Große Mehrheit für den Bike-Park

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Die ehemaligen Tennisplätze an der Straße „Im Winkel“, dahinter der Baumbestand: Wenn bald der Bike-Park angelegt wird, sollen die Bäume erhalten bleiben. Lediglich das Unterholz werde ausgedünnt, so das Rathaus.

Wickede – „Wir sind ein klein wenig grün geworden“ – damit umschrieb BG-Mitglied Thomas Schäfer am Dienstag nicht das Wohlbefinden seiner Fraktion, sondern die Einstellung gegenüber der Natur.

Und so begründete er seine Skepsis zur Bebauungsplan-Änderung für die Tennis-Plätze „Im Winkel“ , mit der gegenüber dem Freibad und im dortigen Kiefern-Bestand ein Bike-Park gebaut werden soll. Bei der Abstimmung enthielt sich der BG-Mann – alle anderen Fraktionen stimmten zu. 

Frage nach Betreiber und Haftung

Für Schäfer kann ein Bike-Park dort nicht ohne ergänzende Freizeitanlage sein, wie sie auch von der SPD gefordert wird. Zudem gehe ein Bike-Park am Bedarf vorbei – der liege eher wie beim Gespräch mit der Jugend gehört, beim Bau eines Soccer-Courts. Außerdem habe er sich den Bike-Park in Winterberg angeguckt, meinte Schäfer und fragte, wer denn eine solche Anlage in Wickede betreibe und wie die Haftung aussehe.

Mit der Haftung verhalte es sich so wie auf den Spielplätzen der Kommune, erläuterte dazu Bürgermeister Martin Michalzik. Er gab zudem zu bedenken, dass es sich beim Vergleich zwischen einem Bike-Park in Winterberg und Wickede ähnlich wie bei jenem zwischen dem Signal-Iduna-Park und dem heimischen Fußball-Stadion verhalte. „Das ist eine andere Klasse.“

Die Verwaltung wies beim Bauausschuss am Dienstag aber auch auf Folgendes hin: Nach dem bisherigen Bebauungsplan sollten alle Bäume des Kiefernbestandes gerodet und dort eine Straße gebaut werden. Mit der Planänderung wird der Baumbestand jetzt weitgehend geschützt – selbst wenn das Gutachten der Experten den Begriff „Wald“ hier nicht anerkenne.

Die Grünen stimmen dem Bike-Park zu, haben sich aber „sehr schwer getan“, weil der Baumbestand unter Klimaaspekten „eine wichtige Sache“ sei, so Gerd Schulte am Dienstag. Deshalb sei „sehr pfleglich mit dem Baumbestand dort“ umzugehen, forderte er und erhielt dafür volle Zustimmung von SPD-Vertreter Lutz Hofmann.

Unterholz soll bis Ende Februar ausgelichtet werden

„Der Baumbestand wird nicht im Kernbestand angetastet“, sagte der Bürgermeister am Dienstag zu. Lediglich das Unterholz solle ausgelichtet werden. Geplant ist das Ganze bis Ende Februar, um damit die Grundlage für den Bau des Bikeparks zu schaffen. Wobei die Betreiber in spe, das Bausenhagener Racing-Team, CDU-Mitglied Bechheim zufolge sogar zugesagt habe, neue Bäume zu pflanzen.

Das Hilfs-Argument von BG-Mann Thomas Schäfer, die Anlage von Wohnmobil-Plätzen statt eines Bike-Parks könnte billiger sein, konterte Bürgermeister Martin Michalzik. Neben der Tatsache, dass er nach Bürger-Anregung bereits vier Womo-Plätze entlang der Kiefern einrichten ließ, verwies Michalzik darauf, dass reguläre Wohnmobil-Plätze mit Wasser-, Strom- und Entwässerungsanschluss auf dem Tennisgelände die Kosten eines Bikeparks „bei weitem überschreiten“ würden.

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