Am Rande

Wozu es gut ist...

Wer weiß, wozu es gut ist? Eine Frage, die oft schon Trost spendete, wenn es um die Widrigkeiten des Lebens ging. Und wenn man selbst nichts davon hat, mag das eigene Missgeschick vielleicht doch andere mit Freude erfüllen, wie die kleine Episode des gestandenen Sohnes Wimberns belegt.

Er nämlich, seines Zeichens treu sorgender Familienvater und aktiver Radler, lässt es sich bisweilen nicht nehmen, im Frühtau bis nach Neheim zu pedalieren, um dort frische Backwaren fürs Frühstück zu besorgen. So auch jetzt wieder, als er noch vor Geschäftsöffnung bei der Bäckerin anklopfte. 

In der Ruhe vor dem Verkaufs-Ansturm entspann sich ein angeregtes Gespräch, bei dem sie dem geneigten Zuhörer ausführlich bewegte Stationen ihres Lebens beleuchtete.

So tief waren die beiden dies- und jenseits der Ladentheke in den Gedankenaustausch versunken, dass sie erst spät und wie aus einem Traum erwachend ein permanente Piepen wahrnahmen.

 „Oh Gott, die Brötchen!“, entfuhr es der Bäckerein, die schnell den Ofen öffnete und die Hand vor den Mund schlug: Die gesamte Lage Brötchen hatte so kräftig Farbe angenommen, dass sie nicht mehr verkauft werden konnte. 

Hier nun zückte der edle Pedalritter die Börse und übernahm die komplette Charge. Wohin damit? Auch dafür hatte er eine wohltätige Idee. Mit diversen Zehnerportionen im Gepäck steuerte er auf dem Rückweg Freunde und Bekannte an und beschenkte sie mit frischen Dunkel-Semmeln. 

Wohl dem, der weiß, wozu es gut ist...

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