Die Konjunktur hilft

Haushalt 2018 beschert Verbesserung von 3,1 Mio. Euro

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Etliche dieser Scheinchen müssten für die 3,1 Mio. Euro zusammengelegt werden, um die sich unterm Strich Wickedes Haushalt 2018 verbessert hat. - Foto: Rother

Wickede – Die gute Wirtschaftslage mit entsprechenden Gewerbesteuern, dazu weniger Ausgaben – der Gemeindehaushalt hat sich 2018 erneut in Millionenhöhe verbessert. Genau 3,1 Mio. Euro wurden mehr eingenommen bzw. weniger ausgegeben als geplant. Gestärkt wird damit die Vorsorge für schlechte Zeiten. 

Statt geschätzter 9,2 waren 11,6 Mio. Euro als Gewerbesteuer von den heimischen Firmen 'reingekommen, netto blieb davon eine Verbesserung von rund zwei Mio. übrig. Rund eine Mio. Euro weniger gab die Gemeinde 2018 für den Posten „Sach- und Dienstleistungen“ aus.

Dieser Haushaltsposten reicht von der baulichen Unterhaltung der Gebäude bis hin zur Straßenunterhaltung. 6,3 Mio. waren hier vorgesehen, gebraucht hat die Gemeinde aber nur 5,3 Mio. Euro. 

Die Verbesserung soll auf die hohe Kante - oder besser: in die Ausgleichsrücklage, wie dies bei den Kommunalfinanzen heißt. Die lag Ende 2014 bei null Euro, war Ende 2017 dann bereits mit rund 3,1 Mio. Euro gefüllt. Von der jüngsten Verbesserung werden jetzt noch einmal 2,1 Mio. dazugepackt, womit die Ausgleichsrücklage auf 5,2 Mio. Euro anwächst. 

Sollte diese hohe Kante mal wieder komplett aufgebraucht sein, kann die Gemeinde noch auf einen weiteren Puffer zurückgreifen: Die Allgemeine Rücklage. Und die wird mit dem Rest der Verbesserung aus 2018, also mit der noch verbleibenden Million auf rund 10,5 Mio. Euro verstärkt. „Das“, so Bürgermeister Martin Michalzik und Kämmerer Christian Wiese, „schafft eine angemessene Risikovorsorge jedenfalls für die Haushalte 2020 und 2021“. 

Insgesamt sei die Gemeinde nun „für mögliche Rückschläge bei Finanzen und Steuern durch eine eventuell schwächere Wirtschaftskonjunktur wieder besser aufgestellt“. 

Auch für die Schulden der Gemeinde sei „nach einem zwischenzeitlichen Anstieg eine Kurskorrektur erreicht“ worden, sagt das Rathaus. Die Verbindlichkeiten beliefen sich am 31. Dezember 2018 für den so genannten Kernhaushalt der Gemeinde auf 23,6 Mio. Euro. Für die Jahre 2016 und 2017 wies die amtliche Statistik hier Beträge von 27,8 und 28,9 Mio. Euro auf, heißt es weiter.

„Davon entfiel ein großer Betrag von fast zehn Mio. Euro auf so genannte Kassenkredite, gewissermaßen der ,Dispo' der Kommune. Als langfristige Auswirkung der Wirtschafts- und Finanzkrise bzw. der Haushaltssicherung konnten längere Zeit laufende Ausgaben nur so finanziert werden. Diese von Zinssteigungen besonders bedrohten Kredite wurden jetzt komplett abgebaut“, zeichnen Michalzik und Wiese die jüngste Entwicklung nach.

Ein Drittel der zehn Mio. wurde in langfristige Kredite mit sehr niedrigen Zinsen überführt, die schrittweise getilgt werden. Rund zwei Drittel konnten zurückgezahlt werden. Das Rathaus: „Im aktuellen Schuldenstand von 23,6 Mio. Euro schlagen insbesondere acht Mio. Euro für Um- und Neubau der Sekundarschule zu Buche. 

Im Auf und Ab der Kreditfinanzierung von Investitionen liegt die Gemeinde Wickede (Ruhr) mit 23,6 Mio. Euro wieder bei einem Schuldenbetrag im Kernhaushalt, wie er bereits 2006 und 2012 vorlag. Ein Tiefstand war 2008 mit 18,4 Mio. Euro erreicht“. Beim Blick nach vorne sind aber auch nächste Investitionen erkennbar, die „sich wirtschaftlich nur mit größeren Krediten werden finanzieren lassen“, kündigt die Verwaltung an. So seien z.B. die neue Drehleiter für die Feuerwehr und bauliche Verbesserungen an den Grundschulen und am Bürgerhaus zu finanziereren. 

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