Geburtstagsgeschenk

Faszinierendes Fest der Filmmusik

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"Charlie Chaplin" im Bürgerhaus: Die Stepp-Nummer der Philharmonie Südwestfalen war eine genialer Einstieg zu einem faszinierenden Geburtstagskonzert

Wickede - Faszinierend! Das Zitat von Mister Spock aus "Raumschiff Enterprise" traf es am Sonntag auf den Kopf: Mit dem Konzert "Magie der Filmmusik" nahm die Gemeinde im ausverkauften Bürgerhaus aus den Händen der Philharmonie Südwestfalen ein ganz besonderes Geschenk zu ihrem 50. Geburtstag entgegen.

Da legte Charlie Chaplin einen wirbelnden Stepptanz aufs Parkett, erklang aus dem Zauberer von Oz Judy Garlands "Somewhere over the rainbow", einfühlsam interpretiert von Sopranistin Jana Marie Gropp und mit neckischen Einlagen der Holzbläser garniert.

Da ließ mit "Chim Chiminy" und weiteren Melodien das Mary-Poppins-Potpourri den Zauber des Musical-Fantasyfilms aus den 60er Jahren lebendig werden, bevor ein im Plauderton nonchalant moderierender Dirigent Markus Huber die letzte Nummer vor der Pause augenzwinkernd als Musikliteratur mit dem Rang von Schiller und Goethe annoncierte: ein Mix, der unter dem Titel "Muppets and more" von besagter Muppet-Show über "Heidi" bis "Wickie und die Wikinger" etliche Musikthemen der Fernsehserien-Geschichte bescherte. 

Das Motto des Konzertes erwies sich als rundum dankbares Thema. Beim Publikum appellierte es an die Erinnerung an viele schöne Leinwandmomente und lieferte im Bürgerhaus mit den großen Melodien anregendes "Kino im Kopf".

Den gut 50 Musikern bot es Gelegenheit, die ganze Bandbreite ihrer musikalischen Möglichkeiten auszuspielen. Von den tief emotionalen Streicherszenen über Slapstick-Perkussion bis hin zum jazzigen Swing mit Bass, Schlagzeug und breiter Orchesterbegleitung zeigte sich die Philharmonie Südwestfalen als wandelbares Ensemble, das jedes Genre versiert zu handeln weiß - und das mit durchaus komödiantischem Witz, wenn etwa beim Thema von "Heidi" nach Alphorn-Auftakt plötzlich 20 Musiker aufsprangen und zum Jodeln anhoben. 

Keine Frage, dass auch in Teil zwei mit aufwändig arrangierten Melodien von James Bond über Harry Potter bis zum Fluch der Karibik Perlen des Kinos und Sternstunden des Films vor dem geistigen Auge Gestalt annahmen.

Bürgermeister Dr. Martin Michalzik griff nach seinem Dank an Volksbank und Gelsenwasser als Sponsoren und an alle Helfer, die dieses Erlebnis möglich machten, das Angebot von Dirigent Markus Huber auf, gerne wieder nach Wickede zurück zu kommen.

Bei einer solchen Ankündigung sei im Kino doch ein Trailer als Vorschau üblich, so Michalzik. Mit Erfolg: Die Zugabe vom Orchester kam prompt: eine Reminiszenz an die Schwarz-Weiß-Ära mit der Melodie aus den Miss-Marple-Filmen sorgte erneut für stehende Ovationen der 400 Gäste im Bürgerhaus. 

Und selbst wenn Feuerwehrchef Georg Ptacek und Kamerad Christopher Horn in der Pause mit dem Belüftungsgerät die Luft im Bühnenraum ordentlich aufmischten, während im Saal per mobiler Klimaanlage noch halbwegs verträgliche Temperaturen herrschten:

Für das dicht gedrängt arbeitende Ensemble in der typisch schwarzen Musikerkluft bleibt angesichts der klimatischen Bedingungen dieses Konzertes nur ein Verweis an das Charlie-Chaplin-Thema zu Beginn: "Hut ab" - sie Fotogalerie.

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