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Bestattungen vielfältiger denn je

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Von: Martin Hüttenbrink

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Viele Leute auf dem Friedhof
Überblick zu modernen Bestattungsformen: Bestatter Thomas Fabri (2.v.r.) und Bürgermeister-Stellvertreter Markus Kleindopp (r.) als Träger-Vertreter des Kommunalfriedhofes gaben Erläuterungen. © Fabri

Bestattungsarten sind heute vielfältiger denn je und reichen vom klassischen Wahlgrab bis zur Option, die Asche der Verstorbenen zu einem Diamanten pressen zu lassen, um so die Erinnerung an einen wertvollen Menschen auch physisch in Händen zu halten.

Wickede - Über die enorme Bandbreite gab es jetzt im Rahmen des regionalen Themenmonats „Sichtachsen“ einen umfassenden Überblick von Wickedes Bestatter Thomas Fabri (2.v.r.), der das 117 Jahre alte Familienunternehmen in vierter Generation führt. Auch Bürgermeister-Stellvertreter Markus Kleindopp (r.) steuerte für die Gemeinde als Träger des Kommunalfriedhofes Erläuterungen bei.

So endet die Möglichkeiten der Bestattung ganz gleich ob als persönliche oder anonyme Grabstätte, in Sarg oder Urne, mit oder ohne Grabstein, mit oder ohne Pflegeauftrag längst nicht vor Ort. In Echthausen etwa gibt es das Baumgrabfeld, in Möhnesee den Friedwald, Streufelder für die Asche in Neheim oder den Schweizer Berger, zudem die Seebestattung bis hin zu eben jenem Diamanten. Er ist ein bleibendes Erinnerungsstück, wie dies aber auch ästhetisch eingefasste Fingerabdrücke des Verstorbenen sein können, die es als Schmuckstück gibt.

Auch die Abschiedskultur gewinnt an Vielfalt. So steht heute auch schon mal das Motorrad des Verstorbenen bei der Trauerfeier neben der Urne, wird auch die Urne eines verstorbenen Bikers gerne mal mit Leder und Nieten gestaltet, als Erinnerung an die Zeiten, da der Verstorbene auf seiner Maschine das Leben genoss.

Für die individuelle Gestaltung des Abschieds haben in Wickede Bestatter Thomas Fabri und Friedhofsgärtner Norbert Spieth vor nun zehn Jahren das neue Abschiedshaus auf dem Kommunalfriedhof errichtet. Versehen ist es mit diversen räumlichen Angeboten und der großen Glaskuppel als lichtdurchflutetem Symbol der Verbindung mit dem Himmel errichtet.

Optionen für Mitteilungen, Gedenken und Möglichkeit zur Anteilnahme bietet seit Jahren aber auch das Internet. So gehören Online-Gedenkportale heute fest zur Abschiedskultur, wie sie Thomas Fabri beim Referat beleuchtete.

Veranstalter des Seminars „Letzte Orte - Abschiednahme und Bestattungsformen im Wandel der Zeit“ war das Seniorenforum Wickede, das diese Information als Beitrag zur regionalen Veranstaltungsreiche mit dem Titel „Sichtachsen“ anbot. Ein großes Netzwerk unterschiedlicher Akteure aus den Kommunen Werl, Wickede, Welver und Ense stellt hierfür verschiedenste Veranstaltungen zum Komplex „Sterben, Tod und Trauer“ zusammen.

Nicole Hölker, Koordinatorin des Ambulanten Hospizdienstes Werl, und die Enserin Silke Biermann-Heeß, Fachkraft für Palliativ-Care und Koordinatorin beim Palliativnetz Soest-Hochsauerlandkreis, hatten den Themenmonat seit rund einem Jahr vorbereitet. Herausgekommen ist ein bunter Mix mit Themen für alle Generationen, die allesamt von der Grundidee getragen sind, den tabuisierten Tod mehr ins Blickfeld zu rücken.  

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