Rathaus unterstützt Infizierte und Kontaktperson

Kontrolle und Hilfe: Gemeinde begleitet Corona-Quarantäne

64 Wickeder sind aktuell in Quarantäne.
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64 Wickeder sind aktuell in Quarantäne.

Wickede – Anteilnahme, Amtshilfe und Fürsorge, aber auch Kontrolle – die Kommune als Ordnungsbehörde ist bei der Begleitung der vom Kreis angeordneten Quarantäne vor Ort in zweifacher Hinsicht gefragt. Und die Kontakte zu betroffenen Mitbürgern sind angesichts der gegenwärtigen Dynamik der Pandemie nicht mal eben mit links nachzuhalten: Zusammengelegt ergibt der Arbeitsaufwand im Rathaus mittlerweile eine volle Stelle.

Wickede - Noch in der Vorwoche sprach der Bürgermeister von 20 Infizierten und weiteren 22 Kontaktpersonen ersten Grades, insgesamt also 44 angeordneten Quarantänen im Gemeindegebiet. Zu Beginn dieser Woche sind es 18 positiv getestete Wickeder und dazu 46 erstgradige Kontaktpersonen, also bereits 64 Fälle. Und sie alle hat das Rathaus per Information vom Kreisgesundheitsamt im Auge.

Entweder per Brief, per Anruf oder mit einem Besuch nimmt die Gemeinde Kontakt zu Betroffenen auf. Dabei steht zunächst mal das Mitgefühl im Vordergrund. „Wir bringen unser Bedauern zum Ausdruck und bieten Hilfen an“, erläuterte Bürgermeister Michalzik zum Anschreiben. Solche Unterstützung ist gerade dort wichtig, wo Familien, Freunde oder Nachbarschaft fehlen, um einem Mitbürger unter Quarantäne etwa beim Einkaufen zu helfen oder auch den Hund auszuführen.

Dringender Appell

Ein solches Anschreiben enthält aber auch den dringenden Appell, sich an die Quarantäne zu halten. Immerhin stellt sie eine Ordnungsverfügung dar. „Wer dagegen verstößt, begeht eine Straftat“, macht Fachbereichsleiter Ingo Regenhardt deutlich, dass es hier um die Gefährdung anderer geht. „Wir sind nicht auf einem Kindergeburtstag.“ Bei Verstößen werde Strafantrag gestellt. Das Infektionsschutzgesetz spricht hierbei durchaus von Haftstrafen.

Immerhin aber und trotz des mittlerweile ansehnlichen Packens an Quarantänefällen, die seit Anfang der Pandemie alleine in Wickede aufgelaufen sind, musste das Rathaus diese Keule bisher noch nicht schwingen. „Die Wickeder halten sich dran“ – diese Erfahrung von Regenhardt nach dem ersten Lockdown im Frühjahr gilt nach wie vor.

Dabei stellt die Quarantäne tatsächlich ein komplettes Ausgehverbot dar. Ein Betroffener darf den Bestimmungen nach noch nicht einmal in den eigenen Hausgarten, sondern muss in seinen vier Wänden bleiben. Nicht zuletzt das kontrolliert das Rathaus mit seinen Anrufen, die allerdings nicht flächendeckend, sondern stichprobenartig angelegt sind. Dafür werde wöchentlich abgestimmt, welche Schwerpunkte man für die nächsten Anrufe setze, erläutert Regenhardt zum Vorgehen.

Bislang keine Probleme mit Corona-Leugnern

Der Behörde am Marktplatz kommt dabei natürlich das Wissen um die Menschen vor Ort zugute. In einem überschaubaren Ort wie der Ruhrgemeinde kennt man viele Einwohner sogar persönlich. Da fällt die Einschätzung noch leichter, wo eventuell eine Problematik bestehen könnte, wo also vorrangig nachgefasst werden sollte.

Insgesamt aber ist die Verwaltung glücklich, dass man mit vorsätzlichen Verstößen oder gar mit Corona-Leugnern und Verschwörungstheoretiker vor Ort bislang keine Probleme hatte. „Mit dem Appell an Vernunft und Verstand sind wir bisher sehr gut gefahren“, so Ingo Regenhardt. Der Fachbereichsleiter macht aber deutlich, dass man bei Verstößen nicht zögern werde, das dann vorgesehene Instrumentarium auch anzuwenden.

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