Am Rande

Tränen dürfen bei allen strömen 

Um ein Haar wäre es als dramaturgischer Kunstgriff durchgegangen und vom Publikum als Teil der glänzend dargestellten Handlung geschluckt worden. Tatsächlich stand nämlich nicht im Drehbuch, dass in dem Moment, da sich Haushälterin Hermine im Bühnenstück auf ihren Stuhl fallen lässt, dieser unter ihr zusammenbricht.

Wie gesagt: Hermine alias Barbara Schmelzer überspielte die Szene glänzend, zumal sie die Überraschung gar nicht mimen musste - die war echt. 

Dann aber ging sie professionell auf die Situation ein, nahm den Stuhl, beschwerte sich im Sinne des Wortes „theatralisch“ und leitete dann wie selbstverständlich zum nächsten Dialog weiter. 

Dass dann dennoch alles etwas stockte, lag also nicht an ihr - sondern an der Souffleuse. Die nämlich hatte aus nächster Nähe und vor allem aus Bodensicht verfolgt, wie Hermine der Stuhl unterm Podex wegbrach, und war in den nächsten Momenten weder ansprechbar noch in der Lage, zu soufflieren. 

Hermine machte daraus wiederum eine spontane Pointe: „Ulrike hat gerade eine Lachattacke“ und gab die Komik der Situation so auch an den Saal weiter. Ein Theaterstück soll schließlich nicht nur dem Publikum Spaß machen - auch beim Ensemble dürfen mal die Lachtränen strömen...

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