Marihuanahandel

Nach Urteil sofort wieder erwischt - und das dreimal: Jetzt Knast

+

Wickede - Eben erst war der Wickeder wegen Drogenhandels verurteilt worden, da erwischte ihn die Polizei schon wieder. Doch auch die nächste Verurteilung hielt ihn nicht vom erneuten Dealen ab. Nachdem er das dritte Mal erwischt wurde, gibt's nun keine Bewährungsstrafe mehr. Jetzt muss der Wickeder für zwei Jahren und drei Monate hinter Gitter.

Das Soester Amtsgericht verhängte am Donnerstag als Strafe zudem, die bei der jüngsten Durchsuchung vorgefundenen 550 Euro einzuziehen. 

Bei dem Angeklagten, der seit Ende April in Untersuchungshaft sitzt, wurden alle drei Mal in zeitnahen Abständen große Mengen Marihuana gefunden. In allen Fällen wurde die illegale Droge in kleinen Klemmverschlusstüten im Auto und in der Wohnung des 57-Jährigen gefunden. 

Am 23. Januar waren es 215 Gramm, was dem Richter Grund zur Annahme lieferte, dass es sich nicht nur um Mengen für den Eigenbedarf handelte. Doch der Angeklagte blieb dabei, das Marihuana für sich besorgt zu haben - und für eine kleine Runde von Freunden, denen er aber die Ware zum gleichen Preis verkaufe, wie er sie erwerbe. Das Geld für eine weitere Beschaffung habe er von Wettgewinnen und seinem Arbeitslosengeld.

Für den Richter war das nicht überzeugend - nach weiteren Nachfragen gab der 57-Jährige zu, auch mal „einen Zehner oder Zwanziger“ von seinen Kumpels dazu bekommen zu haben.

Die erste Strafe von mehr als einem Jahr auf Bewährung hielt ihn nicht davon ab, weiterzumachen. Keine zwei Wochen später wurde er wieder erwischt - diesmal mit 42,5 Gramm nebst Bargeld. 

Doch auch die daraufhin erteilte Geldstrafe mit verlängerter Bewährung schreckte ihn nicht ab. Ende März beobachtete ein Polizeibeamter, wie der 57-Jährige einem Freund eine kleine Tüte übergab. Da dieser selbst den Austausch bestätigte, hielt es der Richter nicht für notwendig, hierzu noch den Beamten als auch den besagten Freund als Zeugen zu hören. 

Bei der erneuten Hausdurchsuchung wurde nahezu die gleiche Menge Marihuana wie im zweiten Fall in der Wickeder Wohnung entdeckt - dazu auch zwei Mobiltelefone, wobei der Angeklagte zu Protokoll gab, dass er mit dem einen nicht gut klar komme und nur Sport darauf schaue.

Die Tatsache allerdings, dass es über 30 unbeantwortete Anrufe auf dem Gerät gab und er sich hierzu in Widersprüche verstrickte, wurde schließlich nicht zu Gunsten seines Urteils ausgelegt. 

Am Ende der Verhandlung wurde eine Gesamtfreiheitsstrafe gebildet: zwei Jahre und drei Monate nebst der sichergestellten 550 Euro. Angesichts der „kriminellen Energie“, so der Richter, die sich während der drei zeitnahen, einschlägigen Straftaten gezeigt habe, komme eine Bewährung nicht mehr in Betracht. 

Das Gericht zeigte sich überzeugt, dass es bei dem Verkauf der Drogen um Handel ging. Da der Angeklagte aber nicht von dem erlösten Geld leben könne, liege nicht der Tatbestand des gewerblichen Handels vor.

Das schließlich bewahrte den Wickeder vor einem noch schärferen Urteil. Er hat jetzt eine Woche Zeit, zu überlegen, ob er das Urteil akzeptiert oder anfechtet. - akha

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf soester-anzeiger.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare