1. Soester Anzeiger
  2. Lokales
  3. Wickede

Inbetriebnahme im Oktober: Fischtreppe und Schnecke werden rechtzeitig fertig

Erstellt:

Von: Klaus Bunte

Kommentare

Die Fischtreppe am Wehr in Wickede wird rechtzeitig fertig.
Die Fischtreppe am Wehr in Wickede wird rechtzeitig fertig. © Hüttenbrink

Damit die Fische am Wehr vorbeikommen ist eine Treppe von Nöten. Die wird jetzt zusammen mit einer Turbinenschnecke trotz einigen Engpässen fertig.

Wickede/Fröndenberg – Die letzte notwendige Fischtreppe zwischen Fröndenberg und Wickede wird noch in diesem Jahr fertiggestellt. Das teilen die Stadtwerke Fröndenberg Wickede mit.

Das dafür erforderliche „naturnahe Gerinne“ (ein künstlich angelegter Bachlauf) auf der Kiebitzwiese ist nahezu fertig.

Fischtreppe wird eingebaut

In den kommenden Wochen wird die eigentliche Fischtreppe eingebaut. Außerdem wird neben dem Wehr eine Turbinenschnecke installiert. Damit sollen 135 Kilowatt Strom je Stunde erzeugt werden.

Die Baumaßnahme betrifft das Hauptwehr, direkt am Naturschutzgebiet Kiebitzwiese im Süden von Fröndenberg-Westick. Fischtreppe und Schnecke gemeinsam sorgen dann für eine so genannte „Lockströmung“, anhand derer die Fische erkennen können, dass sie den Wasserlauf bergauf schwimmen können.

Sportler bemerken Baumaßnahme

Auch Kajak- und Kanusportler, die von Wickede aus die Ruhr entlang paddeln, werden die Baumaßnahmen bemerken, so ein Sprecher des Unternehmens.

Die Gefahr, versehentlich in die Schnecke einzuschwimmen, bestehe jedoch nicht: Dazu sei die Strömung zu stark. Die Fischtreppe bestehe aus 34 Stufen mit einer Höhendifferenz von je elf Zentimetern.

Trotz der Engpässe voll im Soll

„Wir sind sehr froh, dass trotz der aktuellen Engpässe bei Personal und Material alles im Zeitplan läuft. Denn dann können wir rechtzeitig alles in Betrieb nehmen. Das ist wichtig, um die zugesagten Fördermittel zu erhalten“, stellt Stadtwerke-Geschäftsführer Alexander Loipfinger fest.

Verbaut werden für die eigentliche Fischtreppe 600 Kubikmeter Beton sowie 110 Tonnen Beton-Bewehrungsstahl. Anhand vorliegender Luftbilder wird eine rechteckige Art „Wanne“ neben dem Wehr erkennbar, in welche die Fischtreppe im Serpentinenverlauf eingebaut werden wird.

Inbetriebnahme im Oktober vorgesehen

Die Schnecke zur Stromerzeugung wird erst nach der Brutzeit der Vögel auf der Kiebitzwiese, im September eingebaut. Restarbeiten und Inbetriebnahme des Gesamtsystems sind für Oktober vorgesehen, wie Projektleiter Matthias Stephan von den Stadtwerken Fröndenberg Wickede erklärte.

Derzeit laufen Arbeiten unterhalb der Wasseroberfläche. Damit werden die Voraussetzungen geschaffen, den Gesamthöhenunterschied von 5,83 Metern zwischen „Bachlauf“ auf der Kiebitzwiese und Ruhr unterhalb des Wehres mit der Fischtreppe zu überwinden.

Nur mit Hilfe geht es am Wehr vorbei

400 Liter Wasser pro Sekunde werden in Zukunft über die Fischtreppe abfließen; weitere 3,4 Kubikmeter Wasser werden über die Schnecke fließen. Somit werden die Fische es nicht schaffen, in die Schnecke einzuschwimmen – wohl aber in die Treppe, über die nur 0,4 Kubikmeter Wasser pro Sekunde strömen.

Ohne technische Hilfe wäre es den Fischen nicht möglich, an einem Wehr vorbeizukommen. „Mit der neuen Treppe können sie ohne Probleme stromaufwärts schwimmen. Damit kommen sie an allen unseren Wehren vorbei“, erklärt Matthias Stephan.

Investition von mehr als einer Million Euro

Durch diese letzte Maßnahme, mit Kosten von mehr als einer Million Euro, erfüllen die Stadtwerke die EU-Wasserrahmenrichtlinie, nach der in allen Gewässern eine vollständige ökologische Durchgängigkeit gewährleistet sein muss.

Forellen, Aale, Barben und weitere Arten der Ruhr können sich so wieder in alle Richtungen bewegen und werden nicht durch menschliche Bauwerke gestört.

Schilder hängen an Baustelle aus

Das hatten die Stadtwerke durch ähnliche Maßnahmen bereits im vorigen Jahr an der Wasserkraftanlage Schwitten an der Ruhrbrücke sowie in der Vergangenheit in Langschede und Wickede ermöglicht.

Für die Bauarbeiten wurde ein bestehender Feldweg zur Baustraße ertüchtigt. Insgesamt 10 000 Kubikmeter Erde mussten bewegt und 400 Kubikmeter Beton verbaut werden. Zur Information haben die Stadtwerke Schilder an der Baustelle ausgehangen und einen eigenen Bereich auf der Internetseite eingerichtet.

Weitere Informationen

Unter www.sfw-ruhr.de finden Interessierte weitere Details und stets aktuelle Bilder von der Baustelle.

Auch interessant

Kommentare