Wahlkampf

BG will CDU/FDP-Mehrheit knacken

Wollen als Team die Mehrheitsverhältnisse in Wickede ändern: Die Mitglieder der BG - hier bei der Kegelmeisterschaft.

Wickede – Personelle Überraschungen winken, wenn Wickedes kleine Parteien in Kürze ihre Wahlmannschaften präsentieren. Horcht man bei BG, Grünen und FDP ‘rein, wird auf einige Wechsel verwiesen, die es im Rahmen der anstehenden Kandidatenkür geben soll. 

Alle drei haben ihre Mannschaft jetzt zusammen, haben die Wahlbezirke besetzt, die Listenplatzierungen vorbereitet, und: Keiner der drei wird nach aktuellem Stand einen eigenen Bürgermeister-Kandidaten aufstellen. 

Die BG eröffnet den Reigen. Bereits am Freitag wird die Wählervereinigung zusammenkommen und die personellen Fragen wasserdicht machen, um die Vorschläge in Kürze im Rathaus einzureichen. 

Auch ein Wahlprogramm ist in Vorbereitung, bei dem Haushalt und Sachpolitik vor Ort als roter Faden erkennbar werden, so Fraktionschef Uwe Eder.

Im Rahmen des Wahlkampfes soll es nach einem ersten Image-Film noch weitere Videos geben, überhaupt werde man versuchen, möglichst viel digital zu machen, weil das Klinkenputzen aufgrund Corona ja wohl ausfallen dürfte, so Eder weiter. 

Hinsichtlich der Bürgermeister-Frage strebe man ein Gespräch mit den beiden Kandidaten Martin Michalzik (CDU) und Inga Westermann (SPD) an, um dann zu entscheiden, ob man eine der beiden Kandidaturen unterstützt. 

Die BG, mit drei Ratssitzen größte der kleinen Fraktionen, hat das klare Ziel, diese Position bei der Kommunalwahl weiter auszubauen. Nicht zuletzt deshalb, um endlich die Mehrheit von CDU und FDP im Gemeinderat zu brechen, erläutert der Fraktionssprecher.

Die FDP hat ihre Kandidatenkür bei einem Vortreffen bereits in die Wege geleitet, die Aufstellungsversammlung werde noch im Juni angestrebt, in deren Rahmen mit einigen Überraschungen zu rechnen sei, kündigt Fraktions-Vize Andreas Teutenberg an. 

Und es werde einige Überraschungen geben. So verzeichne die Partei vor Ort vielversprechende Neuzugänge, eine gute Handvoll engagierte Kräfte im Alter zwischen 20 und 40 Jahren, die eine neue Dynamik mitbringen, kündigt Teutenberg an. 

Bereits der Wahlkampf werde mit einer deutlichen digitalen Ausrichtung aufwarten. Teutenberg zur Reaktion der Partei über diesen neuen Rückenwind: „Wir sehen das mit Freude“. 

Keine Überraschungen bei der Frage der Bürgermeister-Kandidatur: Die FDP unterstützt weiterhin Martin Michalzik.

 Anne Heite nicht mehr im Kreistag 

Ob auch Wickedes Grüne den Bürgermeister oder aber die SPD-Kandidatin unterstützen? Das dürfte insbesondere von einer Sachfrage abhängen: dem A46-Lückenschluss. 

Während sich Grünen-Sprecher Lothar Kemmerzell, mit seiner Partei erklärter Gegner einer neuen Schnellstraße, mit der Arbeit des amtierenden Bürgermeisters in Teilbereichen identifizieren kann, würde man den Kandidaten der CDU dennoch nicht unterstützen, sollte sich Michalzik zum Lückenschluss bekennen.

Aber auch mit SPD-Kandidatin Westermann hoffen die Grünen, zu dieser und weiteren Fragen noch auf ein Gespräch. Übrigens kündigen auch die Grünen im Rahmen ihrer Kandidatenkür für die Kommunal- und Kreistagswahlen im September Überraschungen an.

Eine ist bereits bekannt: Anne Heite, seit über einem Jahrzehnt für die Partei im Kreistag, wurde bei der Grünen-Versammlung auf Kreisebene im Mai von den Delegierten nicht mehr gewählt.

Andererseits werde es möglicherweise eine neue Option geben, kündigte der Grünen-Sprecher mit Blick auf die Wickeder Vertretung im Kreistag an. Für den bevorstehenden Wahlkampf hofft Lothar Kemmerzell auf weitere Erleichterungen bei den Corona-Bestimmungen.

Sein Ziel sei neben eventuellen Plakataktionen vor allem der Haustür-Wahlkampf, während er Instrumente wie den Infostand in der Ortsmitte nicht für effektiv hält. Anders als FDP, Grüne und BG haben CDU und SPD ihre Kandidatenkür bereits absolviert, die Union hat ihre Vorschläge bereits im Rathaus eingereicht, die SPD hat in dieser Woche einen entsprechenden Termin am Marktplatz.

Dabei hätten Wickedes Parteien mit der jüngsten Gesetzes-Änderung in NRW sogar noch länger Zeit, ihre Kandidaten zu benennen. Das Land verlängerte die Frist dafür mit Verweis auf die Pandemie um elf Tage auf den 27. Juli. 

Gleichzeitig wurde die Zahl der vorzulegenden Unterstützer-Unterschriften um 40 Prozent gesenkt: Für den Wahlkreis-Kandidaten sind es nun drei Unterschriften, für den Bürgermeister-Kandidaten 96 Signaturen von Wahlberechtigten, die vorzulegen sind.

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