Neuer Eigentümer sichert Bestand des Beringhofes

Neubau auf dem Geländes des Beringhofes: Die 25 mal 60 Meter große Reithalle wurde beim Schnadegang besichtigt.

WIMBERN ▪ Es ist schon eine glückliche Fügung, dass Peter und Andrea Müller 2006 den Beringhof erwerben konnten. Der Kauf selbst - da ist sich das Ehepaar sicher - war damals nur möglich, weil sich auf Höllinghofen gerade der Generationswechsel vollzog und Dr. Wolfhard von Boeselager die Regie an Tochter Ildiko und Schwiegersohn Franziskus von Ketteler weiterreichte. „Da haben wir Glück gehabt“, erläuterte der Leuchtenfabrikant und Wimberner Neubürger jetzt vor 175 Wickeder Besuchern im Rahmen des Schnadegangs.

Glücklich kann sich andererseits aber auch die Gemeinde Wickede schätzen. Denn mit Müller als Käufer war ein Garant für den Fortbestand dieses geschichtsträchtigen Hofes gegeben, der 1185 erstmals urkundlich erwähnt wurde, im Mittelalter auch als „Beringthorpa“ bekannt war und in den vergangenen rund 100 Jahren der Familie von Boeselager gehörte. Bevor der Beringhof in den 90-er Jahren von einer Wohngemeinschaft mit spirituell-ökologischen Zielsetzungen bezogen wurde, dümpelte er allerdings seinem Verfall entgegen. Die Beringhof-Gemeinschaft konnte diese Entwicklung mit Arbeitsprojekten, an denen Gäste aus aller Welt teilnahmen, stoppen, aber letztlich schon aufgrund des finanziellen Bedarfes den Bestand nicht langfristig sichern.

Unternehmer Peter Müller indes verfügte über die nötigen Mittel. Nach dem Kauf 2006 erwartete das Ehepaar allerdings einiges an Arbeit: Sämtliche bestehenden Gebäude, teilweise sogar vom Einsturz bedroht, wurden von Grund auf renoviert. Dazu wurde ein neuer Pferdestall errichtet, zudem eine 25 mal 60 Meter große Reithalle nebst Reitplatz. Besonders großen Aufwand die Renovierung des Haupthauses beschert. Hier seien wohl nach Undichtigkeiten im Badbereich Zwischendecken zum Teil faul gewesen und hätten erneut werden müssen, so die neuen Eigentümer.

Bei der Energieversorgung und Entsorgung mit Verrieselungsfeld ist der Beringhof übrigens einigermaßen autark. Das Ehepaar Müller setzte eine Solar-Anlage mit 42 kW peak aufs Scheunendach, der Hof verfügt über ein eigenes Wasserwerk und eine eigene Energieversorgung mit Erdwärmeheizung. Die Investitionen werden sich nach etwa acht Jahren amortisiert haben, hieß es bei der Information der Schnadegänger.

Pferdezucht und Pferdesport sind die Passion der Familie. Die 25-jährige Tochter Katrin sei Profi-Reiterin, der 21-jährige Sohn Philip studiert gegenwärtig BWL und möchte später in den väterlichen Betrieb einsteigen. Neben Ställen und Reitanlagen direkt auf dem Hof pachtete der neuen Eigentümer rund 20 Hektar Wiesen im Ruhrtal hinzu, auf deren jeweils sorgfältig eingezäunten Koppeln sich beim Schnadegang die Pferde ausgelassen tummelten.

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