Trockenheit

Nach den Fichten sterben die Buchen

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Einst so mächtige und solide Laubbäume wie diese Buche folgen nach mehrjähriger Trockenheit den Nadelgehölzen in den Tod.

Wickede – Da staunt der Laie: Ein Rätsel im Wald! Für den Fachmann ist natürlich keine Frage, was des Rätsels Lösung ist. Aber von Anfang an: Da starten zwei Wickeder jüngst zum Gang durch den Werler Wald, um bereits an der Grenze zwischen der Ziegenhude und eben jenem Forst auf zwei mächtige, in den Himmeln ragende Buchenstämme zu treffen. Die sind aber nach rund einem Dutzend Metern glatt abrasiert worden.

Was nun will uns der Fachmann damit sagen? Sind die Stämme etwa als Ansitz für die Raubvögel des Reviers gedacht? Oder wurde der Stamm erhalten, weil an ihm eine Plakette des Wanderweges RundWickede angebracht ist? 

Weder noch, erklärt Jürgen Staubach, Leiter des Kommunalbetriebs in Werl. Das Kappen der Kronen war vielmehr ein Zugeständnis an die Passanten im Wald wie etwa die Wickeder Bevölkerung, die den Weg rege für kleine Ausflüge ins Grüne nutzt.

Zwar gelte für den Besitzer des Waldes üblicherweise nicht die Verkehrssicherungspflicht, müsse der Spaziergänger im Forst vielmehr mit „waldtypischen Gefahren“ und daher auch mit herabstürzendem Totholz rechnen. 

Weil die Buchenkronen an der Ortsgrenze aber an einer besonders stark frequentierten Stelle stehen, habe man entschieden, die Kronen abzusägen, um eine etwaige Gefährdung von Fußgängern zu vermeiden. 

Die gut 100 Jahre alten Stämme indes habe man als klassisches Spechtgehölz stehen lassen. „Und man kann schon sehen, dass der Specht da richtig dran arbeitet“, freut sich Jürgen Staubach. 

Weniger freut ihn allerdings, dass nicht nur diese Stämme in jüngerer Vergangenheit abgestorben sind. Vielmehr haben gleich etliche dieser typischerweise als eine der solidesten heimischen Baumarten geltenden Buchen nicht überlebt. 

Verantwortlich dafür sind mehrere Faktoren. Zu ihnen zählt der Leiter des Kommunalbetriebs etwa die Buchenkomplexkrankheit, die als Nachwirkung der Trockenheit in den vergangenen Jahren wie auch im laufenden Jahr zu betrachten sei. 

Nachdem das Nadelholz unmittelbar auf die Unterversorgung mit Wasser reagiert habe, ziehe die Buche jetzt nach. Etliche befallene Bäume seien bereits gefällt worden. Jürgen Staubach spricht für den Werler Wald von rund 250 Festmetern. „Und wir befürchten, dass da noch einiges kommt...".

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