Feuerwehr im Dauereinsatz

Wickede im Wasser: Schwemmgut hat sich vor Mannesmann-Wehr verkeilt

Hochwasser Wickede
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So sieht das Hochwasser aus der Luft aus. Viele weitere beeindruckende Aufnahmen in der Bildergalerie im Text.

Massive Probleme bereitet das Hochwasser vom Donnerstag noch immer an der Wehranlage für das Mannesmann-Wehr. Während sich die übrige Lage weiter entspannt und Verwaltung und Feuerwehr eine detaillierte Analyse vornahmen, hat sich ein dichter Teppich aus Baumstämmen und weiterem Treibgut vor der Wehranlage verkeilt. Aktuelle Infos von vor Ort.

Update vom Freitag, 16. Juli, 21.29 Uhr: In den Kellern laufen die Aufräumarbeiten, neben den Häusern stehen Berge von durchfeuchtetem Sperrmüll, auf Paletten gehäufte Sandsäcke stehen zur Abholung bereit – Wickede nach dem Hochwasser dieser Woche, das mancher mit der Flut von 2007 vergleicht. Die Analyse zum Hochwasser in Wickede fördert Erstaunliches zutage.

Update vom Freitag, 16. Juli, 17.50 Uhr: Der Fachmann für das Wehr, Techniker Matthias Jesse, der für Kraftwerksbetreiber Dr. Walters tätig ist, steht unter Druck. „So hoch aufgetürmt und so verkeilt haben wir das Schwemmgut noch nicht vor dem Wehr gehabt“, berichtet er zu dem dicken Teppich. Die mittlere Tafel zum Mannesmann-Wehr an der alten Ruhr ist gezogen – aber der Holzteppich will nicht abfließen. Unter Umständen müsse das Schwemmgut mit schwerem Gerät aus der Mitte der Ruhr gezogen werden. Wie genau das umgesetzt werden kann, ist gegenwärtig noch nicht klar. Die Suche nach Lösungen läuft.

Das Wickeder Hochwasser aus der Luft

Das Wickeder Hochwasser aus der Luft
Das Wickeder Hochwasser aus der Luft
Das Wickeder Hochwasser aus der Luft
Das Wickeder Hochwasser aus der Luft
Das Wickeder Hochwasser aus der Luft

Update vom Freitag, 16. Juli, 13.30 Uhr: Von der Lagebesprechung nach dem Hochwasser am Donnerstag in Wickede gibt es unter anderem eine positive Meldung zur Landesregierung. „In Wickede (Ruhr) waren sämtliche verfügbaren Kräfte der Freiwilligen Feuerwehr Wickede (Ruhr) im Einsatz, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Gemeindebauhofes sowie Feuerwehreinheiten aus Soest, aus Geseke, Werl und Welver und Einheiten des Technischen Hilfswerkes mit Spezialgeräten aus Soest, Lippstadt und Paderborn“, fasst Bürgermeister Dr. Martin Michalzik zum Großeinsatz zusammen. „Die Zusammenarbeit hat an allen Stellen reibungslos geklappt“, erläutert der Bürgermeister am Freitag gegenüber NRW-Heimatministerin Scharrenbach, die sich nach dem Stand der Dinge in Wickede und Hilfebedarf erkundigt hatte.

Update vom Donnerstag, 15. Juli, 19.30 Uhr: Die Einsatzleitung der Feuerwehr meldet letzte Aufräumarbeiten etwa am Firmenstandort am Erlenbusch. Dort ist noch eine THW-Einheit aktiv. Ein Ende sei aber absehbar. Es sei davon auszugehen, dass gegen 20.30 Uhr alle Einsätze beendet sind, heißt es aus dem Gerätehaus. Derweil weicht das Wasser der Ruhr zusehends zurück in sein Bett. Die Straße nach Fröndenberg sei später am Abend ebenfalls wieder befahrbar.

Update vom Donnerstag, 15. Juli, 17.55 Uhr: Insgesamt gut 250 Einsatzkräfte mit der kompletten Feuerwehr Wickede, vier überörtliche Löschzüge und THW-Einheiten aus Soest und Lippstadt waren seit den Nachtstunden im Einsatz. In den besonders betroffenen Bereichen wie etwa Ruhrufer und Erlenstraße blieben weitere Kräfte noch aktiv.

