Partyalarm beim Wickeder Karneval im Bürgerhaus

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Wirbelten mal klassisch, mal sexy cool durchs Programm: die feschen Mädels der 1. Funkengarde.

Wickede – Partyalarm im Bürgerhaus. Die Stimmung war schnell auf dem Siedepunkt. Bereits der Start der Kolping-Prunksitzung am Samstag war erstklassig. 

Das fernsehreife Programm riss das fantasievoll verkleidete Publikum immer wieder von den Stühlen – eine brillante Narrenshow, die das jecke Volk bis zum frühen Morgen in Atem hielt.

Bewährte Kracher und junge Neuzugänge machten das Programm mit gut 15 heißen Nummern, exzellenten Tänzen und jeder Menge grandiosen Szenen zu einem Erlebnis. Schon der Einzug sorgte für einen Aha-Effekt. Denn erstmals wurden der Elferrat und das Prinzenpaar von den jungen Funken und dem Kinderprinzenpaar des TV, Louis und Dina, eskortiert, bevor die großen Tollitäten der Session, Marius und Julika, nach ihrer Rede mit ihrem diesjährigen Mottolied „Alle Jläser huh“ für den ersten Rudelgesang im Saal sorgten. 

Dann hieß es: Premiere für die 2. Funkengarde. Der Tanznachwuchs mit Prinzessin Dina lieferte eine bewundernswerte Choreographie zum kölschen Lied „Für die Iwigkeit“, bevor das „1/2 Quartett“ an die Mikros trat und mit zungenbrecherischer Wortakrobatik zum rhetorischen Rundumschlag ausholte. Joe Wälter und Fabian Schmelzer thematisierten nicht zuletzt die Fahndung nach fehlenden fleißigen Fachkräften – ihr Vorschlag fürs Freibad: „Fürsorglicher Vikar frittiert fettige Fleischpflanzerl im fabelhaften Freibad“. 

Die Wickeder Prunksitzung am Karnevalssamstag: Stimmung im Saal und auf der Bühne 1

Ein Thema war natürlich auch Greta Thunberg: „Globetrotterin Greta organisiert große grüne Kundgebungen im Kampf ,Kapitalismus contra Klima‘, hielten die beiden fest und zogen das Fazit: „Trump ist great, but we are Greta“ und skandierte per Schild die Losung „Fastelovend for future“.

Nachdem die feschen Funkenmädels der 1. Garde zu vier furiosen Fetenhits aus den 90ern die Bühne rockten, enterte auf Krücken gestützt Tom Schmelzer die Bütt. Sein neuer Charakter nach dem Domkapitular im Vorjahr diesmal: der Groß-Gemeindepolizist. 

Die Wickeder Prunksitzung am Karnevalssamstag: Stimmung im Saal und auf der Bühne Teil 2

Und als solcher erklärte er gleich mal die Krücken: „Auf der Jagd nach bösen Buben, die eingebrochen, hab ich mir verknackt den Schochen“. Bei seinem mit jeder Menge Lokalkolorit gespickten Bericht streifte er neben der 50-Jahr-Feier, Bürgerhaus, Bike-Park und Boule-Anlage auch weitere Vor-Ort-Themen wie zum Beispiel Rennebaums Solar-Anlage, der er sogar den Song: „Sonne in der Nacht, Träume sind erwacht“ widmete. 

Aber der Polizist ließ auch einen Seitenhieb auf die Nachbarn nicht vermissen, die sich bei der Planung gemeinsam mit den Grünen gegen das nahe Sonnenenergiefeld ausgesprochen hatten. Vom Edeka mit seinem denkwürdigen Leergutautomaten und den gelben Supernoppen reichten seine rhetorischen Reime bis hin zur Unfallserie von Wimbern: „Ampelkreuzung, fünfmal hat’s gekracht, Ampelkreuzung, Du hast mir kein Glück gebracht“, tönte es zum vertrauten Titel „Schützenliesel“.

Mit über 30 Kindern wirbelten die Chibikkos unter der versierten Leitung von Robert und Sandrina Gedig bei ihrem Showtanz über die Bühne. Nachdem zuvor bereits Greta Thunberg Thema war, griffen die kleinen Akrobaten die Zerstörung des Regenwaldes auf – eine atemberaubende Nummer, die vom Publikum mit donnerndem Applaus honoriert wurde. Eine Turnstunde der besonderen Art boten anschließend die „Schrägen Vögel“. 

Nach dem 80er Kultsong YMCA krabbelten sie als Seemann, Indianer, Bauarbeiter und Polizist aufs Parkett und legten als Liliputaner einen wilden Tanz mit Trampolinsprüngen und Ballakrobatik hin. Auch ihnen war tosender Beifall sicher, bevor Chris Werft, unverzichtbarer Faktor und versierter witziger Moderator der Kolping-Prunksitzung zu Trommel-As Magnus Uhlenbrock überleitete, der seine Drumstick-Jonglage perfekt in Szene setzte. Gute Freunde seit vielen Jahren: die Holtumer Tanzgarde, deren Showeinlagen im Bürgerhaus immer wieder reizvolle optische Akzente setzen, diesmal im 50er Jahre Motto mit Vampirnote. Übrigens wie schon die Chibikkos, auch sie in aufwendigen, selbst genähten und mit effektvollen Accessoires versehenen Kostümen und kunstvoll geschminkten Gesichtern.

Live-Musik vom Feinsten folgte. Die Band Undercover lieferte professionelle Interpretationen von gleich drei bekannten Musiktiteln darunter die Karnevalssongs Leev Marie und Wolkeplatz und riss das Publikum einmal mehr von den Stühlen. 

Bevor beim großen Finale nach gut drei Stunden vom ganzen Saal noch einmal der Motto-Song „Alle Jläser huh“ geschmettert wurde, präsentierten die Funky Marys Hip Hop cool und sexy zu deutschem Rap – die Männerherzen pulsierten. Die Damenwelt konnte sich direkt danach im Männerregen baden, denn die „Elfen vom Männertanz“ steppten zu „It’s raining men“ aus den wilden 80-ern auf. Ihre Posen und Aerobic-Figuren unterlegten sie mit einem Medley aus typischen Songs dieses Jahrzehntes – mit dabei Anspielungen auf Box-Held „Rocky“ und Aerobic-Queen Jane Fonda, den Flashdance-Song „Maniac“ bis hin zu Depeche Mode und Whitney Housten. 

Und noch einmal warteten ausgelassene 20 Minuten auf das Publikum, denn die „Apres Ski Party“ brachte mit wechselnden heimischen Gesangstalenten am Mikro den Saal zum Kochen. Das blieb selbst nach dem Finale so, denn im Anschluss sorgte die Band Backstage noch bis zum frühen Morgen dafür, dass die Tanzfläche prall gefüllt blieb.

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