100 Kilometer in drei Stunden: Sekundarschüler lassen Wetterballon steigen

Drei Monate haben sie geplant und gebaut: Nun ließen die Sekundarschüler ihren Wetterballon fliegen.

Wickede – Mit einem Countdown wurde der Start des Wetterballons eingeläutet. Nach knapp drei Monaten war es endlich soweit – der Wetterballon durfte 37 Kilometer in die Höhe steigen. Die 7. Jahrgangsstufe und der Wahlkurs der 9. Jahrgangsstufe konnten ihr Experiment am Dienstag zu Ende bringen.

Das Projekt war im April gestartet. Die Sekundarschüler und besonders die Lehrer waren deshalb nun gespannt, ob der selbst gebaute Kasten, bestehend aus Styropor, an dem Luftballon seinen Zweck erfüllen würde.

Darin hatten die Schüler eine Kamera, ein GPS-Gerät und ein Handy eingebaut, um die Daten des Fluges aufzuzeichnen. Um 10 Uhr versammelten sich die Schüler auf dem Sportplatz der Gerkensporthalle um den Start des Wetterballons nicht zu verpassen.

Projekt "Wetterballon" der Sekundarschule Wickede

Unter den Zuschauern waren auch ein paar Schüler aus den unteren Jahrgangsstufen. Wer sich im Unterricht gut benommen hatte, bekam eine „Freikarte“ vom Unterricht. Es wurden drei Karten pro Klasse verteilt. Eingesammelt wurden diese Karten von den Projektschülern. „Es gab vier verschiedene Gruppen mit verschiedenen Aufgaben. Meine Türsteher zum Beispiel passen genau auf, wer sich das Spektakel anschauen darf und wer versucht, ohne Karte zuzuschauen“, erklärte Lehrer und Organisator Rafael Giemsa. Zudem gab es noch ein Kamerateam, ein Forscherteam und ein Aufbauteam.

„Bis zu 37 Kilometer fliegt der Ballon dann in die Höhe, bis er irgendwann platzt. Dann müsste er irgendwo im Raum Bielefeld wieder runterkommen, wofür wir einen Lehrer-Suchtrupp zusammen gestellt haben“, erläutert Lehrerin Christiane Rosenstein. „Der Neoprenanzug ist auch eingepackt, falls wir schwimmen müssen. Die Kletterausrüstung darf natürlich auch nicht fehlen“, ergänzt Giemsa.

Fünf Meter pro Sekunde

Zum „Lehrerteam“ gehört neben Christiane Rosenstein und Rafael Giemsa auch Samuel Kley. Unterstützt wurde das Projekt durch eine Spende der Sparkasse. Um 11 Uhr sollte der Ballon dann endlich in die Luft steigen. Die Schüler Kai, Maxim und die Lehrer Giemsa und Rosenstein bereiteten den Wetterballon vor.

Noch hier und da Klebeband an der Messkiste und schon war der Wetterballon samt Equipment bereit, in den Himmel zu steigen. Um kurz nach 11 wurde ein Countdown eingeläutet. Von 10 bei 0 angekommen ließen die Schüler und Lehrer den Ballon los, und jeder musste sich verkneifen nicht direkt in die Sonne zu schauen, um den Wetterballon zu verfolgen.

Dieser nahm stark an Fahrt auf und war bald nur noch als kleine weiße Kugel am Horizont zu sehen. Ungefähr fünf Meter pro Sekunde lege der Wetterballon zurück, so der Lehrer. Die Sonde mit Fallschirm und der Ballon wiegen zusammen um die drei Kilogramm.

Kurze Panik

Nach zweieinhalb Stunden bekam das Team leider immer noch keine Meldung von der Sonde. „Da der Tracker so hoch war, konnten wir ihn erst nicht erreichen. Wir hatten schon fast die Hoffnung verloren. Als wir es dann nach drei Stunden noch einmal versuchen, erreichten wir die Sonde und konnten den Standpunkt herausfinden. Wir waren hellauf begeistert“, erklärte Giemsa.

Der Wetterballon landete im Herrenwinkel, in Bielefeld in einem Baum. „Wir mussten nicht klettern, da die Fetzen des Ballons an den Seilen in Augenhöhe hingen, und wir nur noch an den Seilen ziehen musten um den Wetterballon zu Boden zu ziehen. Ein Flügel der Styroporkiste hat Schaden genommen, aber ansonsten ist die Wettersonde weitgehend heile angekommen“, freut sich Giemsa.

Von Judith Müller

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