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Grundschulauslastung im Griff

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Von: Martin Hüttenbrink, Klaus Bunte

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Schulkinder in einem Klassenraum
Unterricht in der 1a der Engelhardschule 2018: Mit dem zentralen Anmeldeverfahren sollen die räumlichen Möglichkeiten der beiden Grundschulen künftig gleichmäßig ausgelastet werden. © ah_Hein, Andreas

Für die Aufnahme in die Wickeder Grundschulen gilt ab dem kommenden Schuljahr 2023/2024 ein zentrales Anmeldeverfahren, das von der Gemeinde als Schulträger durchgeführt wird. Im laufenden Schuljahr erstmals getestet, soll das Verfahren ab dem Schuljahr 2023/2024 zum Standard werden. Das hat der Gemeinderat jetzt beschlossen.

Wickede – Die feste Einführung des Verfahrens war in der jüngsten Sitzungswelle der Reihe nach vom Ausschuss für Bildung, Soziales, Kultur, Generationen und Sport, vom Haupt- und Finanzausschusses und zuletzt vom Gemeinderat abgesegnet worden.

Damit sichert sich die Kommune als Schulträger dauerhaft einen effektiven Zugriff, wenn es darum geht, die Auslastung der beiden Grundschulen zu steuern. Denn gerade das war jüngst Anlass, bei den Anmeldungen zum begonnenen ersten Schuljahr erstmals das zentrale Anmeldeverfahren anzuwenden.

Weil die Melanchthon-Grundschule als Ergebnis bisheriger Anmeldungen eher zur Dreizügigkeit und die Engelhardschule zur Zweizügigkeit tendierte, hatte sich bei der Raumnutzung der beiden Schulen ein Ungleichgewicht ergeben. In der Folge musste an der Melanchthonschule sogar ein Fachraum als Klassenraum belegt werden.

Um dem Trend entgegen zu wirken, hob die Gemeinde die freie Schulwahl der Eltern auf und gab mit dem zentralen Anmeldeverfahren die Verteilung vor. Das rückte mit dem Beginn des nun laufenden Schuljahres die Verhältnisse gerade. Durch die auf Zweizügigkeit beschränkte Aufnahme an der Melanchthonschule kann dort der Raumknappheit begegnet werden, die Engelhardschule kann mit einem dreizügigen Einschulungsjahrgang ihrerseits nun auch bisher nicht genutzten Unterrichtsraum belegen.

Erfahrungen waren positiv

Das Rathaus begrüßt dieses neue Steuerungsinstrument, um die Grundschulen gleichmäßig auszulasten. Nach der Premiere für das laufende Schuljahr heißt es als Bilanz aus dem Rathaus: „Die Erfahrungen hiermit waren positiv“.

Da der Rat zunächst nur für ein Jahr den entsprechenden Beschluss gefasst hatte und das zentale Anmeldeverfahren lediglich für das Schuljahr 2022/2023 gegolten hatte, lautet die Formel für den aktuellen Beschluss nun: „Bis auf Weiteres”. Damit hält die Gemeinde als Schulträger künftig die Fäden in der Hand und kann bei den Anmeldezahlen an den beiden Grundschulen ausgleichend einwirken.

Die Erfahrungen im Rahmen der ersten Anwendung des zentralen Anmeldeverfahrens haben offenbar auch bisherige Kritiker überzeugt. Die FDP hatte im Rahmen der früheren Diskussion angemerkt, ihr gehe mit diesem dirigistischen Instrument „der liberale Gedanke verloren“.

So hatte es Ratsfrau Michaela Löffler im Vorjahr formuliert und war kurz darauf von Fraktionskollege Patrick Schnapp bestätigt worden. Beide hatten ihr Unbehagen darüber signalisiert, dass Eltern mit dieser Regelung nicht mehr die uneingeschränkte freie Schulwahl haben und zudem der Wettbewerbsgedanke leide.

Bürgermeister Martin Michalzik hatte damals festgehalten, dass die Gemeinde als Schulträger zwei Grundschulen vor Ort vorhalte, die beide voll und ganz in der Lage seien, den gesetzlichen Bildungsauftrag zu erfüllen. Bezüglich des Wettbewerbsgedankens äußerte sich Michalzik damals „sehr zurückhaltend“. Entweder man mache einen Preis dran und gehe in Richtung Privatschule, „aber das wollen wir nicht“, oder man regele die Entwicklung mit einem Verfahren. „Und das machen wir gerade“, so Michalzik im Vorjahr zur Einführung des zentralen Anmeldeverfahrens.

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