Betreuungszeiten

Eltern und Kitas hängen in der Luft

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Ab Montag gibt es in den Kindertagesstätten in NRW nur noch einen eingeschränkten Betrieb.

Corona setzt nicht nur weiten Teilen der Wirtschaft zu, sondern insbesondere auch Eltern betreuungspflichtiger Kinder.

Wickede - Und die hängen wie auch die Kitas in diesen Tagen in puncto Informationen ziemlich in der Luft, müssen aber gleichzeitig Entscheidungen treffen. Das Rathaus etwa fragt in einem für Freitag avisierten Elternbrief das ab Montag gewünschte Betreuungsmodell ab. 

Dabei hatte der Appell von NRW-Familienminister Joachim Stamp von Mitte Dezember, Mädchen und Jungen wenn möglich nicht in die Kita zu schicken, vor Ort durchaus Resonanz gefunden.

Aus dem jüngst noch um eine Gruppe erweiterten Kindergarten Echthausen etwa wurden am Donnerstag gerade mal 16 betreute Kinder gemeldet, in Wiehagen war es „eine Handvoll“, so das Rathaus. 

Angesichts der aktuell ankündigten Streichung der Betreuungsmodelle um jeweils zehn Wochenstunden möchte die Gemeinde nun für die beiden kommunalen Einrichtungen in Erfahrung bringen, wie sich die Betreuungssituation ab Montag darstellt. Am Donnerstag sei ein Elternbrief auf den Weg gebracht worden, um das zu erfragen. 

Ganz gleich, wie viele Kinder ab Montag in den kommunalen Kitas betreut werden: Personell wird es keine Einschränkung geben, so Rathaus-Pressesprecher David Adrian. Vielmehr werde kleinere Gruppen gebildet, bleibt der bisherige Personalaufwand erhalten.

Inwieweit sich die Elternbeiträge für die Betreuung ändern - bei dieser Frage hängen alle Einrichtungen derzeit noch in der Luft, dies sei zwischen dem Land und den Jugendämtern zu klären, die Kitas selbst sind hier außen vor.

Glücklicherweise. Denn neben allen gegenwärtigen Unwägbarkeiten auch noch um die Beitragsgestaltung kümmern - das würde die einzelnen Tagesstätten wohl überlasten. 

Ohnehin rechnet beispielsweise Irene Kollmer, Leiterin der Kita „MiniMax“ in Wimbern, wieder mit einem turbulenten Wochenende. Je nachdem, was die Politik bis dahin vorgebe, werde es sicher wieder diverse Fragen und Regelungsbedarf in der Elternschaft geben, der dann telefonisch oder auf anderen Wegen aufkommt. 

In Wimberns Einrichtung hatten nach dem Regierungsappell im Dezember rund 50 Prozent der Eltern ihre Kinder daheim gelassen. Irene Kollmer geht davon aus, dass ab Montag wieder mehr Kinder kommen, da nicht zuletzt berufstätige Eltern nach Weihnachtspause und Ferien wieder auf die Betreuung angewiesen sein werden.

Fragen aus der Elternschaft in dieser Woche konnten aber noch nicht konkret beantwortet werden - so auch jene nach einer eventuellen Ausweitung der Kinderkrankentage um weitere zehn Tage. Auch hierzu hofft Irene Kollmer auf eine baldige Aussage der Politik. Zum Stand am Donnerstag jedenfalls erklärte die Leiterin: „Ich kann den Eltern noch keine verbindliche Auskunft geben“.

Das gilt natürlich auch für die kirchlichen Einrichtungen vor Ort. In allen drei Kindergärten war nach dem Dezember-Appell die Zahl der täglich zu betreuenden Kinder auf etwa ein Viertel gesunken.

Die Familien hatten nach Kräften dazu beigetragen, den Aufruf des Landes zu erfüllen und ihren Beitrag zur Corona-Eindämmung zu leisten. „Die Eltern haben das ganz toll gemacht“, blickt stellvertretende Leiterin Annette Rosky im Josefskindergarten auf die vergangenen Wochen zurück.

Doch gegenwärtig hängen natürlich auch die kirchlichen Einrichtungen in der Luft. „Wir warten stündlich auf Nachricht von unserem Träger“, berichtet Erzieherin Rosky am Donnerstag zur Frage, wie denn nun in den Kindergärten St. Josef, St. Antonius und St. Marien das Programm ab Montag aussehen soll.

Fakt sei, dass es kein Betretungsverbot wie ehedem geben werde. Offen bleibe aber nach wie vor, ob und wie die Eltern ein möglicherweise gekürztes Stundenkontingent in Anspruch nehmen, sagt Annette Rosky.

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