Trotz der deutlichen Warnung hatte das Naturschauspiel den ganzen Tag über Interessierte an die Ruhr gelockt, die von der Ruhrbrücke und von anderen Uferbereichen aus das Hochwasser verfolgten.

Update vom Donnerstag, 15. Juli, 15.45 Uhr: Die Lage in Wickede entspannt sich deutlich. Der Scheitelpunkt des Hochwassers ist überstanden. Der Ruhrpegel ist nach einem Höchststand von 4,50 Metern auf jetzt 4 Meter gesunken. bei den Einsatzkräften macht sich Erleichterung breit. Einige konnten sogar mittlerweile ganz abrücken, wie die Helfer der DLRG.

Update vom Donnerstag, 15. Juli, 14.49 Uhr: Die Feuerwehrleute, die schon seit der Nacht im Einsatz sind, werden jetzt von frischen Kräften abgelöst. Ein sichtbar erschöpfter Feuerwehrmann: „Ich könnte jetzt langsam auch wirklich mal eine Mütze Schlaf gebrauchen.“

Update vom Donnerstag, 15. Juli, 14.46 Uhr: Es sieht gut. Die Befürchtungen zu den Folgen der Wehr-Öffnung haben sich nicht bestätigt. Auch nachdem der zweite Teil des Wehrs geöffnet wurde, hat sich der Wasserstand nicht signifikant verändert. Erkennbar sind lediglich weitere Mengen an Treibgut, die jetzt die Ruhr herunter kommen. Die Ruhrbrücke ist wieder freigegeben.

Update vom Donnerstag, 15. Juli, 14.28 Uhr: Allerdings wurde bislang nur der erste Teil des Wehrs geöffnet, der zweite Teil wird jetzt geöffnet. Die Feuerwehr hofft, dass die Auswirkungen ähnlich mild sein werden, wie bei der ersten Öffnung. Der Wasserstand war nur kurzzeitig leicht angestiegen.

Wickede im Wasser: Starkregen sorgt für Überschwemmung, Wehr droht zu brechen

Starkregen sorgt für Überschwemmung
Starkregen sorgt für Überschwemmung
Starkregen sorgt für Überschwemmung
Starkregen sorgt für Überschwemmung
Wickede im Wasser: Starkregen sorgt für Überschwemmung, Wehr droht zu brechen

Update vom Donnerstag, 15. Juli, 14.26 Uhr: Von der Ruhrbrücke aus sieht man die Massen an Treibgut, die sich jetzt flußabwärts wälzen, nachdem das Wehr bei Echthausen geöffnet wurde. Die gute Nachricht: Von einer Flutwelle, wie befürchtet, kann keine Rede sein. Der Wassersstand steigt aktuell nur minimal. Die Hauptstraße scheint nicht bedroht zu sein.

Massen an Treibgut wälzen sich nach der Öffnung des Wehrs bei Echthausen die Ruhr hinab.

Update vom Donnerstag, 15. Juli, 14.19 Uhr: Der Ruhrverband rechnet für den Nachmittag damit, dass der Möhnesee überläuft. Das Wasser schwappt dort bereits über die Mauer. Das muss die Lage in Wickede aber nicht zwangsweise verschärfen.

Update vom Donnerstag, 15. Juli, 13.50 Uhr: Sirenenalarm in Wickede: Die Bevölkerung ist aufgefordert, auf weitere Meldungen in den Medien zu achten, nachdem mittlerweile sicher ist, dass das Wehr in Echthausen geöffnet werden muss und sich eine weitere Flutwelle Richtung Ortsmitte schiebt.

Damit ist ein weiterer Anstieg des Ruhrpegels sicher. Wie sich das auswirkt, ob die Hauptstraße überspült wird und zum Teil tiefer liegende Nachbarn unter Wasser gesetzt werden, bleibt offen. Um 13.45 Uhr wurde das Wehr geöffnet. Etwa 20 Minuten später erreicht die Welle die bereits jetzt überfluteten Bereiche Wickedes.

Blick auf die Ruhr von der Ruhrbrücke aus. Die Flutwelle wird erwartet.

