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„Darum ist die Ausbildungsmesse so wichtig“

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Von: Martin Hüttenbrink

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zwei mädchen am apothekenstand
Bei den Ausbildungsmessen (hier 2016) lassen sich Schüler und Firmen intensiv zusammenbringen. © Andrea Schulte

„Wir brauchen das dringend“ – Ines Kister, Pädagogin und Abteilungsleiterin für die Jahrgänge 8 bis 10 an der Sekundarschule, lässt keinen Zweifel an der Bedeutung der Ausbildungsmesse. Wegen Corona fehlt dieser direkte Kontakt seit rund zwei Jahren. Die Folgen: Wechselten zuvor rund 15 Jugendliche nach der Schule in eine Berufsausbildung, so waren es zuletzt pro Klasse nur rund fünf.

Wickede – Damit verstärkt Corona den Trend, der seit Jahren zu beobachten ist, dem sich die Schule aber entgegenstemmt. Denn das Team um Schulleiter Peter Zarnitz sieht es als einen Schwerpunkt an, die jungen Leute auf eine Ausbildung in den Betrieben vor Ort und in der Region vorzubereiten.

Bei der Anbahnung der Kontakte zwischen Schülerschaft und Unternehmen hat sich die Messe in den vergangenen Jahren als alternativlos erwiesen, so Ines Kister. Wenn Firmen und andere Ausbilder persönlich vor Ort sind, kann man die Schülerinnen und Schüler am effektivsten mit ihnen zusammenbringen. Diese Effektivität wird nicht zuletzt erkennbar an den vielen Alternativen, die man in den vergangenen Monaten versucht habe. Da wurden Ausbilder und Kollegs in den Unterricht eingeladen, gibt es seit dem Frühjahr auch das Padlet, ein virtuelles Schwarzes Brett, auf dem Ausbildungsangebote interessierter Firmen veröffentlicht werden. Aber das alles kann das persönliche Gespräch bei der Ausbildungsmesse nicht ersetzen.

Zumal dann nicht, wenn die Firmen ihre Teams schicken und die Schule dann ehemalige Schüler wiedersieht. Das freue das Kollegium natürlich, wenn man die Ehemaligen wiedertreffe und sehe, dass aus ihnen dann auch was geworden ist, sagt Ines Kister.

Um die Pause bis zum nächsten klassischen Termin der Ausbildungsmesse nicht allzu groß werden zu lassen, bereiten jetzt Initiator Martin Vollmer und die Schule eine pandemiekompatible Version vor. Abgespeckt auf etwa 20 Stände soll die Veranstaltung nun im Februar laufen.

Der Termin markiert einen interessanten Zeitraum, denn kurz darauf stehen im neunten Jahrgang vom 28. März bis 8. April die Betriebspraktika an. Für die können bei der Ausbildungsmesse hilfreiche Kontakte geknüpft werden. Ebenso für das zweite Betriebspraktikum in Jahrgang 10, dass sich im Herbst anschließt.

Die Resonanz auf die Einladung zeigt Ines Kister und Martin Vollmer, dass die Firmenwelt großes Interesse an der Ausbildungsmesse hegt. Die Rückmeldungen und das Interesse seien erfreulich.

Klassischer Termin

Waren es in Vor-Corona-Zeiten 40 und mehr Betriebe, Schulen, Behörden und andere Ausbildungsstätten, die sich bei der Messe präsentierten, sollen im Februar zumindest 20 Stände ermöglicht werden, so Vollmer. Das liefert die Möglichkeit, die Messe so aufgelockert zu gestalten, dass man den Corona-Schutzbestimmungen entgegenkommt. Das Ganze natürlich aus Sicht der aktuellen Situation. Wie die Lage im Februar ist, kann derzeit nicht sicher prognostiziert werden.

Schwerpunkt für die Ausbildungsmesse soll aber der klassische Termin im November bleiben, unterstreichen Ines Kister und Martin Vollmer. Für die Veranstaltung in einem Jahr hoffen beide, dann auch wieder das bewährte Format umsetzen zu können. Info-Stände und Gesprächsmöglichkeiten im Forum der Schule, in der Mensa, im Raum daneben oder im Selbstlernzentrum – die nächste reguläre Ausbildungsmesse soll wieder auf eine breite Basis gestellt werden. Interessierte Firmen sind weiterhin eingeladen, sich zwecks einer Präsentation mit der Schule in Verbindung zu setzen.

Für eine gezielte Schulwahl

Einfach nur aus Planlosigkeit weiter die Schule zu besuchen – diesen Trend möchte die Sekundarschule umkehren. Keine Frage: Wer ein festes Ziel vor Augen hat und z.B. das Fachabitur und ein Studium anstrebt, ist mit dem weitergehenden Schulbesuch richtig. Diese Option aber zu wählen, weil man keine andere Idee hat, hält die Schule nicht für eine ideale Gestaltung des weiteren Wegs.

Umso wichtiger ist die Ausbildungsmesse. Sie soll den jungen Leuten die konkrete Option einer Berufslaufbahn vor Ort nahebringen. Das hilft am Ende auch den Firmen bei der Suche nach Nachwuchs.

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