Wimbern

Nach Unfallserie: Ampel wurde kontrolliert - die Diagnose

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Gelb signalisiert die so genannte Räumzeit, in der die Kreuzung für die nächsten Grün-Kandidaten freigemacht werden soll – die Verkehrskommission wird nicht zuletzt die Frage stellen, ob die Ampelschaltung hier optimal auf die Gegebenheiten eingestellt ist.

Wimbern – Die Ampelschaltung an der Kreuzung B7/B63 läuft einwandfrei. Das hat am Mittwoch die Diagnose der Computersteuerung ergeben. Zudem gaab der Unfallfahrer vom Dienstag an, bei Rot durchgefahren zu sein.

Es seien keine Fehler oder Auffälligkeiten festgestellt worden, erläutert Rainer Schütte, Abteilungsleiter Betrieb- und Verkehr beim Landesbetrieb Straßen.NRW zur Kontrolle der Anlage am Mittwoch.

Damit steht für die Behörde bislang zumindest eines fest: Wenn alle Verkehrsteilnehmer die Lichtzeichenanlage ordnungsgemäß befolgen, kann es an dem Knotenpunkt nicht zu einem Unfall kommen. Denn der Computer der Ampelschaltung ist so programmiert, dass bei Befolgen auch der vorgegebenen Geschwindigkeiten eine Kollision nicht möglich ist. 

Dazu passt die Polizeimeldung vom Mittwoch, derzufolge der Unfallverursacher am Dienstag das Rotlicht ignorierte. „Die Ampelschaltung ist so programmiert, dass kein feindliches Grün entstehen kann“, beschreibt Abteilungsleiter Rainer Schütte die Funktionsweise. 

Mit der Gelbphase beginnt die so genannte Räumzeit, bevor für eine berechnete Zeit für alle Seiten rotes Licht zu sehen ist. Erst dann wird für die nächste Richtung grünes Licht gegeben. „Die Länge dieser Phase wird unter anderem nach der Größe der Kreuzung berechnet“, klärt Schütte auf. Die Vorgaben basieren auf den Richtlinien für Lichtsignalanlagen (kurz RiLSA). 

Doch selbst, wenn die Ampelschaltung an der Kreuzung B7/B63 intakt ist und bei Befolgen der Lichtsignale kein Unfall passieren kann, dürfte die aktuelle Unfallhäufung Gegenstand weiterer Beratungen sein. 

Das zuständige Gremium hierfür ist die Unfallkommission auf Kreisebene. Diese Runde behandelt regelmäßig aktuelle Verkehrsfragen und setzt sich zusammen aus Vertretern der Straßenverkehrsbehörde, der Kreispolizeibehörde und des Straßenbaulastträgers - in diesem Fall also dem Landesbetrieb Straßen.NRW. „Gefüttert“, wird die Kommission unter anderem mit Informationen der Polizei, die über den Unfallsachbearbeiter beispielsweise Unfallhäufungen weitergibt.

Mit dieser Systematik ist die jüngste Häufung auf der Wimberner Kreuzung ein klassischer Kandidat für die nächste Zusammenkunft der Kommission. Zumal solche Vorfälle beispielsweise dann aufgegriffen werden, wenn an einer Stelle innerhalb eines bestimmten Zeitraumes dreimal der selbe Grund für einen Unfall vorliegt. Das ist in Wimbern insofern der Fall, als dass in drei Fällen ein Linksabbieger aus Richtung Wickede mit einem aus Richtung Menden entgegen kommenden Wagen zusammenstieß.

Beim Landesbetrieb Straßen jedenfalls bereitet man sich darauf nach Analyse der aktuellen Ereignisse bereits vor. Wie der Kreis Soest an das Thema herangeht, ist frühestens in der kommenden Woche zu erfahren. „Die Kollegin, die den Vorsitz der Unfallkommission inne hat, befindet sich noch bis Montag in Urlaub“, hieß es von Kreis-Pressesprecher Wilhelm Müschenborn. 

Allerdings steht auch ohne dieses Votum bereits jetzt fest, dass die Unfälle Thema der Kommission sein sollten, dass möglicherweise die Örtlichkeiten unter die Lupe genommen und die Rahmenbedingungen von Kreuzung und Ampelanlage einer erneuten Bewertung unterzogen werden.

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Die Kommission berücksichtigt bei einer solchen Analyse bisweilen einen ganzen Katalog von Begleitumständen. Interessant übrigens: Die Ampelschaltung für Wimberns Kreuzung wie auch für andere Knotenpunkte bestimmen nicht etwa die Ampel-Baufirma oder der Landesbetrieb Straßen.NRW, sondern der Kreis Soest.

Dessen Straßenverkehrsbehörde stelle das Programm zur Verfügung, das dann vom Straßenbaulastträger über die Fachfirma vor Ort implementiert werde, erläutert Rainer Schütte von Straßen.NRW.

Die Polizei gab am Mittwoch weitere Informationen zum vierten Unfall.  Nach eigenen Angaben sei ein 30-jähriger Paderborner am Dienstag aus unerklärlichen Gründen trotz Rotlichts aus Richtung Menden kommend in den Kreuzungsbereich eingefahren und  dort mit dem Wagen einer 31-jährigen Arnsbergerin kollidiert.

Sie wollte nach aktuellem Polizeibericht bei Grünlicht aus Richtung der ZUE über die Kreuzung in Richtung der Arnsberger Straße fahren. Bei dem Zusammenstoß zwischen den beiden Fahrzeugen verletzten sich die beiden Beteiligten leicht und wurden durch eine Rettungswagenbesatzung vor Ort erstversorgt. Bei dem Unfall entstand ein Sachschaden in Höhe von rund 20 000 Euro. 

„Aufgrund einer Häufung der Unfälle innerhalb der letzten Tage im Bereich der Kreuzung führten Polizeibeamte erneut eine Sichtprüfung der Schaltphasen durch. Unregelmäßigkeiten konnten hierbei nicht festgestellt werden“, heißt es von der Polizei. 

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