Erfreuliche Zahlen

Gewerbesteuern bringen Wickede ins Plus

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Im Wickeder Rathaus freut man sich über positive Zahlen.

Wickede - Ein hochzufriedener Bürgermeister stellte dem Gemeinderat jetzt erfreuliche Zahlen vor: Die Finanzlage der Kommune hat sich positiv entwickelt.

„Im Jahr 2019 wurden keine neuen Darlehen aufgenommen,“ so Bürgermeister Dr. Martin Michalzik. Und nicht nur das: Die bestehenden Darlehensverbindlichkeiten von 23,7 Millionen Euro seien auf 22,8 Millionen reduziert, alte Schulden mit höheren Zinsen planmäßig abgebaut worden. 

Die Finanzierung neuer Vorhaben sei zu sehr günstigen Zinsen erfolgt. Zudem wurden Kassenkredite für die Liquidität (Gemeinde-Dispo) seit 2015 komplett abgebaut. Weg also von diesen „bösen Krediten“, wie Kämmerer Christian Wiese im Anzeiger-Gespräch ergänzt, ein sattes Plus bei den Gewerbesteuer-Einnahmen in den vergangenen Jahren und sparsames Wirtschaften seien verantwortlich für die heutige Finanzlage. 

Zwei Beispiele: Im Jahr 2018 hat man 9,2 Millionen Euro Gewerbesteuer eingeplant und im Ergebnis 11,6 Millionen Euro bekommen. Ähnlich war es 2017. Im vergangenen Jahr seien außerdem 1,6 Millionen Euro an Ausgaben gespart worden. Das sind Gelder, die mal eingeplant waren, beispielsweise für Straßeninstandsetzungen, zu denen man aber dann doch nicht gekommen ist, weil andere Dinge vordringlicher waren, so Wiese.

Auf der anderen Seite hat sich die Kommune seit 2015 allmählich ein Finanzpolster zulegen können. „Der Betrag der Ausgleichsrücklage als Finanzpuffer für die kommenden Jahre steigt von 6,3 Millionen Euro auf rund 8,3 Millionen Euro,“ heißt es aus der Verwaltung; im Jahr 2014 habe sie noch bei null Euro gelegen. Bürgermeister Michalzik und Kämmerer Christian Wiese betonen aber: „Das sind die eigenen Berechnungen zum Jahresabschluss 2019, der jetzt vom Wirtschaftsprüfer geprüft wird. Der Jahresabschluss mit den entsprechenden Anlagen wird in der kommenden Ratssitzung am 1. September eingebracht.“

Dieser Puffer werde mit Blick auf aktuelle und absehbare Entwicklungen wichtig sein, denn:

-Corona-Auswirkungen auf Konjunktur und Beschäftigung führen zu geringeren Gewerbesteuern, Einkommens- und Umsatzsteueranteilen der Gemeinde;

-Zusätzliche Aufwendungen in der Kinderbetreuung (Personal) kommen;

-Instandhaltungskosten für Straßen und Wege (Erneuerungsprogramm) steigen;

-Modernisierung von Schulen steht bevor;

-Weiterer Anstieg der Jugendamtsumlage steht bevor. 

Kämmerer Christian Wiese und Bürgermeister Martin Michalzik sagen vor dem Hintergrund dieser finanziellen Lage, dass aus ihrer Sicht die kommunalen Steuersätze 2021 stabil bleiben können und sollten, auch wenn mit Mindereinnahmen und Mehrausgaben zu rechnen ist. ,,Es erscheint uns jetzt richtig, als Gemeinde in diesen für viele Bürger und Betriebe schwierigen Zeiten so eine verlässliche Perspektive bietet.“

Wie die vom Land vorgesehene finanztechnische ,,Isolation“ der corona-bedingten Finanzschäden in 2021 konkret ausfällt, bleibe noch abzuwarten. Aufgrund der Übernahme der Kosten der Unterkunft für Arbeitssuchende durch den Bund von zukünftig 75 Prozent (bisher: 50 Prozent) erwartet bzw. hofft man im Rathaus, dass die Kreisumlage zunächst nicht weiter stark zu Lasten der Gemeinde steigt

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