Zug um Zug in den Knast

Fortgesetztes Schwarzfahren endet jetzt mit Haft 

Zum Glück wurde der junge Mann zu seiner Hauptverhandlung gefahren -- von Staatsdienern der Justizvollzugsanstalt Bielefeld. Wäre er mit dem Zug gekommen, hätte er sich vermutlich direkt erneut strafbar gemacht. Wegen unermüdlichen Schwarzfahrens in den Knast -- das muss man erst einmal schaffen.

Seit 2017 sammelt der 23-jährige Wickeder Vorstrafen in dieser Form des „Erschleichens von Leistungen“, allein 22 mal hatte man ihn bis zum vergangenen Sommer ertappt, im Juni kamen noch Diebstahl und Computerbetrug hinzu. Dafür kassierte er zehn Monate auf Bewährung vom Werler Amtsgericht.

Prompt stieg er wieder ohne Ticket in den Zug. Zehnmal wurde er seither dabei ertappt, „was vermutlich nur die Spitze des Eisbergs war“, so die Richterin zu dem Hart-IV-Empfänger, der vor allem auf den Strecken zwischen Wickede und Olsberg sowie Wickede und Bestwig unterwegs war. 

Auf „Dummheit“ führte er sein Verhalten selber zurück, aber das ließ die Richterin ihm nicht durchgehen, denn er hatte damit wissentlich gegen seine Bewährungsauflagen verstoßen, weshalb er seit zwei Wochen im offenen Vollzug einsitzt. 

Da weder Staatsanwältin noch Richterin dem unbelehrbaren Wickeder seinen Beteuerungen zum Trotze, „das jetzt auch ernst zu nehmen“, eine gute Sozialprognose ausstellen wollten, fährt er nun noch einmal für weitere sechs Monate in den Knast ein. 

Und zwar mit dem JVA-Bulli statt mit dem Zug. Denn der ist erst einmal für ihn abgefahren. 

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