Zusammen mit "Benjamin Blümchen" 

Affe aus dem Kreis Soest wird zum Filmstar

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Diana Antoine und einige ihrer vierbeinigen Schauspieler: Star ist momentan zweifelsohne Berberaffe „Fritzchen“, der im Film „Alfred“ heißt.

Berberaffe „Fritzchen“ aus Echthausen ist ein Schauspieler. Seit dem 1. August ist er gemeinsam mit Kult-Elefant „Benjamin Blümchen“ im Kino zu sehen. Tiertrainerin Diana Antoine vom Show-Service Diana hat den Affen auf seinen Kinoauftritt vorbereitet.

Wickede - Als das Drehbuch für den Film „Benjamin Blümchen“ bei den Antoines in Echthausen eintraf, herrschte Verwirrung. Karl Antoine, der Vater von Tiertrainerin Diana, erinnert sich: „Fritzchen sollte über eine Wiese laufen und in einem Wald verschwinden. Das funktioniert natürlich nicht.“

Karl Antoine hat zum Telefonhörer gegriffen und den Produzenten angerufen. Es war ein kurzes Gespräch. Der Produzent hatte vergessen den Antoines mitzuteilen, dass „Fritzchen“ gar nicht in einer echten Zoo-Kulisse dreht, sondern vor einer grünen Wand – einem sogenannten Greenscreen – in den MMC-Studios in Köln. Seine Szenen wurden später in den Film hineingeschnitten. Eine echte Begegnung mit „Benjamin Blümchen“ gab es für „Fritzchen“ nicht, denn den sprechenden Elefanten gab es nur als Computer-Animation.

Berberaffe trainiert für seine Rollen

Für „Fritzchen“ war der Greenscreen eine neue Herausforderung. Dabei hat der Affe schon in einer handvoll Produktionen mitgewirkt. Zuletzt bei der niederländischen Kinoproduktion „Apenstreken“ (deutsch: Affenstreiche). Diana Antoine hat den Affen auch dieses Mal auf die Rolle vorbereitet. Dabei ist „Fritzchen“ mittlerweile ein Profi, aber auch Profis müssen in der Übung bleiben. „Früher sind wir mit ihm viel Auto gefahren“, erinnert sich Diana Antoine, „das hat er sich gemerkt. Deswegen müssen wir das jetzt nicht mehr machen.“

Mit kleinen Scheinwerfern lassen sich die Studio-Bedingungen gut nachstellen, erklärt Diana Antoine. „Fritzchen“ ist noch jung, „ein Halbstarker“, fügt Rita Antoine hinzu. Der Berberaffe ist erst neun Jahre alt. „Berberaffen können zwischen 40 und 45 Jahre alt werden“, erzählt Rita Antoine. „Fritzchen“ ist einer von drei Berberaffen, die bei den Antoines leben. Sie alle wurden von ihrer Mutter verstoßen. „Fritzchen“ stammt aus einem französischem Tierpark.

„Fritzchen“ und Benjamin Blümchen.

Rita und Karl Antoine haben den Show-Service gegründet. Geleitet wird er mittlerweile von Tochter Diana. Die Tiere leben mit auf dem Anwesen in Echthausen

Dabei war „Fritzchen“ gar nicht das einzige Tier von Diana Antoine, das im Film „Benjamin Blümchen“ mitgewirkt hat. Ziege „Mia“, die bereits in einem Tatort zu sehen war, die Kamele „Momo“ und „Mogli“, ein Stachelschwein und Schildkröten waren auch dabei.

Immerhin musste für den Film ein ganzer Zoo bestückt werden. Denn „Benjamin Blümchen“ und sein menschlicher Freund „Otto“ müssen einen Zoo retten. Dort dürfen sich die Tiere frei bewegen, aber Zora Zack, gespielt von Heike Makatsch, will teure Appartements errichten und die Zootiere in Käfige einsperren. „Benjamin Blümchen“ und „Otto“ wollen das verhindern – selbstverständlich mit der Hilfe von „Fritzchen“ und seinen Freunden.

In dem Film ist „Fritzchen“ übrigens als Alfred zu sehen. Ein veränderter Name für das Kino gehört zu einem echten Schauspieler einfach dazu.

Diana Antoine lobt den Regisseur des Films für seine Geduld. Der Dreh mit Tieren sei wie der Dreh mit Kindern. „Die Drehs müssen spielerisch absolviert werden und die Tiere brauchen ausreichend Pause. Da müssen wir Tiertrainer konsequent sein“, sagt Diana Antoine.

Lange Drehtage sind anstrengend für Tiere 

Ein Drehtag ist lang: Los geht es regelmäßig um 7 Uhr am Morgen, dann wird bis 22 oder 23 Uhr gedreht. Diana Antoine begleitet und unterstützt ihre Tiere bei den Filmaufnahmen. Keine einfache Aufgabe, denn die Szenen werden jeweils aus vielen verschiedenen Perspektiven gedreht. Von Januar bis Mai standen „Fritzchen“, „Mia“, „Momo“ und „Mogli“ vor der Kamera.

Zwar hatten die Antoines eine große Garderobe, aber am Abend ging es stets wieder nach Hause. „Die Autobahn von Köln nach Dortmund habe ich lieben gelernt“, sagt Diana Antoine, „aber für die Tiere ist es einfacher, wenn sie in ihrer gewohnten Umgebung übernachten können.“

Die Antoines sind Fans der Serie „Alles was zählt“, die ebenfalls in den MMC-Studios gedreht wird. „Fritzchen“ hielt dort den gesamten Betrieb auf. „Alle Schauspieler waren begeistert von dem Affen“, sagt Diana Antoine. Und die Antoines waren begeistert von den Schauspielern. Mit einem lauten „Töröööö!“ verabschiedet sich „Fritzchen“ nicht, das überlässt der Berberaffe seinem virtuellen Schauspiel-Kollegen „Benjamin Blümchen“. „Fritzchen“ schweigt lieber und genießt das Rampenlicht. Denn als Belohnung gibt es schließlich Hasel- und Walnüsse.

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