ZUE Wickede-Wimbern

Nach Corona-Fall in Flüchtlingsheim: Alle Bewohner werden getestet - 350 Personen in Quarantäne

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In der ZUE Wickede-Wimbern gibt es seit Montag eine bestätigte Corona-Infizierte.

[Update: 11. Juni, 11.16 Uhr] Kreis Soest - Nachdem am Montag eine Bewohnerin in der ZUE Wickede-Wimbern positiv auf das Coronavirus getestet worden ist, reagiert das Kreisgesundheitsamt jetzt mit weiteren Maßnahmen.

Nach Eingang des Laborergebnisses aus der Zentralen Unterbringungseinrichtung (ZUE) Wickede-Wimbern habe man mit der Ermittlung der Kontaktpersonen begonnen. Diese sei mittlerweile abgeschlossen, teilt der Kreis nun mit.

Am kommenden Freitag, 12. Juni, wird eine breit angelegte Abstrichaktion für alle Bewohner sowie die Mitarbeiter stattfinden, die in enger Abstimmung mit der Bezirksregierung Arnsberg und der Gemeinde Wickede erfolgen soll.

Warten auf Ergebnisse

Grund dafür sei unter anderem, dass sich in der Einrichtung anfällige Personen befinden. Wie Wickedes Bürgermeister Martin Michalzik erklärt, sind damit vor allem schwangere Frauen und Personen mit Erkrankungen gemeint. Die Einrichtung in Wimbern ist für Geflüchtete mit besonderem Schutzbedarf bestimmt. 

Außerdem könne aufgrund dieser im Fall eventueller weiterer Infektionen die Kontaktermittlung unverzüglich beginnen, um eine wirksame Eindämmung zu erzielen. "Die Gemeinde begrüßt diesen breiten Ansatz auch, weil ihn die Menschen in Wickede sicher wünschen und er dafür sorgt, dass wir als Behörden auf solider Datenbasis weiter informieren und - wenn nötig - entscheiden und handeln können", sagt Ingo Regenhardt als zuständiger Fachbereichsleiter der Gemeinde.

Zwei Labore verpflichtet

Aktuell wurde sicherheitshalber für alle Bewohner und Mitarbeiter eine Quarantäne angeordnet, bis die Test-Ergebnisse vorliegen. Damit das zügig geht, wurden Michalzik zufolge gleich zwei Labore für die Untersuchungen am Freitag verpflichtet.

Für die Mitarbeiter läuft das so ab: Sie dürfen ähnlich wie in Pflegeheimen weiter arbeiten, müssen sich ansonsten aber häuslich isolieren. Insgesamt handelt es sich um rund 350 Personen, die sich derzeit in Quarantäne befinden, davon 241 Bewohner.

Infektion löst umfangreiche Testung aus

Dass die Quarantäne erst jetzt angeordnet wurde und nicht schon am Montag, liege an dem gewöhnlichen Entwicklungsprozess der Kontaktermittlung. Der Kreis hätte zunächst auf eine Ausgangssperre für die ZUE verzichtet und wollte die Entwicklung abwarten. 

Zu den ersten Maßnahmen am Montag zählte unter anderem ein Besucher-Stopp. Personen, die engen oder regelmäßigen Kontakt mit der Infizierten hatten, seien bereits frühzeitig innerhalb der Einrichtung isoliert worden. 

Die Infizierte in Wickede ist einer von aktuell vier bestätigten Corona-Fällen im Kreis Soest. Die anderen Personen kommen aus Ense, Lippetal und Lippstadt.

Test am Montag positiv

In der Zentralen Unterbringungseinrichtung (ZUE) der Bezirksregierung Arnsberg in Wickede-Wimbern war zuletzt eine Bewohnerin beim Test vor Zuweisung in eine andere Einrichtung positiv auf das Coronavirus getestet worden. Das teilte der Kreis Soest Anfang der Woche mit. Die Frau habe keine Symptome aufgewiesen. 

Darüber wurde das Kreisgesundheitsamt am Montagvormittag, 8. Juni, informiert. Die Bewohnerin befindet sich seitdem in einem Quarantänebereich innerhalb der ZUE, ebenso wie die bereits ermittelten engen Kontaktpersonen. Die Ermittlungen dauern derzeit noch an.

In der Einrichtung in Wimbern stehen insgesamt 400 Plätze zur Verfügung. Weitere Zugänge in die Einrichtung oder Zuweisungen in andere Einrichtungen sind zunächst gestoppt. 

Lesen Sie auch: So beschreibt eine Bewohnerin das Leben in der ZUE

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