RuhrtalRadweg

Auf der Ruhrbrücke nicht mehr absteigen

Auf der Fußgängerbrücke Richtung Echthausen haben Radler künftig freie Fahrt, die Beschilderung, auf der Brücke abzusteigen, ist aufgehoben worden. - Foto: Hüttenbrink

Wickede - Der Fußgängerüberweg an der Eisenbahnbrücke ist jetzt auch wieder für Fahrradfahrer freigegeben. Das hat am Donnerstag das Ordnungsamt bestätigt. Grund: Bei Aufrechterhalten der Beschilderung „Radfahrer bitte absteigen“ drohe eine Abwertung des Ruhrtalradweges.

Das regionale Infrastrukturmanagement des Ruhrtalradweges habe bei einem Treffen jüngst darauf verwiesen, dass der RuhrtalRadweg als einer der beliebtesten Zweiradrouten des Landes an Qualifikation einbüßen würde, wenn die Radler an der Eisenbahnbrücke weiterhin zum Absteigen aufgefordert werden.

Mit diesem Argument sei angeregt worden, den beschilderten Hinweis „Radfahrer auf der Brücke bitte absteigen, Unfallgefahr“ zu entfernen.Treibende Kraft für die Aufhebung des Hinweises war bei dem Gespräch der Regionalverband Ruhr bzw. dessen „Arbeitskreis Infrastruktur“. 

Der Arbeitskreis wird vertreten von Stadt- und Regional-Planer Dipl.-Ing. Harald Spiering. Er kümmert sich um alle Belange zur Routenwartung und -pflege und spricht mit den Anrainerkommunen die Streckenführung und die Qualitätsstandards des RuhrtalRadwegs ab. Ziel ist dabei u.a. „die Zertifizierung als ADFC-Qualitätsradroute“.

„Schiebestrecken nicht geduldet“

Vor diesem Hintergrund sind laut Arbeitskreis „verpflichtende Schiebestrecken auf zertifizierten Radfernwegen auf Dauer nicht geduldet“. Die Änderung der Beschilderung an der Fußgängerbrücke bekam daraufhin auch den Segen vom Kreis Soest als Straßenverkehrsbehörde. 

Der Kreis habe angeordnet, an der Brücke das blaue Verkehrsschild „Fußgänger“ mit dem Zusatz „Radfahrer frei“ anzubringen. Die Schilder seien bestellt und werden in Kürze angebracht, so Ordnungsamtsmitarbeiter Daniel Luig.

Die Beschilderung bedeute aber nicht zuletzt, dass bei einem Begegnungsverkehr Fußgänger auf der Brücke Vorrang haben und somit geschützt seien, erläutert Luig. Weil es sich um eine Engstelle handele, sei zudem das Anbringen von rot-weißen Warnbaken vorgesehen.

Dass Radler an der Brücke nicht mehr aufgefordert sind, abzusteigen, schlägt bei täglichen Nutzern Wellen. „Für mich unverständlich, wie man solch eine schmale Brücke zum Fahren freigeben kann“, heißt es da mit Verweis auf den Begegnungsverkehr etwa zwischen Radlern und Eltern mit Kleinkindern oder Haltern mit Hunden. 

Verwiesen wird nicht zuletzt darauf, dass die Brücke bisweilen auch von motorisierten Zweirädern genutzt wird. „Ein Schieben des Fahrrades scheint nicht mehr erforderlich und somit auch die Unfallgefahr nicht mehr gegeben zu sein“, heißt es unter anderem im sozialen Netzwerk - verbunden mit der Frage: „Warum dieses auf einmal?“

Interessant ist die Entwicklung zudem vor dem Hintergrund der Diskussionen im Vorjahr. Da nämlich waren z.B. für die Rezertifizierung als Vier-Sterne-Radweg gerade erst neue Schilder angebracht worden, nach denen der Fahrradfahrer an der Ruhrbrücke absteigen soll. 

Und mehr noch regt sich vor der aktuellen Öffnung für Radler Unverständnis darüber, dass der Weg zwischen dem Grünen Warenhaus und der Bahn mit seinen rund zwei Metern Breite für Radler gesperrt sein soll, während bei der 1,85 Meter breiten Brücke über die Ruhr der Begegnungsverkehr von Fußgängern und Fahrradfahrern freigegeben wird. 

Die Begründung des Ordnungsamtes hierfür: „Für die Ruhrbrücke gibt es keine Alternative“.Für den Weg hinterm Grünen Warenhaus demnach sehr wohl - nach Ansicht der Gemeinde nämlich die Führung über den vermeintlich unkritischen Knotenpunkt Bahnhofsstraße/“Zum Ostenfeld“...

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