Am Rande

Bruthilfe

Töchterlein ruft vom Bürgersteig zum Haus herüber: „Komm’ schnell, hier liegt ein Baby auf der Straße“. „Ein Baby? Heb’ es auf“, ruft es väterlicherseits zurück, während der Hausherr im Eilschritt ebenfalls zur Straße läuft. „Kann ich nicht, ist ein Vogel!“, antwortet die Tochter.

Das sieht jetzt auch ihr Vater, der am Bürgersteig angelangt ist. Ein kleiner, dicker, offensichtlich noch recht junger Vogel hockt dort, wo üblicherweise schwere Autoreifen über den Asphalt mahlen. Packen lässt sich der kleine Kerl nicht, wohl aber tut er jedes Mal einen Hüpfer, wenn sich die Hand nähert. 

Fliegen kann er offenbar nicht. Schließlich hopst er in die Hauszufahrt aufs Privatgrundstück: „Gerettet“, seufzt die Tochter und verschwindet beruhigt im Haus, Vatern hinterher.  

Kurz darauf wird’s draußen laut. Als Vater die Haustür öffnet, sitzt der kleine Piepmatz direkt davor, unweit ist Nachbars Kater zu entdecken, der sich einstweilen ins Gebüsch verdrückt, während die Vogelmutter oben im Baum aufgeregt zwitschert und schimpft. 

Was nun tun: Den Kleinen sich selbst überlassen und der Natur freien Lauf geben? Dafür ist es zu spät. 

Also die dicken Gartenhandschuhe an, die nach Erde und Kräutern riechen sollten, den Kleinen beherzt in den Schutzgriff genommen, aus dem Garten das Nest besorgt, das neulich aus dem Baum gefallen war, und mit dem Piepmatz darin in der offenen Garage auf sicherer Höhe abgesetzt. 

Das muss jetzt funktionieren - sonst war alles für die Katz...

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