Kaminbrand: So können Sie sich davor schützen - Feuerwehr gibt hilfreiche Tipps

In der kalten Jahreszeit werden die Kamine wieder angefeuert. Dabei kann große Gefahr im Verborgenen lauern.

Wickede/Kreis Soest – Meistens ist es der aufmerksame Nachbar, der den Kaminbrand zuerst bemerkt. Dann ist es höchste Zeit, schnell zu handeln und die Feuerwehr unter 112 anzurufen. Was zu tun ist , wenn ein Kamin Feuer gefangen hat, das beleuchtete jetzt die Wehr an einem Informationsabend.

Ein aktuelles Thema: Am Montag wurde an der Hammer Straße in Werl ein Haus wegen eines Kaminbrandes evakuiert. In der kalten Jahreszeit machen es sich die Menschen gerne gemütlich, wärmen sich am Ofen auf. Hat sich aber erst einmal Glanzruß im Kamin abgesetzt, kann es gefährlich werden, denn dieser entzündet sich schnell. 

„Für uns war das eine gelungene Veranstaltung“, freut sich Philipp Pantel von der Wickeder Feuerwehr über das Interesse der Gäste. Vor sieben Jahren habe man so einen Info-Abend schon einmal angeboten, im Rahmen des „vorbeugenden Brandschutzes“. Und der ist wichtig, werden die Feuerwehrleute in der Heizperiode, die meistens von Oktober/November und je nach Wetterlage bis in den Mai hinein dauert, zu rund drei Kaminbrand-Einsätzen gerufen.

Rund 50 Minuten Theorie gab es zunächst, so Pantel. An verschiedenen Stationen konnten sich die Gäste erklären lassen, was alles wichtig ist, um einen Kaminbrand zu verhindern. Rauch- und CO-Melder und auch eine Wärmebildkamera, mit der gezielt Glutnester gesucht werden können, wurden gezeigt.

Kaminbrand: Glanzruß entzündet sich

Immer dann, wenn fossile Brennstoffe oder Holz verbrannt werden, kann sich Glanzruß bilden. Glanzruß entsteht bei unvollständiger Verbrennung, wenn man nasses Holz oder ungeeignete Brennstoffe wie Fette benutzt oder wenn die Brennstoffe zu wenig Sauerstoff bekommen. 

Der Glanzruß, der sich im Schornstein absetzt und anlagert, kann sich schnell entzünden. Dann fängt die – hoffentlich schnellstmöglich alarmierte Feuerwehr – das brennende Material auf, löscht ab und kontrolliert den Kamin und die Umgebung mit der Wärmebildkamera auf Glutnester. Auch Zwischendecken oder Balken werden in Augenschein genommen, können sie auch später noch in Brand geraten.

Kaminbrand: Darum dürfen sie kein Wasser zum Löschen nutzen

Philipp Pantel warnt davor, mit Wasser zu löschen. Das führe zu einer Explosion, bei der schlimme Verletzungen folgen können. Bei 100 Grad Celsius entstehen aus einem Liter Wasser rund 1700 Liter Wasserdampf. Weil sich der Dampf so schnell ausbreite, könne auch der Kamin bersten. 

Kaminbrand: Haus am besten sofort verlassen

Am besten sei es, das Haus sofort zu verlassen, nicht aufs Dach zu steigen und die Feuerwehr zu rufen. „Eigentlich sollte es gar nicht erst zum Brand kommen“, meint der für Wickede bevollmächtigte Bezirksschornsteinfegermeister Matthias Fischer, der an diesem Abend zusammen mit der Feuerwehr wichtige Tipps vermitteln konnte.

Wie macht man eigentlich ein richtiges Feuer? 

Früher habe man aufgeschichtet wie ein Lagerfeuer, etwas zum Zünden wurde unter das Brennmaterial gelegt – das mache man heute nicht mehr. Heute solle das größte Stück Holz nach unten gelegt werden, die anderen Scheite quer und längs der Größe nach darüber, darauf komme der Anzünder, damit das Feuer von oben abbrenne.

Kaminholz: Das müssen Sie beachten

Holz oder geeignete Brennstoffe sollten verwendet werden. Das Holz solle stückig sein, abgelagert, unbehandelt und in angemessener Größe. Einfach nur ein großes Stück zu nehmen, sei nicht gut, auch sei das Holz oft nicht genug abgelagert, so Fischer. Wichtig sei die Verbrennungsluftversorgung am Ofen selber, die Schieber sollten immer offen sein, um genügend Sauerstoff zu haben.

Zudem müsse die Feuerstätte baulich in Ordnung sein, so Fischer. Die Schamottsteine müssten einwandfrei sein und auch das Ofenrohr und die Dichtungen sollten überprüft und gereinigt werden. Dann sei die Gefahr der Glanzrußbildung eher gering. Hat sich dieser erst abgesetzt, entzünde er sich leicht, komme ein Funken aus dem Ofen nach oben, sei das schnell passiert.

Glanzruß seien im Grunde Rückstände von nicht vollständig verbranntem Holz. Das Holz soll luftig gelagert werden, ein Dach darüber, an der wetterabgewandten Seite und am besten auf einer Palette. Im Rahmen der Feuerstättenschau sehe er sich auch das Holz an, den Ofen sowieso, was die bauliche Seite anbelange.

Dann kommt der Feuerstättenbescheid, in dem auch das Fegeintervall festgelegt sei. Rund zwei bis drei Kaminbrände gebe es in der Winterzeit in Wickede, schätzt Fischer, der sich über die gute Resonanz auf die Veranstaltung freut. Mit der Feuerwehr wolle er sprechen, ob es irgendwann eine Wiederholung geben könne.

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