Am Rande

Am Kopf ziehen, am Po drücken 

Eine blonde Mähne hat er, heckt ständig etwas aus und hält mit seinen vier Jahren alle auf Trab. Jüngst war großes Familienfest. Eltern, Onkel und Tanten - sie alle saßen im großen Wohnzimmer beim angeregten Gespräch. Der Steppke fehlte bereits seit einiger Zeit, als leise Rufe zu hören waren.

„Haaallooo, kann mir vielleicht mal jemand helfen? Haaallooo“. Muttern sprang auf. Im nächsten Moment kam ihr spitzer Schrei aus dem Treppenhaus - die Männer stürzten hinzu. Dann standen alle kopfschüttelnd um den Blondschopf herum - oder besser um seinen Körper. 

Der nämlich befand sich diesseits der Treppe, während der Steppke die Familie von der anderen Seite des Geländers her anblinzelte - der Hals wiederum steckt zwischen den dünnen Eisenstangen eben jenen Geländers. „Junge, was machst Du nur?“, rang Mutter die Hände, während die Männer versuchten, die Eisenstäbe auseinander zu biegen. Vergeblich.

Dann wurden Hals und Gesicht dick mit Creme eingeschmiert. Die Onkel zogen am Po, die Tanten drückten am Kopf. Nichts zu machen. Der Steppke guckte schließlich unbeeindruckt in die Runde: „Dann müsst ihr eben die Feuerwehr rufen!“ 

Das aber wusste Opa zu verhindern: Er besorgte eine Eisensäge, der Lausbub bekam eine Decke über den Kopf und Opa sägte „ritscheratsche“ einen Eisenstab durch. Dann ging’s mit dem Biegen und der kleine Mann kam frei. Für den Rest des Familienfestes musste er übrigens in Sichtweite bleiben...

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