwar erkennt die Grobfilteruntersuchung, dass die ursprüngliche Idee eines Anschlusses am Neheimer Binnerfeld noch zu nah am südlichen Luerwald mit seinem besonderen Schutzbedarf liegt.

Rückt man die von Hemer aus gedachte Linie aber noch weiter nach Süden, lässt sie gar noch südlich von Eisborn, Holzen und Herdringen verlaufen, könnte sie dort an die B 229 andocken, um von hier aus nach rund zwei Kilometern auf die A46 zu stoßen.

Davon wären aber „auch die Mendener Ortsteile Hüingsen, Oberrödinghausen, Bösperde und Asbeck betroffen. Auch das soll im Rahmen der Umweltverträglichkeitsstudie vertiefend untersucht werden“, verweist die GigA46 jetzt auf die aktuellen Unterlagen. 

Das vor zwei Jahren angeschobene Dialogforum, mit dem endlich der Knoten für den Lückenschluss durchgeschlagen werden soll, hatte die Untersuchung weiterer Gebiete für eine potenzielle Trasse gefordert. Dies war als Vorstufe für eine Umweltverträglichkeitsstudie von Straßen NRW in Auftrag gegeben worden und liegt mittlerweile vor.

Die Anregung übrigens, die Autobahn nordwestlich Mendens zu führen, kam laut GigA46 vom Hochsauerlandkreis. Der würde damit das leidige Thema aus seinem Nordwestzipfel heraushalten.  

Für die GigA46 haben jetzt die Sprecher Stefan Neuhaus aus Menden und Lothar Kemmerzell aus Wickede Stellung zur jüngsten Entwicklung bezogen.

„Verkehrspolitischer Dinosaurier“

Da heißt es unter anderem: „Für den Bau der A46 konnte 50 Jahre keine menschen- und umweltverträgliche Trasse gefunden werden. Jetzt nimmt man einen zusätzlichen Bereich in die Planungen auf, der bisher offiziell gar keine Rolle spielte. Das ist eine vollkommen neue Entwicklung und zeigt: Wer heute noch die neue Autobahn befürwortet, kann sie morgen schon vor der eigenen Haustür haben.

Es wird immer deutlicher: Die A46 ist ein verkehrspolitischer Dinosaurier des letzten Jahrhunderts und wäre ein 19 Kilometer langer Borkenkäfer aus Beton. Sie muss endlich aus dem Bundesverkehrswegeplans gestrichen werden und Platz machen für eine zukunftsgerichtete und klimagerechte Mobilitätsplanung für unsere Region ohne Autobahn“.

Auch interessant

Kommentare