Neue Schulsozialarbeiterin für eine Zielgruppe von über 2 000 Menschen

Hoffnungsvoller Blick auf die neue Zusammenarbeit für die große Schulgemeinde vor Ort: Anne Schneidermann (M.) mit den Schulleiterinnen Brigitte Tavus (l.), Delia Heck (r.), mit Sekundarschulleiter Peter Zarnitz und Fachbereichsleiterin Susanne Modler. - Foto: Hüttenbrink

Wickede - Längst nicht jede Schülerin, nicht jeder Schüler, deren Eltern oder auch die Mitglieder der Wickeder Lehrerkollegien haben ein Anliegen, mit dem sie sich an die heimische Schulsozialarbeit wenden. Das Potenzial dieser Zielgruppe aber ist enorm: Für 700 Grund-, Haupt- und Sekundarschüler, damit rund 1 400 Eltern plus die komplette Lehrerschaft der Gemeinde ist die Fachkraft Ansprechpartner. Seit Montag stellt sich die 24-jährige Anne Schneidermann aus Hemer dieser Aufgabe in Wickede.

Auch die Bandbreite ihrer Betreuungsarbeit ist enorm: Wenn’s zwischen Schüler und Lehrer mal „Stress“ gibt, wenn jemand nach einer versiebten Mathearbeit Angst vor Zuhause hat, wenn Lehrer Hilfe brauchen, weil eines der Kinder auffällig in den Leistungen absackt, wenn der erste Liebeskummer kommt - oder eine Schwangerschaft, wenn es Probleme mit Drogen gibt oder man „einfach mal quatschen“ will ebenso bei allen Fällen, wenn das Geld nicht reicht für Bücher, Hefte, die Klassenfahrt oder den Ausflug und hier z.B. Gelder nach dem Bildungs- und Teilhabepaket helfen können - immer dann ist Anne Schneidermann eine passende Anlaufstation; und das jeweils ganztägig donnerstags in der Engelhard-, freitags in der Melanchthonschule und montags bis mittwochs am Schulstandort an der Ludgerusstraße, wo die Sozialarbeiterin und Sozialpädagogin mit Bachelor und Zusatzausbildungen ein festes Büro hat.

Erfahrungswerte und Statistiken, wie stark diese Stelle in den vergangenen Jahren in Wickede gefragt war, gibt es nicht. Der Trend aber verweist auf einen wachsenden Bedarf. „Schule ist vom Halbtags-Lernort zu einem Lebensort geworden“, beschreibt Anne Schneidermann gewandelte Rahmenbedingungen. Damit wachse die Aufgabe, Schule zu einem Ort zu machen, den die jungen Menschen gerne aufsuchen, „an dem sie für ihr Leben lernen, Entscheidungen zu treffen und Konflikte zu lösen“. Hier möchte die 24-Jährige mit ihrer Arbeit als Anlaufstelle, Beraterin, Katalysatorin und Schnittstelle zwischen Grund- und weiterführender Schule helfen. Gespräche, Diskussionen, aber auch Projektarbeit, die sie nicht zuletzt gerne mit sportlichem Akzent versehen möchte, werden dabei helfen. Zur „Lage vor Ort“ kann die neue Fachkraft verständlicherweise noch nicht viel sagen - eine Analyse der Strukturen, aus der möglicherweise auch Änderungs- oder Verbesserungsvorschläge erwachsen, wird daher zu ihren ersten Schritten gehören. Sicher ist sich Anne Schneidermann aber immerhin schon mal in einem Punkt: An der neuen Herausforderung in Wickede mag sie gerade die Abwechslung in der Altersstruktur, die ja immerhin vom Erst- bis zum Zehntklässler, vom Sechs- bis zum 16-Jährigen reicht.

Ob die Aufgabe mit einer Kraft alleine überhaupt zu bewältigen ist? Die Schulleiter Delia Heck, Brigitte Tavus und Peter Zarnitz ließen gestern durchaus Sympathien für den Gedanken erkennen, dass Anne Schneidermann in künftigen Jahren vielleicht noch Unterstützung bekommt. Andererseits aber ist man erst einmal froh, die aktuelle Konstellation einer Vollzeitkraft erreicht zu haben. „Super“, meint Brigitte Tavus, „das muss man erst einmal anerkennen“, freut sich auch Delia Heck über die 39-Wochenstunden-Stelle, die mit einer Mischfinanzierung aus kommunalen und Landesmitteln sowie Geldern des Bildungs- und Teilhabepaketes bestritten wird.

Die Freude wundert nicht, denn Vorgänger Lars Günzler, der als erster Schulsozialarbeiter vor 14 Jahren in der Gerkenschule als Teilzeitkraft begann, hatte gerade mal je zwei Wochenstunden an den Grundschulen. Ihm folgte (mittlerweile bereits in Vollzeit) Ende 2016 Katja Kolle, die aber aus persönlichen Gründen nach sechs Wochen das Verhältnis beendete. Jetzt blickt man den Schulen und im Rathaus hoffnungsvoll der Zusammenarbeit mit Anne Schneidermann entgegen, die in den ersten beiden Tagen übrigens auch bereits die ersten Gespräche mit Schülern geführt hat.

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