Filialen in Wickede, Werl, Soest, Belecke, Rüthen und Hamm

Preisdruck, hohe Mieten: Bäckereikette Hoberg hat Insolvenz angemeldet

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Die Bäckerei-Kette Hoberg mit Firmensitz in Wickede hat Insolvenz angemeldet.

[Update 14.20 Uhr] Wickede - Die Bäckerei-Kette Hoberg mit Firmensitz in der Westerhaar in Wickede hat Insolvenz angemeldet.

Preisdruck durch Discounter und Back-Shops sowie zu teure Filialmieten: Dies sind nach Darstellung der Essener ks-Rechtsanwaltskanzlei die Gründe für schwere wirtschaftliche Probleme der Bäckerei-Kette Hoberg mit Sitz in Wickede und 34 Filialen in Nordrhein-Westfalen. Am Mittwoch hat das Amtsgericht Arnsberg dem Antrag auf Anordnung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung stattgegeben.

Die Essener Juristen beraten gemeinsam mit der Unternehmensberatung Dr. Möhlenkamp & Cie. GmbH den geschäftsführenden Gesellschafter Heinrich Hoberg bei allen nun anstehenden Maßnahmen; als Sachwalter wurde der Soester Fachanwalt für Insolvenzrecht Marco Kuhlmann bestellt. 

„Hoberg’s Bäckereien“ haben sich im Laufe der vergangenen Jahre und Jahrzehnte zu einer der größten Bäckerei-Ketten in NRW entwickelt; das Unternehmen beschäftigt aktuell 425 Mitarbeiter. Filialen betreibt Hoberg unter anderen in Werl (3), Soest (1), Wickede (1) und Warstein (1). Firmensitz ist Wickede, wo 30 Mitarbeiter in der Produktion arbeiten. 

"Gute Sanierungsperspektiven"

Eingangs genannte Gründe hätten zu „längerfristig sinkenden Umsätzen und schließlich in die Krise geführt“, heißt es in

einer Pressemitteilung, in der der Essener Rechtsanwalt Oliver Ruhe-Schweigel zugleich die Hoffnung formuliert, „dauerhaft so viele Filialen und Arbeitsplätze wie möglich zu erhalten“. Eine gute Nachricht hält der Jurist für alle Angestellten bereit: „Wir werden den Geschäftsbetrieb während des Verfahrens mit allen Mitarbeitern und allen Filialen weiterführen und haben sehr gute Sanierungsperspektiven.“

Wie viele Mitarbeiter und Filialen Hoberg am Ende des Verfahrens noch beschäftigen bzw. betreiben werde, sei derzeit absolut nicht zu sagen, erklärte Oliver Ruhe-Schweigel Mittwochnachmittag im Anzeiger-Gespräch. Auch zu den Gründen seiner Zuversicht wollte sich der Jurist nicht äußern. Entscheidend für die Zukunft des Unternehmens seien die kommenden drei Monate. 

Die Beschäftigten waren Mittwochmorgen durch ein Rundschreiben über die Entwicklung informiert worden. Seniorchef Heinrich Hoberg lehnte eine Stellungnahme unter Hinweis auf die umfassende Pressemitteilung seiner Anwälte ab. 

Insolvenz in Eigenverwaltung

Insolvenz in Eigenverwaltung – von dieser Möglichkeit hatten zuletzt auch die Werler Bäckerfamilie Humpert sowie der Freizeitartikelproduzent Kettler Gebrauch gemacht. Ruhe-Schweigel nennt sie ein „gutes Instrument, die Sanierung unter dem Schutz des Insolvenzrechts anzugehen“. Heinrich Hoberg ist laut Pressemitteilung „sicher, dass die Gläubiger den Insolvenzplan und die darin vorgestellten Schritte zur Entschuldung annehmen werden“.

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