Update vom Donnerstag, 15 Juli, 13.20 Uhr: Für alle anderen gilt: „Umfahren Sie das betroffene Gebiet weiträumig.“

Update vom Donnerstag, 15. Juli, 13.07: Auf die Wickeder Bevölkerung kommen harte Stunden zu. Diese Handlungsempfehlung gibt die NINA-Warnung: „Bringen Sie persönliche Wertgegenstände in höher liegende Gebäudeteile. Lassen Sie Haus- und Nutztiere nicht ins Freie. Gehen Sie nicht in Keller oder Tiefgaragen. Helfen Sie Kindern und anderen hilfsbedürftigen Personen, aber ohne sich selbst zu gefährden. Folgen Sie den Anweisungen der Einsatzkräfte.“

Mit dem Bagger wurde noch versucht, die Treibgutmengen, die auf das Wehr drücken, zu beseitigen.

Update vom Donnerstag, 15. Juli, 12.54 Uhr: Über die Warn-App NINA ist eine Akutwarnung für Wickede rausgegangen. „Warnstufe: Extreme Gefahr. Das Wehr bei Echthausen droht zu brechen und muss deswegen geöffnet werden. Dadurch werden große Wassermassen freigesetzt. Es besteht akute Überschwemmungsgefahr Der Bereich der Ruhr muss geräumt werden!“

Update vom Donnerstag, 15. Juli, 12.32 Uhr: Die Lage in Wickede ist weiter stark angespannt. Im Bereich Erlenstraße pumpen Feuerwehr und Anwohner auf der Straße und in den Kellern gegen das weiter steigende Grundwasser an. Rund 270 Kubikmeter Wasser wälzen sich am späten Vormittag vor Ort pro Sekunde durch die Ruhr.

Oberhalb Wickedes ist das Wehr am Gelsenwasserwerk zugestopft mit immensen Mengen Schwemmgut. Doch komplett öffnen kann das Wasserwerk sein Wehr nicht, so die aktuelle Absprache mit dem Krisenstab.

Dann würden noch einmal 70 Kubikmeter zusätzlich pro Sekunde Richtung Wickede strömen – die Folgen für die bereits jetzt überschwemmten Bereiche an Erlen- und Ruhruferstraße sowie dem Bereich „Am Graben“ wären unübersehbar. Und hinter allem steht die Möglichkeit, dass die Möhnetalsperre Wasser ablassen könnte und die Ruhr in Wickede noch weiter ansteigt. Die Möhnetalsperre ist bereits jetzt nur noch wenige Zentimeter unter Vollstau.

Update vom Donnerstag, 15. Juli, 11.45 Uhr:  Auch die Feuerwehr aus Werl hilft in der vom Unwetter hart getroffenen Nachbargemeinde aus. Ein Werler Löschzug, rund 35 Einsatzkräfte und Material helfen dort seit Mitternacht, ein Ende des Einsatzes ist nicht in Sicht. Die Einsatzkräfte aus Werl haben unter anderem Wasserrückhaltesysteme im Einsatz sowie einen geländefähigen Gabelstapler, der Sandsäcke positioniert. Die Drohne sorgt für den Überblick der Gefahrenlage an der Ruhr.

[Erstmeldung vom Donnerstag, 15. Juli, 10.54 Uhr]: Wickede - Land unter an der Erlenstraße. Seit Mittwochabend steigt in den Kellern der Häuser an der Erlenstraße langsam das Wasser.

Es stehen gar nicht genug Pumpen zur Verfügung, um jeden Haushalt zu versorgen, dafür sind jetzt einfach zu viele Häuser und Grundstücke betroffen .

Straßen stehen komplett unter Wasser.

Für ein Mehrfamilienhaus hatte die Feuerwehr noch in der Nacht eine Pumpe zur Verfügung gestellt. Zusammen mit einer Gartenpumpe lief sie die ganze Nacht. Doch das Wasser steigt immer weiter.

Hochwasser in Wickede: Feuerwehr im Dauereinsatz

Ein Anwohner, der gegenwärtig nicht an eine Pumpe kommt, versucht mit Wassereimern seinen Keller zu lehren. „Lass es sein, das hat kein Zweck“, meint die Ehefrau, während er in Stiefeln durch den Keller watet.

Wie 2007 ist auch diesmal der Westen im Bereich der Siedlung am Graben und das Gewerbegebiet besonders stark von dem Hochwasser betroffen. THW und Feuerwehr sind im Dauereinsatz

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