1. Soester Anzeiger
  2. Lokales
  3. Wickede

Für mehr Attraktivität: Planer aus Dortmund legen Konzepte für Wickeder Ortsmitte vor

Erstellt:

Von: Martin Hüttenbrink

Kommentare

„Shared Space“: Die Flächen im Zentrum sollen von allen Verkehrsteilnehmern gleichberechtigt genutzt werden.
„Shared Space“: Die Flächen im Zentrum sollen von allen Verkehrsteilnehmern gleichberechtigt genutzt werden. © Hüttenbrink

Die Ortsmitte in Wickede soll aufgewertet werden. Studenten der TU Dortmund stellen dafür Ideen für die Aufwertung des Marktplatzes bis hin zu Fahrradboxen am Bahnhof vor.


Wickede – Für verbesserungswürdig halten sie einiges an der Gestaltung der Ortsmitte. Aber die angehenden Planer der TU Dortmund haben an den Strukturen in der Ortsmitte auch positive Seiten angemerkt.

Ein ganz großes Plus: Die Supermärkte sind nicht auf der grünen Wiese am Ortsrand, sondern auf dem Mannesmann-Gelände noch immer recht zentral gelegen.

Interesse an Grundstücken ist vorhanden

Man sollte aber nicht meinen, dass mit Ansiedlung von Edeka, Aldi und Rossmann an einem Punkt das Interesse sonstiger Märkte an Wickede gestorben wäre.

Erst jüngst war im Rahmen des Verkaufs des Teschler Centers an die Firma Humpert wieder die Rede davon, dass sich noch im Mai Vertreter einer Marktkette nach einem Grundstück erkundigt hatte.

Einzelhandel wird zentral gehalten

Rat und Verwaltung haben es in den vergangenen Jahrzehnten verstanden, den Einzelhandel weitgehend zentral zu halten.

Selbst die Ansiedlung des Netto-Marktes war nur mit der Maßgabe genehmigt worden, dass hier die Versorgung der umliegenden Wohngebiete noch optimiert werden kann, ohne dass die Ortsmitte zu sehr geschwächt wird.

„Shared Space“ in der Ortsmitte

Was aber sehen die jungen Planungskräfte der TU Dortmund nun für die Ortsmitte vor? „Die Kirchstraße wird durch Neupflanzungen attraktiv gestaltet“, heißt es da.

Weil sich Fußgänger, Radler und Autos die Flächen gleichberechtigt teilen (Shared Space) sollen die Autos durch eine Slalomführung ausgebremst werden – „um Barrieren im Raum zu überwinden und eine Entschleunigung im öffentlichen Bereich zu bewirken“, so die Studenten.

Aufwertung des Marktplatzes

Der Marktplatz wird mit Treppe, Boulebahn und Wasserspiel aufgewertet. Insgesamt könnte die Fläche nivelliert werden, so ein Vorschlag.

Der in Richtung Volksbank aufsteigende Platz würde auf das Niveau wie vor den Arkaden abgesenkt und soll dann entlang der Kirchstraße mit zwei, drei großen Betonstufen eingefasst werden, die als Sitz- oder auch Liegemöglichkeiten dienen.

Gastro-Angebote auf dem Marktplatz

Im Westen der Marktplatzfläche sei ein Gastronomieaußenbereich denkbar, den Betriebe nutzen können, die an der alten Hauptstraße liegen.

Ein interessanter Ansatz, denn so könnten Gastro-Angebote auf den Marktplatz geholt werden, ohne auf die direkte Nachbarschaft zur Fläche angewiesen zu sein.

Aufenthaltsqualität wird verbessert

Im Verbund mit Sitzbereich, Boulebahn für Jung und Alt und ebenerdigen Brunnendüsen als Erfrischung bei Hitze ergibt sich Aufenthaltsqualität, die mit dem Angebot in den Ladenlokalen im Süden des Platzes abgerundet wird.

Neben herkömmlichen Geschäften seien dort auch temporäre Pop-up-Stores oder mietbare Gruppenräume für Jugendliche, Bands oder temporäre Kunstausstellungen in kleinen Galerien denkbar. Der Markt soll insgesamt eingefasst mit Stauden und Gräser mit ressourcenschonendem, geringen Pflegebedarf versehen werden.

Beitrag zur Klimaanpassung

Gerade ebenerdige Springbrunnen seien im Sommer kühlendes Element, Spielelemente als auch ästhetische Highlights, sagen die jungen Planungsexperten. Und apropos Wasserspiele: Auch ein neuer Wasserlauf ist eine Idee.

Der Bach am Marktplatz soll „einen Beitrag zur Klimaanpassung leisten, da er in Verbindung mit anliegenden Grünflächen die Sickerungsfähigkeit des öffentlichen Raums fördert und zusätzlich das Regenwasser auch zentral abführen kann“.

Des Weiteren erhöhe der Bach auch die Aufenthaltsqualität und trage zu einem lebendigeren und organischeren Stadtbild bei.

Vorsorge von Extremwetterereignissen

Während auch dies bereits das Thema Klimaschutz berücksichtigt, sind in der Ortsmitte mit den Entwürfen auch weitere Elemente zur Vorsorge von Extremwetterereignissen verortet.

Regendurchlässiges Pflaster etwa spielt eine gewichtige Rolle. In den Parkräumen zum Beispiel erfüllt es eine Doppelfunktion, „da es neben der Parkraumbereitstellung auch als Sickerungsfläche bei Starkregen-Ereignissen fungieren kann“, sagen die jungen Planer. Dabei schlagen die Studenten verschiedene Pflasteroptionen vor.

Pflasterfarbe und Bremshügel sollen für Sicherheit sorgen

Um den regulär genutzten Verkehrsraum von dem gemeinsam von allen geteilten Raum zu trennen, helfen die Pflasterfarbe der Verkehrsflächen und Bremshügel, die auf den Beginn und das Ende gemeinsam genutzten „Shared Space“ hinweisen.

Neben Aufenthaltsqualität und Klimaschutz ist auch ein individuelles und nachhaltiges Mobilitätsangebot angedacht, dass den „Grundstein für eine Verkehrswende in Wickede“ legen soll. „Damit die Verkehrswende gelingen kann, müssen nachhaltige Verkehrsmöglichkeiten gefördert werden“, sagen die jungen Fachkräfte.

Fahrradboxen am Bahnhof sollen Abstellen von Rädern garantieren

Ein Element, das die Attraktivität des Fahrradfahrens steigern soll, sind Fahrradboxen am Bahnhof. Sie sollen das sichere Abstellen von Rädern garantieren.

„Die Boxen führen in Kombination mit anderen Maßnahmen zu einer intermodalen Schnittstelle, sodass unkompliziert zwischen verschiedenen Verkehrsmöglichkeiten gewechselt werden kann“, halten die Studenten in ihren Entwürfen fest.

Auch interessant

Kommentare