Sportförderung

Welche Vereine brauchen etwas von den 300000 Euro? 

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An der Verschleißgrenze: der Kunstrasenplatz der TuS Wickede

Wickede - Wie sollen die 300 000 Euro vor Ort verteilt werden, die vom Landes-Programm „Moderne Sportstätten 2022“ kommen? Zu dieser Frage sind alle interessierten Vereine Ende des Monats eingeladen.

Bürgermeister Martin Michalzik und Sabine Homann, Geschäftsführerin des Kreissportbundes, haben gemeinsam mit Sportausschussvorsitzendem Norbert Spieth die Sportvereine zu einem Gespräch für Dienstag, 27. August, um 18 Uhr ins Bürgerhaus eingeladen. 

Ab Herbst stehen die 300 000 Euro Landesförderung für den Sport in Wickede (Ruhr) zur Verfügung. Mittlerweile hat das Land auch die Richtlinien vorgelegt, nach denen das Geld vor Ort vergeben werden soll. 

„Damit stellen sich für die Sportvereine und die Gemeinde zwei Fragen“, erläutert Bürgermeister Martin Michalzik: „Erstens, für was können unsere Vereine tatsächlich Geld beantragen und zweitens, wie organisieren wir bei Konkurrenz eine faire Verteilung?“

Einigermaßen reichen würden die 300 000 Euro für die Erneuerung des Kunstrasenplatzes auf der Gemeinde-Sportanlage Im Ohl. Diese steht bislang im Fokus von Überlegungen. 

Erst kürzlich haben sich Bürgermeister Martin Michalzik und die zuständigen Fachbereichsleiter Susanne Modler und Christian Wiese mit der Spitze der TuS Wickede getroffen, um technische Fragen zu Rasenbelägen und Entwässerung zu beraten.

Letzte Entscheidungen für eine der verschiedenen förderfähigen Kunstrasen-Ausführungen stehen hier noch aus, nicht zuletzt wollen die Fußballer bei anderen Vereinen noch Erfahrungswerte einholen. 

Allerdings können die 300 000 Euro vom Land nicht einfach komplett für den neuen TuS-Kunstrasen verplant werden. „Die Landes-Förderung ist offen für alle Sportarten und –vereine, die Anlagen betreiben oder Vereinsheime haben. Das kann bei uns in Wickede z.B. auch Reitsport oder Kanusport betreffen“, zeigt Susanne Modler auf.

„Daher wäre es schön, wenn für eine vielseitige Sportlandschaft unterschiedliche Ideen aus den Vereinen kommen“, weist sie vor dem Hintergrund der Gesprächsrunde am 27. August hin. 

Zudem erläutert das Rathaus, dass zwischen dem 1. und 30. Oktober entsprechende Ideen in das online-Portal des Kreissportbundes (KSB) eingegeben werden können. Die Kreisorganisation des Sports spielt nämlich eine wichtige Rolle bei der Förderung. Denn die Vorschläge aus der Sportszene der Städten und Gemeinden können nur mit positivem Votum der Soester KSB-Zentrale an die Düsseldorfer Staatskanzlei weitergegeben werden.

„Eigentlich soll nach den Vorgaben der Landesregierung auch der Gemeindesportbund vorgeben, welche Projekte örtlich Vorrang haben sollen“, erläutert Bürgermeister Martin Michalzik. Allerdings hat Wickede (Ruhr) keinen solchen Gemeindesportbund. Und deshalb habe das Rathaus zu der Runde zwecks Information und Abstimmung untereinander eingeladen. 

Am 27. August wird es zum einen um die genauen „Spielregeln“ gehen, die für eine mögliche Förderung gelten, um die Landesrichtlinien richtig zu verstehen und anzuwenden. Zum anderen sei Ziel, einen Überblick zu gewinnen, an welche Maßnahmen Vereine in Wickede denken, heißt es aus dem Rathaus. 

Gegenwärtig deuten die Zeichen darauf hin, dass die TuS Wickede vermutlich in der Sommerpause 2020 ihren neuen Kunstrasenplatz bekommt. 

Die Spielfläche der gemeindlichen Anlage hat mit ihrem Alter von gut 20 Jahren die mit durchschnittlich 15 Jahren angegebene Haltbarkeit von Kunstrasenplätzen bereits deutlich überschritten. „Der Platz hat die Verschleißgrenze erreicht“, heißt es aus dem Vorstand.

Es liegt auf der Hand, dass da in Wickede nicht nur die aktuelle Kunstrasentechnologie zum Einsatz kommt, sondern dass vor allem ein Rasen verlegt wird, der auch den Förderrichtlinien entspricht, wie sie jetzt vom Land für das Programm „Moderne Sportstätten 2022“ vorgelegt werden. Und das bedeutet: Kein Gummi- bzw. Kunststoffgranulat mehr zum Einstreuen der Rasenfläche.

Wie aber verhält es sich mit der Kunstrasenfrage in Echthausen? Der Platz dort wurde 2008 eingeweiht und nutzt Kunststoffgranulat, für das die EU ab 2022 ein Verbot verhängen will.

Bei einer nominellen Laufzeit von 15 Jahren ist der Platz im Waldstadion noch bis wenigstens 2023 in Betrieb. Droht da eine Sperrung des Sportbetriebs?

Um diese Frage zu beantworten, ist die Rechnung gegenwärtig noch mit zu vielen Unbekannten behaftet. Zum einen gibt es Bestrebungen vom Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) und vom Deutschen Fußballbund (DSB), um für bestehende Anlagen eine Übergangsregelung zu erreichen.

Und auch das Bundesinnenministerium arbeitet bereits in diese Richtung. Sonst nämlich droht rund 6 000 Amateurvereinen im ganzen Land das Aus, weil sie noch bis kurz vor Bekanntwerden der Mikroplastik-Problematik einen neuen Kunstrasenplatz angeschafft hatten. 

Zum anderen richtet man sich in Echthausen ohnehin schon auf die plastikfreie Zeit ein: So soll die Problematik schon bei künftig anstehenden Reparatur- und Instandhaltungsmaßnahmen berücksichtigt werden, zumal der TuS Echthausen auch für solche Schritte möglichst Fördergelder in Anspruch nehmen möchte.

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