Trotz Corona: Die großen Projekte laufen weiter:

Investitionsplan der Gemeinde Wickede bleibt auf Kurs

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Im Rathaus der Gemeinde Wickede will man sich bei der Entwicklung wichtiger Bauprojekte durch Corona nicht vom Kurs abbringen lassen.

Wickede – Die Gemeinde will sich bei der Entwicklung wichtiger Bauprojekte durch Corona nicht vom Kurs abbringen lassen. Die großen Vorhaben, die mit Verabschiedung des Haushaltes für 2020 ins Auge gefasst wurden, werde man weiter verfolgen.

Das hat jetzt der Fachbereichsleiter der Bauverwaltung, Markus Kleindopp, bekräftigt. „Die Planungen der Gemeinde für Baumaßnahmen laufen weiter“, erklärt Kleindopp, seines Zeichens auch allgemeiner Bürgermeister-Stellvertreter.

Der Bauamtschef verweist auf Prioritäten wie etwa zusätzliche Kita-Räume in der ehemaligen Westerheideschule, den Neubau der Toilettenanlage mit Erweiterung der Pausenhalle an der Melanchthonschule, die beschlossenen Straßensanierungen, die Kunstrasenerneuerung am TuS-Sportplatz, die Modernisierung des Bürgerservices und die Renovierung des Bürgerhauses. „Ziel ist es, soweit als möglich viele Dinge umsetzungsreif zu machen“, so Kleindopp. 

Und er erinnert an die Notwendigkeit, die hinter den einzelnen Maßnahmen steckt. „Die zusätzlichen Kindergartenplätze brauchen wir ja objektiv ab August. Auch die Straßenerneuerung ist nötig“. Das Ganze ist allerdings mit einem Aber versehen: Wenn auch die Verwaltung weiter zielgerichtet an den Projekten arbeitet, so hinge die konkrete Umsetzung „davon ab, wie lange die Krise dauert und was dann organisatorisch seitens der ausführenden Firmen nötig ist“. Diese Vorgehensweise habe man seitens der Verwaltung auch mit den Fraktionssprechern abgestimmt.

Die Gefahr, dass die Kommune beschlossene Investitionen verschieben muss, weil etwa Gewerbesteuereinnahmen wegen der Corona-Krise nicht eingehen wie geplant, ist laut Kämmerer Christian Wiese nicht gegeben. „Eine Verschiebung ist auch haushaltsrechtlich nicht notwendig, da Investitionen keine wesentlichen Auswirkungen auf den Ergebnisplan haben“, erläutert Wickedes Haushaltswächter. „Große Investitionen finanzieren wir über sehr zinsgünstige Darlehen. Insofern ist das tatsächliche Steueraufkommen zum Beispiel aus der Gewerbesteuer an dieser Stelle nachrangig“, erklärt Wiese. Allerdings, und das macht Bürgermeister Dr. Martin Michalzik ganz deutlich, sei mit Einnahmeeinbrüchen zu rechnen. „Ja, ich erwarte einen deutlichen Rückgang. Uns erreichen die ersten Mitteilungen, dass Unternehmen die regelmäßigen Vorauszahlungen auf die Gewerbesteuer anpassen beziehungsweise auf null setzen möchten.“ 

Der Bürgermeister beleuchtet dazu die Eingebundenheit heimischer Unternehmen: „Wickede ist als Industriegemeinde sehr stark mit der Automobilwirtschaft verflochten. Die Werksschließungen der Automobilhersteller werden daher unmittelbare Auswirkungen auf unsere heimischen Unternehmen haben – jetzt schon Kurzarbeit, wahrscheinlich auch Produktionsunterbrechungen.“ „Liquidität ist weiterhin gegeben“ Zudem durchkreuze die Krise die mittelfristigen kommunalen Finanzplanungen.

„Die Liquidität der Gemeinde ist weiterhin gegeben. Dafür sorgen die in den vergangenen Jahren aufgebauten Rücklagen. Sie waren als Konjunkturpuffer für die kommenden Jahre vorgesehen – und werden nun wohl komplett 2020 eingesetzt werden müssen“, umreißt Michalzik die Entwicklung. Konkrete Schlussfolgerungen für künftige Gemeindehaushalte werden aber „frühestens im Herbst möglich sein“.

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