Gerichtsverhandlung

Fahrerflucht: "Nicht gemerkt" schützt nicht vor Strafe

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Symbolbild

Wickede – Ihm ging es vor allem darum, seinen Führerschein zurückzubekommen, also zeigte sich der Rentner auf Anraten seines Anwalts geständig. Daran, dass er Ende Juni auf dem Aldi-Parkplatz einen anderen Wagen beim Einparken touchiert haben sollte, hatte er ja auch keine Zweifel, „aber ich habe es gar nicht gemerkt".

Die Polizei habe später an seiner Karosserie auch nur einen winzigen blauen Lackfleck von dem anderen Fahrzeug entdeckt, erklärte der Mann am Donnerstag vor Gericht. Derzeit ist er motorisch eingeschränkt, der Mann braucht also sein Auto - und der Führerschein ist bereits seit Oktober eingezogen. 

Also zeigte sich Angeklagte geständig, als er sich am Donnerstag vor dem Werler Amtsgericht wegen Fahrerflucht zu verantworten hatte. An dem Wagen des Geschädigten übrigens lag der Schaden höher, wenngleich lange nicht so hoch, wie dies der Kostenvoranschlag ausgewiesen hatte: Dort war noch die Rede von 1300 Euro - bei einem solchen Betrag hätte das auch eine Sperre für den Wickeder bedeuten können. 

Führerschein wiederbekommen, Geldstrafe bleibt

Letztlich schlug die über die Versicherung abgewickelte Instandsetzung nur mit 500 bis 800 Euro zu Buche, so die Erinnerung des Geschädigten. Ein Zeuge hatte ihm einen Brief unter den Scheibenwischer geklemmt - mit dem Autokennzeichen des Unfallverursachers. 

Der wunderte sich schon ein wenig darüber: „Warum hat mich der Zeuge nicht angesprochen? Ich bin ja nicht weggefahren, sondern in den Supermarkt gegangen“. 

Immerhin: Seinen Führerschein hat der Rentner nun zurück, denn das über ihn verhängte dreimonatige Fahrverbot ist durch die vorläufige Einziehung im Oktober bereits abgegolten. Hinzu kommt jetzt jedoch noch eine Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu je 40 Euro, zu zahlen in Raten, sowie die Prozesskosten – kein Pappenstiel für den Rentner.

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