Verdacht richtet sich gegen einen Jugendlichen

Vandalismus auf dem Friedhof: Mehr als 50 Grabstätten verwüstet

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Zerschlagene Figuren, Schäden an den Grabplatten: Über 50 Grabstätten auf dem katholischen Friedhof wurden seit Mittwoch verwüstet.

Splitter und Scherben auf dem katholischen Friedhof. An über 50 Grabstätten wurden seit Mittwoch Grablichter umgekippt, aus dem Boden gehebelt, zerschlagen. Am Freitag konnte ein Junge dingfest gemacht werden. Er steht im Verdacht, die Sachbeschädigungen auf dem Schulweg begangen zu haben.

Auf dem einen Grab mag es reichen, die Laterne wieder aufzustellen, auf dem anderen müssen zerschlagene Scheiben des Leuchtkörpers ersetzt werden, dann wieder sind die Lichter komplett zerstört oder mit dem Sockel aus dem Boden gerissen. 

An den Urnengrabplatten sind zudem noch andere Beschädigungen zu entdecken. Die Schäden gehen gut und gerne in den vierstelligen Bereich. Und vor allem: Viele Angehörige wissen noch gar nichts davon.

Vandalismus auf dem katholischen Friedhof in Wickede

Die ersten Scherben waren am Mittwochmorgen bemerkt worden. Aber auch am Donnerstag waren plötzlich Grabstellen betroffen, die zuvor noch unbehelligt geblieben waren. Das legt den Schluss nahe, dass hier jemand recht arglos am Werk war, der sich keine Gedanken darüber macht, dass die ersten Zerstörungen erhöhte Aufmerksamkeit nach sich ziehen könnten.

Gemeinde sammelt Daten von Betroffenen

Am Freitagmorgen beobachteten dann Anwohner und Friedhofbesucher einen Jungen an den Gräbern. Sie sprachen ihn an, fragten nach seinem Namen, ließen den Jungen aber dann wieder laufen und informierten die Polizei. 

Die sprach später davon, dass der Junge auf frischer Tat ertappt worden sei. Eine Befragung hatte aber bis Mittag noch nicht stattgefunden.

Bevor der Schüler am Freitag dingfest gemacht werden konnte, habe man mit der Polizei besprochen, dass jeder einzelne Geschädigte bei der Behörde eine Anzeige gegen Unbekannt erstattet.

Nachdem der Junge nun bekannt ist, sollen sich alle betroffenen Angehörigen im Pfarramt melden. Dort werden dann die Daten mit Namen, Beschädigung und Grabstellen-Nummer zusammengefasst und gesammelt zur Polizei gegeben.

Spur der Verwüstung entlang des Zaunes

Die Spur der Verwüstung auf dem katholischen Friedhof erstreckt sich zwischen dem Parkplatz gegenüber dem früheren Friko-Werk und dem Ausgang an der Kirchstraße exakt entlang des Zaunes zur Gerkenstraße. Im Schutz der Bäume war das zerstörerische Treiben dort offenbar nicht weiter aufgefallen.

Familien mit Angehörigengräbern insbesondere zwischen dem Parkplatz gegenüber dem früheren Friko-Werk und dem Ausgang an der Kirchstraße sollten die Grabstelle aufsuchen und kontrollieren, ob auch dort Sachbeschädigungen vorliegen, um dies dann umgehend im Pfarrbüro zu melden. Das Büro ist wieder geöffnet am Montag von 10 bis 12 Uhr. Die Telefonnummer lautet: 02377/2377.

Erst Ende August war die Bergkapelle in Wickede Ziel von bisher unbekannten Vandalen geworden.

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