Sturm, Trockenheit, Borkenkäfer

Kahlschlag über dem Freibad Wickede: Imposante Videos aus dem Harvester

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Blick aus dem Harvester: Das Freibad ist jetzt von oben gut einzusehen.

Wickede - Der Kahlschlag im Wald oberhalb des Freibades ist erfolgt. Die vorerst letzten Hochstämme fielen am Dienstag. Die Hoffnung, die Bäume abschnittsweise zu entnehmen, hatte sich aufgrund der massiven Schädigungen zerschlagen, teilte die Verwaltung am Montag mit. Mit Blick aufs Freibad hieß es aus dem Rathaus: „Die blaue Lagune nun ohne grünes Dach“.

Seit dem Wochenende wurde mit dem Harvester und wegen des starken Gefälles auch von Hand gefällt. Dass die hochgewachsenen Nadelbäume nördlich des Bades bereits jetzt fallen müssen, darüber verständigten sich jetzt bei einem Ortstermin Bürgermeister Michalzik und Revierförster Allan Mitchell vom Regionalforstamt Soest-Sauerland.

Die Dürrefolgen des vergangenen Sommers seien zu tiefgreifend und der Vormarsch des Borkenkäfers in die Fichten- und Lärchenbestände zu schwerwiegend, um das unmittelbare Fällen der noch stehenden Bäume zu vermeiden.

Bürgermeister verteidigt den Kahlschlag

Vor zwei Jahren hatten Gemeinde und Forstverwaltung noch die Hoffnung gehabt, die Waldkulisse abschnittsweise von oben her erneuern zu können, so dass sich die Aussicht aus Wickedes Sommer-Freizeitstätte nicht auf einen Schlag verändert hätte.

Das Freibad Wickede verliert sein grünes Dach

„Neue Entwicklungen fordern aber neue Entscheidungen“, erläuterten jetzt jedoch Bürgermeister Michalzik und die im Rathaus zuständigen Fachkräfte für Umwelt und Freizeit nach dem Treffen mit Förster Allan Mitchell.

„Wir haben jetzt die Aufgabe, den schon durch Dürre und Käferbefall eingetretenen natürlichen Schaden zu begrenzen". Das bedeutete: jetzt konsequent die Flächen frei machen und einen Wald für kommende Generationen neu ansetzen.

Verschiedene Laubbäume mit Nadelbauminseln

Das soll nach den aktuellen Fäll- und Abtransportarbeiten ab dem kommenden Herbst geschehen. Allan Mitchell schlägt dafür eine Mischung aus verschiedenen Laubbäumen mit einigen neuen Nadelbauminseln vor.

Dabei soll den Umständen der Klimaveränderungen ebenso Rechnung getragen werden wie den schwierigen, da ohnehin trockenen Standortbedingungen.

Die Neubepflanzung soll sich über drei bis fünf Jahre in Abschnitten erstrecken. „Damit können wir das Risiko mindern, durch sehr trockene Sommer alles Neue wieder zu verlieren“, erläutert Bauhofleiter Rainer Kräenfeld zur Aufforstungsmaßnahme.

Der Abtransport der Bäume werde nicht zur Straße „Im Winkel“ hin erfolgen, sondern in Richtung Hövelstraße. „Hier bestehen genügend Zwischenlagermöglichkeiten, um Engpässe bei der Aufnahme des Holzes in den Sägewerken abzupuffern“, so die Verwaltung.

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