Verfahren über Prügelei in der ZUE eingestellt

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Das Verfahren, über die Prügelei, wurde eingestellt.

WICKEDE - "Eigentlich ist ja nicht viel passiert. Und sie sind ja nicht vorbestraft. Und die haben ja auch keinen Kontakt mehr." Diese Gründe, die der Staatsanwalt anführte, um das Verfahren gegen zwei Flüchtlingsfrauen einzustellen, sah das Amtsgericht ein.

Denn die Aufarbeitung eines Handgemenges vom April entpuppte sich als komplizierter, als es die Sache wohl letztlich wert war. Dafür sorgte vor allem die Sprachbarriere. 

Um die Beteiligten vernehmen zu können, bedurfte es einer Übersetzerin, die der seltenen Regionalsprache der Frauen aus Ghana mächtig ist. 

Ihr Deutsch erwies sich als recht lückenhaft, zudem gab sie ihren Einstand als Dolmetscherin vor Gericht, und der geriet recht holprig.

Letztlich waren die Ausführung sowohl der einen Angeklagten als auch der Geschädigten kaum nachvollziehbar. So scheiterte die Verhandlung schon am Versuch, die Ursache für den Zoff zu klären. 

Ganz offenbar hatte die Geschädigte versucht, zwei Landsfrauen, die mit ihr damals in der Zentralen Unterbringungseinrichtung lebten, zur Rede zu stellen, da diese angeblich hinter ihrem Rücken schlecht über sie geredet hatten.

Der verbale Streit geriet zu einer handfesten Schlägerei zwischen den Frauen, der darin gipfelte, dass eine auf das Opfer mit ihrem wertvollsten Besitz einschlug: mit ihrem Smartphone. 

Nur das Einschreiten der Malteser habe Schlimmeres verhindert, heißt es in der Anklageschrift. 

Den Prozess erschwerte, dass alle Beteiligten mittlerweile auf verschiedene andere Einrichtungen verteilt worden sind und eine der beiden Angeklagten dem Termin fern blieb. 

Sollte sie zunächst noch gesondert geladen werden, kann sie sich nun freuen: Das Verfahren wurde eingestellt. - kb

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