Vorbereitungen zur Bankenfusion in Wickede

Zusage: Volksbank bleibt am Markt

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Die Volksbank-Filiale in Echthausen soll in diesem Jahr geschlossen, verkauft und zu Wohnbauzwecken umgenutzt werden.

Wenn es um die mögliche Fusion der Volksbank Wickede mit der Mendener Bank geht, geben Vorstand und Aufsichtsrat vor Ort ein Versprechen: Die Bank werde auch künftig mit ihrer Service-Mannschaft am Marktplatz bleiben, der Name bleibe erhalten, bekomme „höchsten einen kleinen Zusatz“ und die Qualität der Dienstleistungen werde nicht eingeschränkt.

Wickede - Im Gegenteil: Wenn der Kunde im ganz normalen Alltagsgeschäft mit seiner Bank überhaupt etwas merken werde, dann, dass sich Service und Angebot durch eine erhöhte Leistungsfähigkeit noch verbessern.
Das, so versichern die Vorstände Joachim Bauerdick und Holger Schwarz sowie Aufsichtsratschef Klaus Klatetzki, gelte auch für die Unterstützung des sozialen und kulturellen Lebens vor Ort. Vereine und Verbände könnten auch künftig auf die Volksbank als helfende Hand bauen.

Wichtig sei, dass man bei den Vorbereitungen zu einer Fusion mit offenen Karten spiele, bereits jetzt und damit zu einem sehr frühen Zeitpunkt das Thema ankündige. Es sei keine Entscheidung unter Zeitdruck, man wolle niemanden überraschen. „Die Mitglieder sollen von Anfang an mitgenommen werden“, so Vorstand Holger Schwarz.

Zudem gebe es noch zwei Generalversammlungen bis zur angedachten Fusion. Die eine vermutlich wieder als pandemiebedingte Online-Verstanstaltung im Oktober, die zweite hoffentlich wieder als Präsenz-Veranstaltung im Sommer 2022, bei der die Mitglieder dann erst um die eigentliche Entscheidung zur Fusion gebeten werden.

Die Verschmelzung der beiden Geldinstitute würde dann zum 1. Januar 2023 in Kraft treten.

Bei der Wahl des Partners habe man sich ganz bewusst für die Mendener Bank entschieden. „Die Kulturen der beiden Häuser ähneln sich“, so Bauerdick und Schwarz. Die Kooperationen seit 2015 hätten gezeigt, dass man gut zueinander passe, dass die Mendener mit einer Bilanzsumme von rund 400 Mio. und die Wickeder mit zuletzt rund 150 Mio. auf Augenhöhe agieren.

Eine Fusion mit einem deutlich größeren Haus als Wickede mit Bilanzen jenseits der Milliardengrenze wäre nicht in Frage gekommen. Man wolle weiterhin mit den vertrauten Ansprechpartnern, dem Team und dem Namen vor Ort präsent bleiben und nicht „zu einer reinen Automaten-Filiale verkommen“, unterstreicht AR-Sprecher Klatetzki.

Zudem habe man lieber einen zeitlich entspannten Einstieg in konkrete Fusionsvorbereitungen als eine Situation unter Druck, bei der man mit dem Rücken zur Wand stehe und Gefahr laufe, eigene Positionen nicht behaupten zu können.

Man gehe aus einer Situation der Stärke in die weiteren Verhandlungen, „die Braut ist hübsch genug, sie muss nicht noch geschminkt werden“, so Klatetzki.

Filiale Echthausen wird geschlossen

Mit der Aussicht auf eine Fusion sinken die wachsenden Herausforderungen des Marktes natürlich nicht. Das zeigt nach sehr gutem Abschluss für 2019 der Blick auf das Geschäftsjahr 2020. Niedrigzinsen, sinkende Gewinne, höhere Kosten und steigender Aufwand von der Regulatorik bis zur Digitalisierung schlagen voll durch.

Zudem klettert die Bilanzsumme um 10 Mio. Euro auf rund 160. Mio, dies aber vornehmlich durch rund 13 Prozent Einlagenzuwachs. Der drückt aufs Ergebnis, weil die Bank hier Strafzinzen zahlen müsse. Das Haus reagiert mit klaren Schritten.

Die Filiale Echthausen wird geschlossen - eine Immobilie mit 120 Quadratmetern für zwei Automaten auf vier Quadratmetern. Seit Jahren, so Vorstand Bauerdick, habe die Bankprüfung diese Subventionierung der im Jahr 2000 errichteten Zweigstelle Echthausen kritisch hinterfragt. Nachem Corona die Bargeldnutzung weiter gemindert hat, werde die Filiale in diesem Jahr verkauft und künftig zu Wohnzwecken genutzt.

Zudem gibt die Bank seit April für tägliche verfügbares Geld etwa als Kontokorrentkredit ab 100000 Euro Negativzinsen von 0,5 Prozent an die Kunden weiter, wobei jedem Kunden Angebote unterbreitet wurden, mit denen er Strafzinsen vermeiden könne.

Überdies soll die Dividende von vier auf drei Prozent sinken. Die immerhin wolle man auszahlen - „wenn die Bankenaufsicht das nicht verbietet“, so Vorstand Joachim Bauerdick.

Zu kreativen neuen Angeboten zählen etwa nachhaltige Anlage-Möglichkeiten. Positiv im laufenden Haushaltsjahr werde sich außerdem die coronabedingte Verlagerung diverser Kunden-Investitionen von 2020 auf 2021 auswirken.  

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