Neue Züge

"Pesa Link" lauter: "Es gleicht manchmal einem landenden Düsenjet" 

Lauter als das Vorgängermodell: Die neuen Züge der Reihe „Pesa Link“, die auch durch Wickede fahren. - Foto: Deutsche Bahn

Wickede – Nicht nur Fahrgäste haben mit den neuen Fahrzeugen vom Typ „Pesa Link“ bisweilen Einschränkungen hinzunehmen. Auch Anwohner der Schienenstrecke monieren Nachteile. „Die neuen Züge sind erheblich lauter als die Vorgänger“, stellt jetzt ein Anlieger der Bahnlinie im Kontakt mit der DB Regio fest. Dort zuckt man aber nur mit den Schultern und erklärt: „Die zum Betrieb maßgeblichen gesetzlichen Regelungen werden allesamt erfüllt“. 

Mehr Beschleunigung und Höchstgeschwindigkeit hatte die Bahn 2013 mit den neuen Zügen geordert. Zudem seien sehr viel höhere Anforderungen an die Reduktion der Umweltbelastung gestellt worden, verweist die DB Regio darauf, dass AdBlue-Technik inklusive Abgasschalldämpfer zur Verwendung komme. 

Die Lärmbelästigung insgesamt aber - auch das ein bedeutender Umweltfaktor - war beim Auftrag offenbar kein Kriterium. „Es gleicht manchmal einem landenden Düsenjet“, klagt man jetzt im Umfeld der Wickeder Schienenstrecke zur Lärmentwicklung der in Polen hergestellten, neuen Züge. 

Und die Bahn räumt durchaus ein, dass der „Pesa Link“ tatsächlich lauter sein könnte. So sei die Höchstgeschwindigkeit der Fahrzeuge von 120 auf 140 km/h erhöht worden und damit einhergehend die Leistung je Motor um mehr als 100 PS angestiegen. „Dass dies im besten Falle unter mindestens gleichbleibender Lärmemission geschieht, können wir als Betreiber nicht beeinflussen“, heißt es da sibyllisch von der DB Regio.

Während man bei der Bahn hofft, dass der polnische Hersteller Ausfälle, Verspätungen und andere Probleme als Kinderkrankheiten demnächst ausräumen kann, geht man offenbar nicht davon aus, dass sich in puncto Lautstärke etwas verbessern lassen wird. 

„Nach außen keine Maßnahmen greifbar“ 

Für die Fahrgäste im Inneren der Züge sollen mit zusätzlichen Isolierungen noch weitere Verbesserungen erreicht werden. Dies betreffe allerdings nur die Lärmemission im Fahrzeug. „Nach außen sind derzeit keine Maßnahmen greifbar“, so die DB Regio. 

„Insgesamt sind alle bestellten 36 Züge im Einsatz, 20 zweiteilige, die auf den RB-Linien im Sauerland verkehren, und 16 dreiteilige, die auf der RE 17 und 57 seit dem 1. April fahren“, erläutert die DB Regio zum Einsatz der neuen Züge unter anderem durch Wickede. Reibungslos startete das neue Modell aber nicht. Aufgrund der Probleme waren daher sogar ältere Züge vom Typ „Bombardier Talent“ wieder aufgearbeitet und eingesetzt worden. 

Erst am vergangenen Samstag waren zwei Wickeder Fahrgäste mit dem neuen „Pesa Link“ nach Dortmund bzw. von Hagen zurück nach Wickede unterwegs. Sie zeigten sich von Ausstattung und Lärmpegel im Inneren insgesamt angetan. Allerdings sei auf der Hinfahrt ein Display mit Infos zu den Bahnhöfen der Strecke defekt gewesen, und auf der Rückfahrt habe man bisweilen ein scharfes Schleifen im Bereich des Unterbodens vernommen: „Wir dachten, wir kommen nicht in Wickede an“. 

Doch selbst, wenn solche einzelnen Defekte für die Fahrgäste im nächsten Moment wieder ausgeräumt sind: Die erhöhte Lärmentwicklung für Anlieger der Bahnlinie wird bleiben...

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