Glasfasererschließung in Wimbern

Bald kommt der Monteur ins Haus

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Kabelbau im Herzen Wimberns: An einigen Stellen wie hier an der Schützenhalle wird derzeit noch Leerrohr verlegt. Ab 25. Kalenderwoche wird die Glasfaserleitung eingeblasen. 

Die Glasfasererschließung in Wimbern geht in die finale Phase. Mittlerweile ist das Dorf mit Leerrohren unterminiert. Innogy ist zuversichtlich, wie angekündigt bis Ende Juli alle Arbeiten abzuschließen, um dann je nach Vertragskonstellation den Anschluss freizuschalten. Die Anschlussquote ist letztlich auf 77 Prozent angestiegen. Noch aber warten jetzt entscheidende Schritte.

Wimbern - Die letzten Warnbaken und vereinzelte Baustellenabsperrungen sind im Dorf noch zu sehen, aber der größte Teil der Erdleitungen sei inzwischen verlegt, erläutert Johannes Kobeleor, Innogy-Kommunalbetreuer für die Region.

Mit dabei Stromkabel denen in den vergangenen Monaten die alten Freileitungen etwa an der Wiesenstraße wichen. Vor allem aber Leerrohre, die nun darauf warten, in Kürze mittels Druckluft mit der Glasfaserleitung befüllt zu werden. Sobald die letzten Hausanschlüsse gelegt sind, wird „eingeblasen“ – so heißt dieser Vorgang im Fachjargon.

Wenn die Lichtleiter dann im jeweiligen Haus angekommen sind, schneit kurz darauf mitten im Sommer auch ein Monteur herein, der die Leitung mit dem Hausübergabepunkt (ONT) beispielsweise im Keller des Hauses verbindet. Dabei handelt es sich um einen Wandler, der die Lichtimpulse in elektrische Signale umsetzt, die vom Eigentümer über die Hausverkabelung schließlich zum Router geführt werden. Das Einblasen und die anschließende ONT-Montage erfolgen ab der 25 Kalenderwoche.

Danach wird es dann noch ein paar Tage dauern, bis freigeschaltet werden kann. Ab dann nämlich muss in den Zentren – in diesem Fall in Düsseldorf – aus dem Wust an Leitungen der jeweilige Anschlussnehmer festgelegt werden. Also etwa: „Welche Faser gehört zum Haus Wiesenstraße 10?“. Das wird etwa in einem Monat der Fall sein. Spätestens am 31. Juli sollten dann alle Anschlussnehmer laut Zeitplan freigeschaltet werden können. Zumindest theoretisch. Denn Innogy schaltet ab Anfang August nur die Neukunden scharf, all jene also, die keinen Altvertrag mehr laufen haben.

Anschlussschaltung

Die übrigen georderten Anschlüsse gehen dann erst terminscharf ans Netz, wenn der jeweilige Vorvertrag ausgelaufen ist. Ein Unterschied zur Erschließung in Wickede, wo die Deutsche Glasfaser jeden fertiggestellten Hausanschluss auch sofort „beleuchtete“. Innogy dagegen schaltet exakt zum Ende des Altvertrages um. Besonders bequem fahren dann all jene, die per Formular den Wechsel vom bisherigen Anbieter zu Innogy-Partner TelNet in Auftrag gegeben haben.

Denn der Anbieterwechsel funktioniere erfahrungsgemäß reibungloser, wenn damit die beteiligten Unternehmen beauftragt sind und der Endkunde nicht selbst aktiv werden muss. „Die automatisierten Prozesse von Unternehmen zu Unternehmen sind deutlich effektiver, als wenn das der Endkunde macht“, sagt Kobeloer und weist damit nicht zuletzt auf die Portierung der alten Rufnummer hin. Erst jüngst habe noch eine Statistik ergeben, dass jeder fünfte Anbieterwechsel in Deutschland - etwa mit Verlust der Rufnummer - schief gehe, „wenn man das selber macht“, so Kobeloer.

Übrigens gibt es in Wimbern bereits jetzt einige „Erwartungskunden“, die Innogy bzw. TelNet als Versorger geordert und deshalb ihren bereits ausgelaufenen Vorvertrag nicht verlängert haben. Die behelfen sich für die Überbrückung mit einem Anbieter, der mit der Möglichkeit der monatlichen Kündigung am Markt ist. Da lässt sich dann der spätere Umstieg unkompliziert umsetzen.

Quote nun 77 Prozent

Die ersten Hausanschlüsse in Wimbern waren Ende 2020 gebaut worden. Der überwiegende Teil der Strecken und der Hausanschlüsse war aber in diesem Jahr verlegt worden.

Im so genannten „3. Call“, dem Förderabschnitt für Wimbern und das Gewerbegebiet Ostenfeld in Wickede, waren am Ende insgesamt 180 Anschlüsse geordert worden. Im Verhältnis zur Gesamtzahl von 236 anschlussfähigen Grundstücken entspricht das einer Anschlussquote von 77 Prozent.

Übrigens sind auch schon erste Meldungen für den „6. Call“ eingegangen. Das ist die mit öffentlichen Mitteln geförderte Erschließung von besonders abseits liegenden Objekten wie beispielsweise dem Bootshaus des KC. 36 Punkte kommen dafür vor Ort in Frage. Dazu habe es ein erstes Schreiben der Kommune an die betreffenden Eigentümer gegeben, erläuterte Johannes Kobeloer. Schon aufgrund dessen seien 17 Meldungen erfolgt.

Es werde aber noch weitere Gelegenheit auch zur Abgabe der Grundstückseigentümererklärung geben. Im Kreis Soest sind rund 600 Kilometer weitere Leitungen zu verlegen, die Ausschreibungen laufen. Bis diese Arbeiten in der Gemeinde angelangt sind, kann es gut und gerne noch ein Jahr und mehr dauern.

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