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Diese Fällaktionen plant die Gemeinde jetzt

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Von: Martin Hüttenbrink

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Bürgermeister Michalzik (r.) und Bauhofleiter Kräenfeld verweisen auf die Zuckerahorn-Bäume gegenüber der Engelhardschule, die bald gefällt werden. © Martin Hüttenbrink

Vor Beginn der Frühjahrs-Fällaktionen gibt die Gemeinde jetzt einen Überblick, wo welche Bäume und Büsche beseitigt werden. "Die für die kleine Gemeinde üppigen öffentlichen Grünbereiche und insbesondere die dürren Sommer fordern rechtzeitig teilweise erhebliche Maßnahmen in der Landschaftspflege der Kommune", sagt dazu Bürgermeister Martin Michalzik.

Wickede - Ziel sei es, langfristig Bestände zu sichern oder gefährdete Bereiche durch neue, stabilere und klimafeste Planzungen aufzuwerten. "Der vermeintliche Kahlschlag, den manche Bürger rasch vermuten, erweist sich mit der nötigen Perspektive als Verbesserung", so Michalzik.

Die Baumkontrolle 2020 habe über das gesamte Gemeindegebiet aufgezeigt, dass Bäume vermehrt Wipfeldürren aufweisen oder durch Wassermangel, Pilzbefall und verschiedene bakterielle Krankheiten komplett abgestorben und gefährlich sind.

"In den bereits stark gelichteten Altbaumbeständen im Hövelwald und in der Erbke sind zur Verkehrssicherung an Wanderpfaden und entlang von Schulwegen leider weitere, durchaus umfangreiche Entnahmen von vertrockneten Einzelbäumen und von 'Käferholz' erforderlich. Insbesondere Lärchen leiden unter dem Vorrücken des Borkenkäfers. Dem stehen abschnittsweise Neupflanzungen auf den Windwurf- und Käferholzflächen im Bereich Hövelwald während der kommenden drei Jahre gegenüber", kündigt die Gemeinde an.

Auch entlang des Industriegebietes Westerhaar müssten im Waldgebiet zwischen den Straßen Am Stadtwald und Otto-Hahn-Straße in Abschnitten die inzwischen groß gewachsenen Bäume fallen.

"Diese Bestände sind stark gefährdet, weil ihnen die durch Stürme kahlgeschlagenen Fichten-Flächen fehlen. Einige Bäume liegen bereits im Bestand oder drohen bei nächsten Stürmen auf die Grundstücke oder Gebäude der angrenzenden Industriebetriebe zu stürzen. Eine Rodung der Fläche ist unausweichlich", sagt Bürgermeister Michalzik und kündigt eine neue Mischbepflanzung mit Sträuchern und verschiedenen Laubbaumarten an, mit denen ein stabilerer und ökologisch wertvollerer Gehölzstreifen als bisher geschaffen werden soll.

Als landschaftspflegerische Maßnahmen sind Rückschnitte von Landschaftshecken vorgesehen. Sie sind bereits am Radweg Wickede-Wiehagen und in anderen Bereichen Wiehagens erledigt oder in Arbeit. Auch am Wimberner Bach im Bereich Schützenhalle und Wiesenstraße finden durch den Bauhof Rückschnitte statt, "um ein Auswuchern von Gehölzen zu vermeiden und zugleich die Vitalität der Bestände zu stärken".

Das Rathaus zählt zudem weitere Einzelmaßnahmen auf, die entweder noch dieses Frühjahr oder im Herbst 2021 anstehen. An der Fröndenberger Straße/Einmündung Bergstraße sei eine instabile Böschungsbepflanzung einschließlich abgestorbener Bäume zu beseitigen. Dies werde ein größerer Eingriff durch einen Dienstleister und gehe einher mit halbseitiger Straßensperrung und Lichtzeichenanlage.

Ein Sicherungsschnitt erfolge in Wiehagens Grünanlagen an der Wickeder Straße von der Einmündung „Vollenberg“ bis zur Auffahrt zum Kindergarten, um Totholz, instabile Böschungsbepflanzung und abgestorbene Bäume zu beseitigen; auch dies durch einen Dienstleister mit halbseitiger Sperrung und Ampelregelung.

Ein Rückschnitt mit Aufweitung finde am Fußweg “Kleine Trift“ in Wiehagen Richtung Landstraße (L 732) statt, um die zugewachsenen Straßenbäume wieder freizustellen - dies ist für Herbst 2021 angekündigt.

Die Fällung einer schlagreifen Pappel im Strullbachtal an der L732 stehe an. Der Baum habe beim Sturmtief „Kirsten“ im August durch einen großen Astausbruch bereits erheblichen Sachschaden an einem Lkw verursacht.

An der Kirchstraße werden gegenüber der Engelhardschule vier Zuckerahorn-Bäume gefällt, die durch Wipfeldürren und Windbruchgefahr an der Straße eine Gefahr darstellen. Ihnen folge eine Ersatzpflanzung mit einer anderen Baumart.

An der Ecke Bahnhofstraße/Marktplatz müsse eine absterbende Akazie, die durch einen Anfahrschaden und Pilzbefall betroffen ist, gefällt werden, um die Verkehrssicherungspflicht einzuhalten. "Auch am Bürgerhaus kränkeln die alten Eichen im Hochbeet seit Jahren", hier müsse ein Baum fallen.

Gegenüber der Kapelle in Schlückingen werde es eine Kronenpflege mit Beseitigung von Totholz geben, dort komme es zur Vollsperrung der K18.

In der Friedhofstraße müsse eine im Sommer 2020 halbseitig abgestorbene Linde weichen. "Eine Ersatzpflanzung ist aufgrund der zahlreichen Leitungen im Gehweg dort nicht mehr möglich".

An den Teichen im oberen Lanferbachtal finde der wiederkehrende Rückschnitt der Kopfweiden durch den Bauhof statt.

Am Friedhof Echthausen erfolge eine Baumpflege, hier müsse ein Zuckerahorn im Eingangsbereich fallen, der starke Wipfeldürren und verstärkten Mistelbesatz zeigt. "Diese Baumart ist nicht rückschnittverträglich. Eine Kappung wäre ein Fällen auf Raten, so die Verwaltung". Nachfolgend gebe es eine Ersatzpflanzung an anderer Stelle.

Die Ausführung dieser Maßnahmen sind durch externe Baumpfleger, Forstunternehmer und den Bauhof geplant. "Die Arbeiten erfolgen nach Dringlichkeit, Witterung und Verfügbarkeit", so die Verwaltung.

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