Immobilienmarkt

Wer will das Böse Ufer kaufen?

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Die Waldfläche links vom senkrecht verlaufenden, von Bäumen gesäumten Weg steht zum Verkauf.

Wickede – Das Böse Ufer ist zu verkaufen. Und nicht nur der Steilhang zur Ruhr, sondern auch der gesamte Hövelwald zwischen Ruhr und Waltringer Weg. Alles, was östlich des Gehweges zwischen Rollschuhbahn und ASV-Heim liegt, bietet der private Eigentümer gegenwärtig an.

Interessenten haben sich bereits gemeldet, einen Zuschlag hat es aber noch nicht gegeben. Gemeinsam mit den über 110 000 Quadratmetern der ehedem dicht bewaldeten Forstfläche ist noch ein weiterer Baumbestand in Wickede zu haben: Gut 11 000 Quadratmeter des Hanges zwischen der Bergkapelle und der Fröndenberger Straße. 

Für beide Flächen mit einer Gesamtgröße von etwa 122500 Quadratmetern ruft der beauftragte Immobilienmakler als Preis eine Summe von 155000 Euro auf. 

Die größere der beiden Forst-Immobilien zwischen Bösem Ufer und Waltringer Weg „beinhaltet eine größere Freifläche und ist bestockt mit junger europäischer Lärche und japanischer Lärche als Überhalt sowie einem Laubholzmischbestand“, heißt es in der Beschreibung. 

Die Flurstücke in Wiehagen „sind mit einem Stieleichen-Birken-Mischbestand sowie einem Bergahorn-Stieleichen-Mischbestand bestockt“. 

So verlockend das Angebot im ersten Moment vielleicht klingen mag, so schwierig sind die Forstflächen aber offenbar zu veräußern. Laut Makler sind sie jetzt seit etwa einem viertel Jahr auf dem Markt. 

Und wenn es auch schon Interessenten gegeben haben mag, so offenbar noch niemanden, der konkret zugegriffen hat. „Der Verkauf hängt davon ab, wie schnell jemand ja sagt“, so der Makler, der die Käuferprovison mit 8900 Euro beziffert.

Waldbesitz heute: Eher Last als Lust 

Der zähe Vermarktungsfortschritt ist nachvollziehbar. Waldbesitz ist in diesen Zeiten eher Last als Lust. Nicht genug damit, dass Trockenheit, Stürme und Käfer zum Baumsterben führen.

Zudem sind Waldbesitzer auch gehalten, ihren Bestand wieder aufzuforsten, wobei eine Aufforstung mit höherwertigen Bäumen mittlerweile nicht mehr als Öko-Ausgleichsmaßnahme und insofern wirtschaftlich gewinnbringend genutzt werden kann und damit in erster Linie Kosten verursacht. 

Auch für die Kommune etwa wäre der Kauf der Flächen in erster Linie ein Kostenfaktor. Und der beschränkt sich nicht auf den Kaufpreis von 155 000 Euro. Durch Pflege- und Hegemaßnahmen dürften noch erheblicher Mehraufwand entstehen, Geld, das die Kommune anderweitig besser anlegen kann. 

Solange die besagten Flächen planerisch zu nichts anderem als der Forstwirtschaft genutzt werden können, dürften sie in erster Line für benachbarte Waldbesitzer zur Arrondierung ihrer eigenen Bestände interessant sein. Zugeschlagen hat aber bisher niemand.

Den Bürger wird’s nicht weiter stören: Er kann die Flächen für Spaziergänge nutzen, ganz gleich, wem sie gehören. Wobei sich allerdings etwa die Wege am Bösen Ufer und an der Dicken Buche durch Sturmbruch und Brombeerbewuchs für den Spaziergang längst nicht mehr so anbieten, wie dies noch vor einigen Jahren der Fall war.

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