Bildungspolitik

Düsseldorf signalisiert mehr Sicherheit für kleine Sekundarschulen

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Wickedes Sekundarschule: Aus Düsseldorf kommen jetzt positive Signale der Regierungsparteien, mit einer Gesetzesänderung künftig die Zweizügigkeit nicht nur im Rahmen einer Ausnahmeregelung zuzulassen.

Wickede – Der Bestandsschutz für die Sekundarschule soll erhöht werden. Darauf lässt ein Schreiben aus Düsseldorf an die Gemeinde schließen. 

Noch schreibt das NRW-Schulgesetz für Sekundarschulen mindestens eine Dreizügigkeit mit 25 Schülern pro Klasse vor. Diese Zahlen wurden in den vergangenen Jahren aber nicht immer erreicht - sowohl vor Ort als auch anderswo.

Dass dennoch der Schulbetrieb weiter genehmigt wurde, basiert bisher auf Ausnahmegenehmigungen. Doch betroffenen Kommunen wie Wickede (Ruhr) wollen eine Gesetzesänderung erreichen, mit der auch die Zweizügigkeit abgesegnet ist. 

Hierzu kommen jetzt erfreuliche Signale aus Düsseldorf. „Bis Ende 2019 winkt schulrechtlich eine Planungssicherheit für die Sekundarschule in Wickede (Ruhr), aber auch in anderen ländlichen Gemeinden“ - das entnimmt Bürgermeister Dr. Martin Michalzik jetzt einem Schreiben des Vorsitzenden der CDU-Fraktion im Landtag Nordrhein-Westfalen, MdL Bodo Löttgen sowie einem Anruf aus dem Büro von MDL Christoph Rasche, Vorsitzender der FDP-Landtagsfraktion. 

Im Mai habe er elf Amtskollegen aus Gemeinden und Städten in NRW zu einem gemeinsamen Aufruf an die Regierungsfraktionen im Landtag zusammengebracht, erläutert Wickedes Bürgermeister zum Hintergrund.

 „Viel Geld investiert“

 „Unser zentrales Anliegen ist“, so Michalzik, "dass wir Gemeinden sind, die in den letzten Jahren viel Geld in Sekundarschulen investiert haben. Wir stellen aber fest, dass es aktuell nicht verlässlich gelingt, alle neuen Jahrgänge mit drei Parallelklassen zu starten, wie es das NRW-Schulgesetz fordert“. 

Für viele junge Eltern sei die neue Schulform der Sekundarschule mit ihren Möglichkeiten noch nicht vertraut. Auch die Gesamtschule habe einen langen Anlauf gebraucht, um sich in der Gesellschaft zu verankern. 

Martin Michalzik: „Unsere Schule ist aber auch zweizügig ein unverzichtbarer Faktor für den Ort. Daher braucht das NRW-Schulgesetz eine Änderung, die auch zweizügige Sekundarschulen zulässt. Auch stellen wir fest, dass im Laufe der ersten Schuljahre die Jahrgänge durch Schulwechsler anwachsen“. 

Bislang konnte die Sekundarschule Wickede (Ruhr) in den letzten drei Jahren mit einer Ausnahmeregelung der Bezirksregierung starten, erinnerte der Ratshauschef an die Vorgeschichte. 

Im Februar hätten Enses Bürgermeister Hubert Wegener, Michalzik sowie die örtlichen CDU-Vorsitzenden Thomas Fabri und Sylvia Klein dann in einem 90-minütigen Gespräch in Düsseldorf NRW-Schulministerin Gebauer die Situation der Schulträger dargelegt.

„Vermittelt hatte den Termin der heimische Landtagsabgeordnete Heinrich Frieling“, so Martin Michalzik, der anschließend den gemeinsamen Vorstoß mit ähnlich besorgten Bürgermeistern organisierte. 

Umsetzung 2020/21 in Aussicht gestellt

Löttgen greife die Düsseldorfer Begegnung und vor allem weitere politische Beratungen auf Fach- und Landtagsebene auf. Er schreibe, dass in den vergangenen Monaten intensive Gespräche stattgefunden hätten, „in deren Ergebnis wir davon ausgehen, dass die Landesregierung nach Ende der parlamentarischen Sommerpause einen entsprechenden Gesetzentwurf in den Landtag einbringen wird“, zitiert Michalzik den CDU-Fraktionschef. 

Ziel müsse es sein, den Schulträgern für die Planungen für das Schuljahr 2020/21 Handlungssicherheit zu geben. „Ich versichere Ihnen, dazu stehen wir!“, schließe Löttgens Schreiben.

„Das ist für uns in Wickede (Ruhr) und auch für die Kolleginnen und Kollegen ein lange erwartetes, positives Signal als Schulträgergemeinden“, kommentiert Michalzik in einer ersten Reaktion die Nachricht aus Düsseldorf. 

Gerade für Gemeinden, in denen eine Sekundarschule die einzige weiterführende Schule am Ort ist, habe sie für die Bildungschancen der jungen Leute aus dem Ort, für die Attraktivität der Gemeinde als Wohnstandort und auch als Anknüpfungspunkt für ein Netzwerk zu Ausbildungsbetrieben und Vereinen am Ort große Bedeutung.

Derzeit besuchen 370 Schülerinnen und Schüler die heimische Sekundarschule. Die Bildungsstätte ist für die 12 000 Einwohner zählenden Gemeinde die einzige weiterführende Schule. Sie wurde mit einem Investitionsaufwand von rund acht Mio. Euro in den zurückliegenden Jahren modernisiert.

„Wie von Land und Bund gefordert“

Die Kommune habe ihre Schule mit einem neuen Lehr- und Laborgebäude, Ganztagsbereichen, digitalen Infrastrukturen und einem Forum als Aula und Mehrzweckbereich „für eine zeitgemäße Bildung so aufgestellt, wie es von Landes- und Bundespolitik immer wieder gefordert wird“, so Bürgermeister Martin Michalzik und Schulleiter Peter Zarnitz.

Der neue fünfte Jahrgang starte jetzt zweizügig mit 50 Jungen und Mädchen, darunter zehn aus Menden. Der Eingangsjahrgang aus dem Schuljahr 2017 begann sogar nur mit 42 Schülerinnen und Schülern, ist aber durch Schulwechsel mittlerweile auf 52 junge Leute angewachsen.

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